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Sorgenfrei überwintern sollen auch die Igel dürfen, und dazu kann man aus Reisig, Laub und ein paar stützenden Steinwänden ein Art Verschlag für die spitzzähnigen Schmatztiere bauen.
November. Was soll man da als Gärtner noch sagen. November ist und bleibt einer der zwölf schönsten Gartenmonate im Jahr. Der Tag beginnt und endet rituell. In der Früh reicht ein Blick auf das Außenthermometer, um über den Zustand seiner sich im Freien befindlichen Pflanzen bewusst zu sein. Plusgrade bedeutet alles im positiven Bereich. Abends sieht das Ritual ähnlich aus, nur dass der rückblickende durch einen vorausblickenden Blick ersetzt wird: Die Wetterberichte und Vorhersagen werden studiert und nächtliche Frostwahrscheinlichkeiten bestimmt. Jetzt wird wieder gezockt, jetzt zählt wieder jeder Tag, den die nicht winterfesten Pflanzen zusätzlich im Freien verbleiben können. Oft geht das bis tief in den Dezember gut, denn die meisten Pflanzen halten auch einige wenige Minusgrade aus.
Zwischen Früh und Abend gibt es trotzdem noch jede Menge Sinnvolles für den Novembergärtner zu tun. Da wäre einmal die Sorge um die Infrastruktur technischer Natur. Akkus diverser Gartengeräte gehören frisch geladen, aneinanderreibende Elemente wie die Messer der Gartenscheren oder Handmäher gehören geölt und die Bewässerungströpfelei auseinandergenommen und verstaut.
Die Haupttätigkeit schlechthin im November ist aber die Laubarbeit. Unablässig streuen die Bäume ihr Laub auf die Gärten, und Herr und Frau Gartel kommen mit dem Rechen nicht nach und füllen Biotonne um Biotonne mit dem haufenweise zusammengerechten Laub. Das tut aber gar nicht not. Denn nur auf Rasenflächen und anderen niedrigen, kriechenden Pflanzen sollte keine Laubschicht liegenbleiben. Denn sie würden unter der Schicht zu faulen beginnen.
Zwischen Stauden jedoch und auf leeren Gemüsebeeten hingegen ist eine dicke Laubschicht herzlich willkommen. Sie schützt den Boden vor Erosion, hält Käfer und anderes Insekt warm und bei Laune und dient damit einer Stabilisierung des Ökosystems Garten über die Wintermonate hinweg. Diese circa zwanzig Zentimeter dicke Laubschicht ist wie ein Puffersystem, das die klimatischen Extremwerte abfedert und kleine bis mittlere Katastrophen bei den Insekten verhindert.
Aber auch als Kompostvorrat ist das Laub dienlich. Am besten, man hält es in irgendeinem Winkel in Kompostnähe zusammen. Dann kann man im folgenden Frühjahr das Laub für schichtweises Anfüttern des Komposts verwenden. Besser geht es nicht. Weiters ist das Laub natürlich eine natürliche Mulchschicht. Unter Sträuchern und Ziergehölzen schützt es Boden und Wurzeln und garantiert sorgenfreies Überwintern.
Sorgenfrei überwintern sollen auch die Igel dürfen, und dazu kann man aus Reisig, Laub und ein paar stützenden Steinwänden ein Art Verschlag für die spitzzähnigen Schmatztiere bauen. Es reicht aber auch eine Zone im Komposthaufen, die den Winter über bis ins Frühjahr hinein unberührt bleibt.
Etwas größer und nicht weniger possierlich ist mein Dauergast im Garten, Meles meles semmelweisii, wie man auch zum Europäischen Dachs in Gersthof sagen kann. Dieser hundeartige Marder ist ein Raubtier, das sich auch ganz gerne von Pflanzen ernährt. Kaum wird es dunkel rund um die Semmelweisklinik, verlässt er deren weites Areal und trottet die Gegend ab, auf der Suche nach jenen Gärten, die, sagen wir es höflich, ein wenig unaufgeräumter sind. Dort hört man ihn dann schnaufend graben, stets auf der Suche nach Würmern und anderen tierischen Proteinquellen unterhalb der Grasnarbe. Er kennt seine Plätze. Überall dort, wo die Erde weich und rieselig ist, gräbt er dann ein fußballtiefes Loch und setzt seine Losung hinein.
Am nächsten Novembermorgen gehört es somit auch zu den ersten Tätigkeiten, den Garten nach Grabversuchen und Losungshinterlassenschaften abzusuchen, festzustellen, was Meister Grimbart denn so zuletzt gefuttert hat und dankbar die aufgegrabene Erde samt Düngereinwaage auf den Kompost zu schaufeln. Danke, November, dass es dich gibt. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 9.11.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
interessant zu wissen wäre:
stellt man jetzt den wecker auf nachts 1 uhr?, 3 uhr? zur temperaturkontrolle...
und danke sehr für die paar sätze über den igel,
hätte ruhig mehr sein könnne
bonus: fesches igl-foto
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