Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Wien - Zu viel Budget, zu viel Personal, zu wenig Kontrolle und zu wenig Effizienz: Ein schlechtes Zeugnis hat der Rechnungshof (RH) in seinem am Donnerstag veröffentlichten Prüfbericht dem 2008 aus dem Unterrichtsministerium (BMUKK) ausgegliederten Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) ausgestellt, das etwa für die Zentralmatura zuständig ist. Die durch die Ausgliederung erhoffte Effizienzsteigerung in der Projektabwicklung ist "für den RH nicht feststellbar". Es wird daher empfohlen zu evaluieren, "ob die an das BIFIE übertragenen Aufgaben nicht selbst durch das BMUKK erledigt werden können".
Aufgaben des BIFIE sind etwa Entwicklung von Bildungsstandards, Evaluierung der Neuen Mittelschule (NMS) und internationale Bildungsvergleichsstudien. Dennoch hat das Ministerium laut RH nicht alle Projekte, die in die Kernaufgaben des BIFIE fallen, auch dorthin verlagert. Gleichzeitig gab das Ministerium dem Institut keine klaren wirtschaftlichen und operativen Ziele vor, was eine effiziente Steuerung erschwere und eine Erfolgsmessung verunmögliche. Der RH rügte das Ministerium auch dafür, dass in den Gesetzesnovellen die finanziellen Auswirkungen von BIFIE-Projekten "ungenügend" dargestellt seien.
Das BIFIE selbst fiel unterdessen mit ungenügendem Projektcontrolling auf: Vorgaben für Controlling und Kontrolle des Projektfortschritts fehlen. Im Direktorium ortet der RH zudem eine "schwach ausgeprägte kaufmännische Kompetenz": Es wurde das Vier-Augen-Prinzip im Direktorium nicht immer eingehalten und Personen beschäftigt, die in einem familiären und wirtschaftlichen Naheverhältnis standen. Das im BIFIE-Gesetz vorgesehene umfangreiche Planungs- und Berichterstattungssystem sei "nicht zufriedenstellend umgesetzt", die Quartalsberichte für den Aufsichtsrat nicht aussagekräftig genug.
Günter Haider, Direktor des Zentrums in Salzburg, verwehrt sich gegen die Kritik: Es sei "unverständlich, warum trotz nachgewiesenem praktischem kaufmännischem Erfolg undifferenziert Kritik geübt und fehlende Kompetenz moniert würden", wird er zitiert. Das BIFIE verweist darauf, dass es "durch Eigenmächtigkeiten von Führungskräften und groben Pflichtverletzungen zum Übertreten bzw. Nicht-Beachten des Vier-Augen-Prinzips und des bestehenden Internen Kontrollsystems gekommen" sei. Hintergrund: Der zweite Direktor Josef Lucyshyn war Ende März wegen "wesentlicher Schwächen im internen Kontrollsystem" abberufen worden.
Das Institut kam das Ministerium wesentlich teurer als ursprünglich geplant: So stiegen die Zuwendungen zwischen 2008 und 2010 auf mehr als das Doppelte (15,12 Millionen Euro) an, wobei laut RH Leistungen extra bezahlt wurden, die eigentlich zu den Kernaufgaben des BIFIE gehören. Auch der Personalstand war mit mehr als hundert Mitarbeitern deutlich höher als die im Ministerium aufgelassenen Stellen, zusätzlich wurden viele Dienstleistungen unter anderem an Universitäten ausgelagert. Auch die Kosten für internationale Studien wie PISA stiegen, zwischen 2008 und 2014 ist laut RH ein jährlicher Anstieg um mehr als die Hälfte der Kosten budgetiert. Gleichzeitig konnte das Institut große Bankguthaben von 8,49 Mio. Euro bunkern, indem Dreijahrespläne nicht eingehalten wurden, bemängelt der RH.
Durch die Einrichtung der zwei großen Zentren in Salzburg und Wien gebe es zudem Doppelstrukturen und Ineffizienzen in Verwaltung und Aufgabenerfüllung. Und an den ehemaligen Standorten Klagenfurt und Graz gibt es zwar durch deren Auflassung nichts zu tun, aber unkündbares Personal und daher auch Büros.
