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vergrößern 500x857Nunmehr mit Schal für "halboffizielle Gelegenheiten aller Art" versehen: Lukas Resetarits.
Wien - Insignien, Dekret und neuerdings ein künstlerisch gestalteter Österreich-Schal, der dem Ganzen "einen Schuss Patriotismus in Anführungsstrichen" verleihen sollte, wie Kulturministerin Claudia Schmied erklärte: Das alles erhielt Lukas Resetarits am Donnerstag im Zuge der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens des Republik Österreich an den Kabarettisten, Schauspieler und Musiker.
Resetarits finde häufig passende Worte zu unpassenden Gelegenheiten, die den Kern der Sache vorbringen, nicht aufweichen würden, erklärte Schmied im prall gefüllten Audienzsaal des Unterrichtsministeriums: "Wer 30 Jahre lang einen künstlerischen Beruf ausübt, braucht nicht nur Disziplin und Können, sondern auch eine gewisse Leichtigkeit des Seins und einen Wiener Schmäh", so die Ministerin weiter. Den beweise Resetarits immer wieder, deshalb sei es ihr eine besondere Freude, Resetarits für seine künstlerischen Leistungen, aber auch für sein gesellschaftspolitisches Engagement das Ehrenzeichen zu verleihen.
Die Unabhängigkeit des Kabarettisten strich auch Laudator Franz Schuh hervor, der Resetarits "als junger Mann an einem Ort für Gestrandete" kennenlernte. Wenn man die Kunst von Resetarits verstehen wolle, dürfe man nicht glauben, dass man deshalb lache, weil es das Gegenteil von ernst ist. "Mit Lukas Resetarits haben wir einen, der altersmäßig in Pension gehen könnte, aber die Unruhe bewahrt", so der Laudator in Anspielung auf Resetarits aktuelles Programm "Unruhestand". "Ich wünsche mir, dass er noch möglichst lange durch sein Spiel die Jungen alt aussehen lässt", erklärte Schuh in seiner Rede.
"Ich finde es gut, dass der Staat Ehrenzeichen an jene verleiht, die ihm kritisch gegenüberstehen", erklärte Resetarits. Den Schal werde er bei "halboffiziellen Gelegenheiten aller Art" ausführen, wenn auch nicht gerade auf den Opernball. "In letzter Zeit werde ich immer wieder gefragt: Hättest du so eine Auszeichnung vor 25 Jahren auch angenommen? Damals wahrscheinlich nicht", meinte Resetarits. Zu groß sei damals die Angst gewesen, die persönliche Unabhängigkeit zu verlieren. "Inzwischen bin ich aber sehr froh", so Resetarits. "Ich bin ein paradoxer Patriot. Sonst würde ich mir nicht so viele Sorgen um das Land Österreich machen."
Statt einer Leistungsschau des Bundesheeres am Nationalfeiertag wünsche er sich eine Leistungsschau der Bildung. Für Ministerin Schmied gab es daher in der Dankesrede des Kabarettisten den Wunsch für genug Geld, um Schulen umzusetzen, die diese Leistungsschau verwirklichen können sowie die besten Wünsche für die Verhandlungen in der am Freitag stattfindenden Regierungsklausur. (APA, 8.11.2012)
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