IWF erhöht Druck auf Spanien

Spanien ziert sich bisher, einen Hilfsantrag beim Krisenfonds ESM zu stellen, für den IWF ist der Einsatz der EZB "entscheidend"

Washington/Madrid - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den Druck auf Spanien erhöht, die europäischen Partner um Hilfe zu ersuchen. Länder unter Finanzmarktstress sollten die Rettungsmechanismen in Anspruch nehmen, heißt es in einem Papier, das der Währungsfonds für den G-20-Gipfel am 4. und 5. November in Mexiko vorbereitet hatte.

Bisher kein Hilfsantrag

Spanien, das unter einer geplatzten Immobilienblase und einer tiefen Rezession leidet, ziert sich bisher, einen Hilfsantrag beim Krisenfonds ESM zu stellen. Ein solcher Schritt wäre Voraussetzung, damit die Europäische Zentralbank (EZB) beginnen kann, Anleihen zu kaufen. Dadurch könnte die Notenbank die Zinsen senken, die Spanien für neue Kredite zahlen muss. Der Einsatz der EZB sei "entscheidend", betonte der IWF.

Dem Währungsfonds zufolge sind zumutbare Refinanzierungskosten wesentlich für den Erfolg der wirtschaftlichen Anpassungsprozesse und die Bemühungen, den Haushalt auszugleichen. Niedrigere Zinsen und leichtere Finanzierungskonditionen seien Schlüsselfaktoren, um die Zahlungsbilanzen in der Euro-Peripherie zu reparieren und dort Wachstum zu ermöglichen, schreiben die Experten des Währungsfonds.

Der IWF begleitet die Reformprogramme der Länder unter dem Euro-Rettungsschirm - bisher Irland, Portugal und Griechenland - und finanziert diese auch mit. Die EZB hat bereits mehrfach betont, dass sie den Währungsfonds auch bei einem möglichen Programm für Spanien mit dabei haben will. (APA, 9.11.2012)

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