Tierschützer dürfen nicht mit Holocaust-Vergleich werben

Verbot von PETA-Plakataktion in Deutschland war rechtens

Straßburg - Das Verbot einer Tierschutz-Plakataktion mit dem Titel "Der Holocaust auf Ihrem Teller" im Jahr 2004 in Deutschland war rechtens. Deutsche Gerichte hätten aus besonderer Rücksicht auf jüdische Mitbürger gehandelt, hieß es in einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) am Donnerstag. Auf den Postern waren unter der Aufschrift "lebende Skelette" nackte KZ-Insassen neben Fotos verhungernder Rinder zu sehen.

Gegen die damals geplante Plakataktion hatten Mitglieder des Zentralrates der Juden in Berlin mit Erfolg geklagt. Die Tierschutzvereinigung PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) hatte in Straßburg eine Verletzung der Meinungsfreiheit geltend gemacht. Gegen das Urteil kann Berufung beantragt werden. (APA, 9.11.2012)

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Ich bin der Überzeugung, dass Tiere genauso wie Menschen Schmerz empfinden und als Anti-Speziesist nehme ich auch keine Wertung vor, welches Leid schlimmer ist.

aber: Die Tierrechtsbewegung ist von Akzeptanz in der Bevölkerung abhängig. Die Menschen müssen das Gefühl haben, dass die Tierrechtler überzeugend argumentieren und dass es sich bei ihnen nicht um Verrückte, sondern um rational denkende, engagierte Leute handelt. Durch solche Aktionen verliert die Bewegung an Sympathien, indem sie (unabhängig davon, ob der Vergleich zulässig ist oder nicht) ein Tabuthema aufgreift. Das finde ich schade, denn peta ist eine große Organisation, die durchaus Potential hätte, Einiges zu erreichen. So geht's nicht...

Peta ist leider extrem. /:
Ich bin auch für bessere Tierhaltung, aber die Sachen, die Peta oft so macht sind halt leider oft nicht im Bereich des rationalen.

Wenn Sie nicht in der Lage sind zwischen den Opfern zu differenzieren, dann vielleicht bei den Tätern? Bei den Nazis war es Vernichtung um der Vernichtung willen aus Hass. Wird das nicht verharmlost und sogar verniedlicht, wenn man es mit der Herstellung von Hamburgern vergleicht?
Der Vergleich ist aus vielen Gründen inhaltlich falsch und bleibt wegen der pietät- und geschmacklosen Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und der Verharmlosung der Täter unzulässig!

[...] den Nazis war es Vernichtung um der Vernichtung willen aus Hass [...}

Sind Sie sich sicher? Eigentlich denke ich mir eher, es war Verachtung - nicht Hass.
Hass wurde vielleicht geschürt - aber die Vernichtung war der Verachtung geschuldet.

Und da unterscheidet sich - glaube ich - der Anspruch. Verachtung auf der einen Seite - überhaupt kein Gefühl auf der anderen Seite.

Ja, ich bin sicher.
Es war Rassenhass und Hass gegen Andersartige.
Aus Verachtung bzw. fehlender Achtung/Gleichgültigkeit allein wird niemand umgebracht oder gefoltert.
Wenn ich sie richtig verstehe, versuchen Sie, die Motive der Nazis kleiner zu machen, um sie näher an die Motive zu bringen, die Sie Fleischessern und -Verarbeitern vorwerfen. Das ist verwerflich!

Es ist in beiden Fällen mitunter extreme Machtgier und Sadismus im Spiel und ich zweifle überhaupt nicht daran, dass auch bei Schlachtern und sonstigen Menschen, die Tiere quälen und töten, sehr viele Sadisten anzutreffen sind, "weil sie halt dürfen". Wenns von heute auf morgen bei Asylwerbern erlaubt sein sollte, zu quälen... herje, ich will mir nicht ausmalen, was DAS für Auswüchse gäbe!

Die Motive sind also unterschiedlich, aber die Methoden durchaus vergleichbar.

Nein, auch die sind nicht in ausreichenden Maße vergleichbar und welbst wenn einzelne Dinge wirklich ähnlich wären, ist das für so eine Entgleisung zu wenig.

Sie verwechseln Entgleisung mit legitimem Vergleich.

Nein, tu ich nicht. Die überwältigende Mehrheit der Menschen und auch das Gericht sehen das auch so.

Wie das Gericht festgestellt hat, ist es kein legitimer Vergeich. Obwohl dazu eigentich lein Gericht vonnöten gewesen wäre, jeder halbwegs normale Mensch sieht das auf einen Blick.