Und auch inhaltliche Kritik bringt der RH ein: So habe der Wissenschaftliche Beirat des BIFIE im Frühjahr 2011 etwa die Konzeption der Zentralmatura bemängelt: "Die bisherigen Verfahren erscheinen aber nur schwach testtheoretisch begründet, in der Durchführung wenig praktikabel und in der politischen Legitimation auffällig." Der genaue Umsetzungsstand von Projekten wie den Bildungsstandards war für den RH nicht nachvollziehbar, gleiches gilt für die Zentralmatura. (APA, 8.11.2012)
Othmar Karas, Vizepräsident des EU-Parlaments, stellte sich den Fragen der Schüler
Wegen spätem Gesetzesbeschluss - Sollen aber laut Unterrichtsministerium bereits unter dem Semester kommen
Der Adler, ein Präsident in wechselnder Besetzung und das Kreuz: Diese Trinität hängt in Österreichs Schulen
In den meisten anderen europäischen Ländern sind schon Schulferien - Auch bei Feriendauer unterer Durchschnitt
In Vorarlberg tagte der BürgerInnenrat zum Thema Bildung - Die Politik will die Vorschläge aufnehmen
Auswahl an Pflichtschulen wird durch 1.000-Punktesystem konkret gewichtet - Externe Begutachtung der Bewerber durch Personalberatungsfirma
Beteiligung in Deutsch und Mathematik nach wie vor gering - 88 Prozent der AHS erproben bereits Zentralmatura
Ab 2014 jährlich 160 Millionen für Investitionen und Personal - Mödlhammer will mehr Lehrer am Nachmittag
Leichte Verbesserung bei Volksschülern - Evaluierung der Leseförderung geplant
Sozialdemokratische Lehrergewerkschafter verlangen fixe Eckpunkte noch vor Wahl
Gisela Raupach-Strey über sokratische Gespräche mit Herr und Knecht, die Lehrertugend der Zurückhaltung und Ethik ohne erhobenen Zeigefinger
Schmied: "Pionierschule für praktisch alle wichtigen Schulentwicklungsprojekte"
Monika Prock ist seit elf Jahren Bezirksschulinspektorin - Sie will ohne Zeigefinger und auf Augenhöhe kontrollieren
Sprachwissenschafter halten das Vorhaben der Regierung, die Schulreife von Deutschtests abhängig zu machen, für "stümperhaft"
Welche Rolle die Überzeugung im Kopf spielt und wie Lehrer die Kinder für Prüfungen wappnen können, sagt Psychologin Schmitz
Schmied weist von GÖD behaupteten Abbau von 800 Planstellen zwischen 2002 und 2012 zurück - Stellen-Minus vor allem durch Reinigungskräfte
14-Jährige in ganz Österreich werden geprüft
Ein neuer Infofolder gibt Tipps, um Homo- und Transphobie an der Schule abzubauen
10 Millionen Euro teures Programm sollte ursprünglich schon ab 2011 eingesetzt werden
Jörg Dräger, im Vorstand der Bertelsmann-Stiftung für Bildung zuständig und ehemaliger parteiloser Wissenschaftssenator in Hamburg, über Kellerkinder und Elternangst in der Mittelschicht
In der Polytechnischen Schule im 15. Bezirk in Wien kümmern sich die Lehrer vor allem um soziale Probleme und eine Lehrstelle
Wie programmiere ich einen Roboter? An der TU Wien geben Studierende ihr Wissen an Schüler weiter
Zehn Prozent der Schüler besuchen eine Privatschule - Eltern erklären, warum sie sich gegen eine öffentliche Schule entschieden haben
Montessori-Methoden und Lesepaten: Zahlreiche User schickten Vorschläge zur Sprachförderung
Zu wenig Kontrolle! Und das ist auch gut so! Wenn diese Einrichtung die Unabhängigkeit verliert und wieder vom Miniterium gegängelt wird, kann man die Ergebnisse vergessen!
