Steinbrück kritisiert "Neidkomplex-Debatte" über Nebeneinkünfte

9. November 2012, 09:46

"Das kann ich nicht akzeptieren" - SPD-Kanzlerkandidat soll seit 2009 nebenbei zwei Millionen Euro verdient haben

Berlin - Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit Unverständnis auf den Verlauf der Debatte um seine Nebeneinkünfte reagiert. "In dem Augenblick, wo auch meine Buchhonorare hineingezogen wurden in die Debatte, habe ich dies als eine Art Neidkomplex-Debatte empfunden", sagte Steinbrück am Freitag im Deutschlandfunk. Diese habe ganz gezielt seine Integrität treffen sollen. "Das kann ich nicht akzeptieren."

Wer zwei Bestseller schreibe, bekomme auch entsprechende Honorare. Die Fragen der Journalisten zur Klärung von Abhängigkeiten habe er noch verstanden. Dann aber hätten einige Medienvertreter versucht, "einen Geruch zu legen".

Steinbrück hat nach Medienberichten seit 2009 Nebeneinkünfte von rund zwei Millionen Euro erzielt. Zu den 1,25 Millionen Euro für seine Vorträge kämen noch Buchhonorare von mindestens einer halben Million Euro, schrieben Medien. (APA, 9.11.2012)

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Himmelschreiende Ungerechtigkeit als Neidkomplex abtun...

Wer nicht auf den Mund gefallen ist, kann für sich alles rechtfertigen. Und Politiker sind ja nicht auf den Mund gefallen, das ist ja eine Mindestanforderung um zu dieser Branche hingehören zu können.

Die NZZ meldet heute, 11.11.,

dass Steinbrück ein Honorar für ein Referat in Höhe von (für seine Verhältnissse fast schon lächerlichen) € 1.500 vom Medienkonzern Ringier erhalten, aber nicht als Nebenverdienst, sondern als Spende deklariert habe. Sauber, sauber!

Helmut Schmidt

der rechte Pfosten hat der SPD, mit der ultimativen Empfehlung für ihn, einen Bärendienst erwiesen!

Mit den beiden Anderen hätten's freilich auch kaum mehr gerissen.

Die SPD gehört sowieso in die Opposition, um sich von den Schröder-Restbeständen freizumachen.
Und dafür braucht's noch ein paar Wahlniederlagen, bis die ganze Truppe durch ist und endgültig verschlissen.

Da sind ihm doch die,

die er und Schröder zu Hartz IV Empfängern gemacht hat neidig, dass er den einen oder anderen kleinen Zuverdienst mit Reden gemacht hat - in der gleichen Zeit hat er als Abgeordneter im Bundestag allerdings kaum Reden gehalten!

Fassen wir es ruhig ins Auge: Diese Farce von einer "Demokratie" ist geschmiert und korrumpiert. Und das nicht bloß im Falle Steinbrücks, sondern durch die Bank, EU inklusive.

Wenn's jemals wieder anders werden soll, ist eine radikale Umgestaltung des politischen Systems ununmgänglich.

Nichts spricht gegen eine gute, sogar eine sehr gute Bezahlung der Abgeordneten. Ganz im Gegenteil.

Aber alles spricht gegen "Nebentätigkeiten" der Steinbrück'schen (und beileibe nicht bloß der Steinbrück'schen) Art. Gehören untersagt, solange einer den Abgeordnetenstatus hat. Und zwar vollständig und ohne jede Ausnahme.

Das wird natürlich beileibe nicht reichen, aber das wäre eine der unbedingt erforderlichen Sofortmaßnahmen.

Und außerdem wäre eine Anwesenheitspflicht im Bundestag (und anderen Parlamenten) angesagt. Oder können Sie etwa nach Belieben blau machen? Ich kann's jedenfalls nicht, denn dann werde ich gefeuert.

Kann allerdings schon sein, dass dann das eine oder andere intime Abendessen mit den spendablen Lobbyisten ausfallen muss. Aber das wäre, glaube ich, verkraftbar. Denn so schlecht ist die ja Bundestagskantine auch wieder nicht.

Und jetzt bitte nicht wieder die rührende Geschicht' von all den "vielen Verpflichtungen im Wahlkreis". Denn die kennen wir schon.

Wenn das Geld vom Himmel gefallen wäre,

würde ich es ihm und seinesgleichen gönnen.

Aber es kommt aus Steuern und Zwangsabgaben, also aus unseren Börsen.

diese Schicht neidet uns einen besseren Lebensstandard, nicht ungekehrt.

Es gibt bei den SOZIS also erlaubte und unerlaubte Neidklomplexe.