Sie setzen also die Vernichtung von Millionen Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen usw, die erfolgt ist, weil man diese GRuppen vernichten/aussclöschen wollte, mit der Tötung von Tieren, die dann zur Nahrungsaufnahme für Menschen dienen, gleich?

Dabei handelt es sich wohl um keinen legitimen Vergleich, egal wie man zur Nahrungsmittelindustrie in der derzeitigen Form seht.

Wie schon gesagt: Die Zielsetzung ist eine andere, die Methoden sind die gleichen.

Fortsetzung

....., wenn Kinder vegan ernährt werden.

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass die derzeitige Massentierhaltung definitiv zu hinterfragen ist, aber das Hinterfragen mittels geschmacklosen Gleichstellungen führt nur dazu, dass man gar nicht erst in der Sache selbst zu diskutieren beginnt (beginnen kann).

Ich glaube kaum, dass Tiere mit Zyklon B getötet werden. Also sind diese Methode schon mal nicht gleich.
Auch glaube ich nicht, dass Tiere gezwungen werden, Vernichtungswaffen (V2 im Dora Mittelbau zB) unter so unmenschlichen Bedingungen zu bauen, das nur die wenigsten überlebt haben (allg "Vernichtung durch Arbeit"). Eine zweite Methode, die nicht gleich ist. Forsetzung jederzeit möglich.

Nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich.

Und grunsätzlich ist anzumerken, dass der Mensch biologisch ein Allesfresser ist. Das zeigt sich inbesondere daran, dass Veganer nur mit Nahrungserzänzungmittel ohne gesundheitliche Schädigungen leben können (und fragen Sie mal Kinderärzte, was die aus rein medizinscher Perspektive davon halten,......

"dass Veganer nur mit Nahrungserzänzungmittel ohne gesundheitliche Schädigungen leben können"

*LOL* Recht amüsant, Ihre Theorie! Ich schätze - zumindest - den hohen Unterhaltungswert so mancher Postings hier…

nachlesen unter: http://www.vegan.at/vgoe/erna... inb12.html
u.a.:
"Im Falle eines Vitamin B12 Mangels jedoch, sind VeganerInnen wegen ihrer überdurchschnittlich guten Folsäureversorgung einem erhöhten Risiko ausgesetzt ohne vorwarnende Leitsymptome das Krankheitsbild einer funikuläre Myelose zu entwickeln, die schnell zu irreversiblen Schäden am Nervensystem führen kann."

auch Auszug aus : http://de.wikipedia.org/wiki/Veganismus

Soweit ich weiss werden die männlichen Küken auch mittels Gas getötet, da diese als Legehühner nicht in Frage kommen.

Tiere können natürlich keine Waffen bauen, sondern dienen nur der Nahrung. Das Prinzip der Ausbeutung (zu welchem Zweck auch immer) trifft auch hier zu.

Bei den Ärzten scheiden sich die Geister, so wie bei Wissenschaftlern.

Sie können es nicht verstehen, da ihr Wertekatalog völlig durcheinander ist, aber wenn 100 Millionen Kücken "vergast" werden, ist das nichts gegen den Tod eines Menschen in einer Gaskammer.

Mein Wertekatalog unterscheidet nicht zwischend en Lebewesen; Ihrer schon.

Ja eben: Du bist diesbezüglich gestört, die meisten anderen nicht.

Die Ausbeutung war ein Nebenaspekt um die ging es nicht. Millionen Juden und andere gingen direkt ins Gas oder wurden erschossen ohne jeden wirtschaftlichen Nutzen.
Mich macht die Verdrehung und Verharmlosung der Nazi-Verbrechen durch Euch Tierschutzfanatiker betroffen.

wirtschaftlicher Nutzen

Zwangsarbeit ist eigentlich schon ein wirtschaftlicher Nutzen, oder?

Haben alle jüdischen Opfer Zwangsarbeit leisten müssen? Nein, Millionen kamen direkt aus dem Wagon ins Gas oder wurden von der SS erschossen. Zwangsarbeit mussten auch Kriegsgefangene Sodaten auf allen Seiten verrichten. In den KZs war sie aber eines von vielen Mitteln zur Vernichtung.
Mir wird die Diskussion hier schön langsam zu dumm. Muss ich hier wirklich die Motive der Nazis für den Holocaust erklären? Das sollte ein Mittelschüler wissen, dass es da nicht vorrangig um wirtschaftliches ging, sondern um Rassenhass und Hass gegen alle "andersartigen".
Dass man gegen die Fleischindustrie ist, ist ja eine legitime Haltung, aber ich verstehe nicht, warum man die Geschichte verdrehen muss, nur damit man einen provokanten Vergleich hat.

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