Sicher: Man könnte einiges verbessern (wie man hört, regieren dort nicht Parteibuch sondern Verwandtschaftsverhältnisse) aber grundsätzlich ist eine Unabhängigkeit gut!
Ich bin fassunglos ... nachzulesen unter http://www.bmukk.gv.at/service/b... bifie.xml. Und künftige Lehrkräfte lässt man trotz fast unverändert langer Ausbildung (4 Jahre anstatt 4,5) zum Gehalt von Nichtakademikern arbeiten, bürdet ihnen eine höhere Arbeitszeit auf und lässt sie "nebenbei" auch noch den Master machen, ohne den es keine Fixanstellung geben soll.
Was Österreich braucht, ist ein weiteres Meta-Institut: Bundesinstitut für BFIE Controlling!
Wenn man sich allerdings einiges der Materialien anschaut, die vom BIFIE publiziert werden (Unterrichtsmaterialien) - die sind wirklich nicht schlecht!
Die EIGENTLICHE Krankheit liegt woanders: Zeitgeist der aufwändigen Zertifizierungen, Evaluierungen, Standardisierungen. Eine gute Absicht an sich steckt dahinter: Qualitätssteigerung. Das Problem: Vom Fiebermessen vergeht kein Fieber. Zentralmatura? Bürokratische Schnappsidee. Dadurch wird keiner g'scheiter oder weniger g'scheit. ...
Das BIFIE war ja dafür gedacht, ideologische und BlutsVerwandte dort unterzubringen. Bekannt wurde es vor allem für die vielen Pannen, die bei der praktischen Durchführung von Übungszentralmatura usw. schon vorgekommen sind, und die teilweise ins Lächerliche geführt haben.
durchaus dem nö. Landtag ebenbürtig.
Wenn der RH etwas bemängelt, ist das halt einfach falsch.
Und aus.
Übrigens heißt es "sich gegen Kritik verwahren". Verwehren kann man nur jemandem etwas, z. B. einem Bildungsexperten den Zugang zum Schulgebäude. Sprachlich zumindest wäre das möglich, rechtlich leider nicht immer.
Der Standort Graz existiert seit den frühen 70-er Jahren als "Zentrum für Schulentwicklung, Abteilung Evaluation und Schulforschung" mit rund 10 Mitarbeitern und wurde 2008 in das neu gegründete BIFIE ausgegliedert. Mit 2012 wurde es als eigenständige Organisationseinheit aufgelöst, aber als Standort wegen der hier vorhandenen Kompetenz und auch aus dienstrechtlichen Gründen erhalten. Aufgrund von Pensionierungen ist der Personalstand in Graz derzeit bei 7 Personen, die keineswegs "nichts zu tun haben" sondern, wie ein Blick auf die Website des BIFIE zeigt, die bundesweite Evaluation der Neuen Mittelschule sowie der Schuleingangsphase durchführen. Der damit verbundene Arbeitsaufwand lastet die wenigen Kolleginnen und Kollegen zur Gänze aus.
für die neoliberalen Vordenker im RH ist Forschung (abseits der Ökonomie und NaWi) sowieso verschwendung per se.
Das Bifie hat gute Leute, die schwer zu bekommen sind und macht Projekte, die international Anerkennung finden. Deutschland leistet sich ähnliches ohne Einspruch der Hobby-Hayeks!
dass dort nur echte Bildungsexperten beschäftigt sind. Diese Leute sind eigentlich unbezahlbar, vor allem wenn sie derart effizient arbeiten. Nur solche Vordenker können uns endlich aus der pädagogischen Steinzeit befreien, in der wir gefangen sind.
Wie wahr,
es kommt halt auch immer darauf an, wie reflektiert man in dieser Hinsicht ist oder sein kann.
Andererseits sind es oft auch jene, die über den Tellerrand scheinbar einfacher Sachverhalte hinausgeschaut haben, die andere, möglicherweise ähnlich einfache Zusammenhänge gefunden haben, welche die Wirklichkeit aber viel besser beschreiben.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.