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Alexandra M. Timmel und Fritz Hammel als Mama und Papa Klein. Ganz links: das Arbeitgeber-Krokodil.
Wien - Kindererziehung ist auch nur ein Spiel. Wenn Papa nach der Arbeit keine gute Stimmung verbreitet, dann muss er eben noch mal zur Tür hereinkommen. Und dem Kind Positives vermitteln über einen Job, der ihn eigentlich ankotzt.
In Vater Mutter Geisterbahn, das unter der Regie von Anselm Lipgens erstmals in Österreich im Theater Drachengasse zu sehen ist, erzählt Martin Heckmanns von einem jungen Paar, das mitten im Studium Nachwuchs bekommt. Fortan versuchen Mama (Alexandra M. Timmel) und Papa Klein (Fritz Hammel), ihren Otto (Simon Jaritz) richtig zu erziehen.
Anna Katharina Jaritz' Ausstattung lässt erkennen, wie schnell die Zeit vergeht: Der Flickenteppich aus der Studentenwohnung weicht im Laufe der Jahre neueren Modellen, die aufblasbaren Sessel wechseln von knallbunt zu dezent.
Die Wohnung ist Bühne für die zu einer dramaturgischen Versuchsanordnung überspitzte Erziehung. Alexandra Timmel als lässig-emanzipierte Mutter und Fritz Hammel als grandios manischer Möchtegern-Regisseur spielen nicht vor dem Publikum, sondern vor ihrem Sohn. Sie führen ihm eine heile Welt vor, erklären mittels Kasperltheater den Kapitalismus (den Arbeitgeber gespielt vom Krokodil).
Simon Jaritz lässt es über sich ergehen, anfangs als Riesenbaby im bedruckten Strampler ("I love Grandma"), später als Teenie im Star Wars -Shirt. Von Beginn an spricht er mit der Stimme eines Erwachsenen.
Zwischen den oft sehr lebensnahen Spielszenen (etwa wenn die Eltern nachts auf den Sohn warten) halten die Figuren immer wieder inne und reflektieren über Erziehungs- und Familienangelegenheiten. Besser und überzeugender aber ist das Stück, wo es den Erziehungswahnsinn in pointierten Spiel-im-Spiel-Szenen zeigt. (Andrea Heinz, DER STANDARD, 9.11.2012)
Bis 8.12.
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