Erlaubt ist es, den Neid zu schüren, um Erbschafts- und Vermögenssteuer wieder einzuführen, (vorerst) eh erst ab einer Million. Unerlaubt ist es, zu kritisieren, wenn ein roter Exminister und wohlbestallter Bundestagsabgeordneter für Vorträge von Kommunalunternehmen, u.a. auf Kosten der Energiekunden, insgesamt 2 Millionen absahnt. Für die anderen Wasser predigen und selbst Champagner schlürfen scheint bei den Sozis eine internationale Übung zu sein.

Tja, Sie haben recht, man muss tatsächlich beides kritisieren: Solche kleinen Geschäftchen und die fehlende Erbschafts- und Vermögensteuern.

Denn gerade weil es mittlerweile jede Menge solcher kleinen Geschäftchen gibt, fehlen eben Erbschafts- und Vermögensteuer.

Weil: Eine Hand wäscht bekanntlich die andere.

Neidkomplex

Nee neidisch bin ich nicht, aber es ist eine Riesensauerei sich für ein Interview ne satte 5 stellige summe in die Tasche zu stecken. Was solch interessenbezahltes ein Interview noch Wert ist kann sich jeder denken. Alles lupenreine Demokraten!

Diese Angelegenheit dürfte fast gelaufen schon sein - Mutti wird's wohl machen und Weltökonom Peer darf wieder sekundieren.

Und solang noch die Restbestände der Schröder-Riege den reichlich abgefuckten SPD-Laden dominieren, wird sich daran nix mehr ändern.

Und ich muss schon sagen: Im Falle Steinbrück waren die zwei Mille wirklich bestens angelegt. Zweifellos eine wirklich optimale Investition.

Und bei den Frauen kommt uns Peer ganz schlecht an, warum auch immer. Vielleicht schwitzt er zuviel, wer weiß.

Ist zwar im Grunde wurscht, weil man das Pseudowahl-Affentheater, also den Kampf der Werbeagenturen, eh nicht allzu ernst nehmen sollte.

Aber als Befindlichkeits-Schlaglicht mag's ja immerhin taugen.

Ich jedenfalls werde mich am Wahlsonntag mal so richtig ausschlafen und meine Stimme vielleicht per Briefwahl verschicken, allerdings ziemlich lustlos, eher aus Gewohnheit, aber ohne Illusionen.

Denn wenn Wahlen wirklich was ändern würden, dann wären sie - na, Sie wissen schon. Weshalb ja eben in der alles entscheidenden Ökonomie gar nix zur Wahl steht.

Und man stelle sich einfach mal vor: Es ist wieder Wahl und kaum einer geht hin. Würde mich wirklich interessieren, was dann geschähe. Wahrscheinlich aber gar nix.

Das ist ein sehr schlichtes Argument, die Gegner mit einer....

....einer "Neidkomplex-Debatte" zu beschimpfen. Die Methode Steinbrück wird der SPD die Wahl kosten.

'Eat the rich' ist doch das Motto der Linken.....

Was macht da wohl der Steinbrück?

Oder faellt sein Einkommen gerade noch unter die Geringfuegigkeitsgrenze?

Naja, dann brauchen wir uns vor der 'roten Flut' wohl keine allzu grossen Sorgen machen....

Nein, das müssen Sie im Falle der SPD wirklich nicht; Sie können also ganz beruhigt schlafen.

Der Rechtsaußen-Kandidat, Wunschkandidat vom als Heiligen verehrten Schmidt (Schnauze)

hat sich ins Out bugsiert - jetzt kommt Frank Walter Steinmeier, der ist nicht so gierig und nicht so rechts......

Steinmeier gehört zur gleichen Riege wie Steinbrück. Vergessen Sie besser das "nicht so rechts".

Steinmeier ist der Konkurrent von Steinbrück, jedoch.....

..nur für den wahrscheinlichen Fall, dass die SPD die Wahl verlert und die entstehende Große Koalitiion einen Vizekanzler und Außenminister braucht.

Politiker dürfen sich nicht sponsern lassen

Grundsätzlich ist es gut, wenn Abgeordnete in ihrem angestammten Beruf aktiv bleiben und nicht zu reinen Berufspolitikern verkommen. So bleibt der Kontakt zum Volk aufrecht. Doch bei Steinbrück handelt es sich um einen Berufspolitiker, der aufgrund seiner politischen Tätigkeit zu Nebenverdiensten gekommen ist.

Ein Honorar von 15.000 € lässt sich nicht durch Zuschauereinnahmen finanzieren. Niemand würde 60€ ausgeben um eine Reede von Steinbrück zu hören. Auf diesen Betrag komme ich wenn ich das Vortragshonorar + MwSt durch angenommene 300 Besucher dividiere. Steinbrück argumentiert mit seinem Werbewert, doch sollte ein Politiker weder Werbung betreiben, noch sollte er sich sponsern lassen.

Politikern sollten alle Nebentätigkeiten untersagt werden

damit sie sich voll und ganz ihrem Job als Volksvertreter widmen können und gar nicht erst der Verdacht von Korruption und Vorteilsnahme entstehen kann.

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