Völler kritisiert Schlands Testspiel gegen Oranjes

8. November 2012, 17:37
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Früherem DFB-Teamchef gefällt weder der Termin noch der Länderspielgegner

Keine Experimente, keine Rücksicht auf die Stars: Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw wird beim Prestigeduell gegen den Erzrivalen Niederlande am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) in Amsterdam trotz der derzeit hohen Belastung für die Profis auf seine Stammkräfte setzen. Vier Wochen nach dem historischen 4:4 gegen Schweden in der WM-Qualifikation sollendie DFB-Elf eine Chance zur Wiedergutmachung erhalten. Zudem will Löw mit einem überzeugenden Jahresabschluss verhindern, dass sich die jüngsten Diskussionen um die Defensive, um Führungsspieler und Hierarchien vor der dann folgenden dreimonatigen Länderspielpause noch weiter verschärfen.

Völler: "Vollstress"

Kritik zum Länderspielklassiker kommt von Leverkusen-Sportdirektor Rudi Völler. Dem ehemaligen Teamchef der DFB-Elf missfallen der Termin und vor allem die Gegnerauswahl. "Ich frage mich: Warum findet es überhaupt statt? Die Spieler sind aktuell im Vollstress", schrieb der Sportdirektor von Bayer Leverkusen in einem Beitrag für das Fachmagazin kicker: "In dieser Phase der Voll- oder besser: Überbeschäftigung bedeutungslose, aber trotzdem brisante Länderspiele zu terminieren, halte ich für falsch."

Dass die Nationalmannschaft nach dem peinlichen 4:4 nach 4:0-Führung gegen Schweden sich in Bestbesetzung im Spiel gegen den Erzrivalen weiterentwickeln könnte, sieht Völler offenbar als zweitrangig an. "Es müssen nicht immer die Niederlande sein, es kann auch mal ein Gegner sein, der es dem Bundestrainer erlaubt, auf Spieler zurückzugreifen, die nicht so sehr beansprucht sind", monierte Völler: "Auch im Fußball gilt: Was zu viel ist, ist zu viel!"

DFB-Konter

Der Konter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kam prompt. "Für die Weiterentwicklung unserer Mannschaft ist es enorm wichtig, sich auch außerhalb der Qualifikations- und Turnierphasen mit starken Teams zu messen. Natürlich haben wir auch Verständnis für Rudi Völlers Vereins-Perspektive. Aber jeder deutsche Fan wünscht sich doch Länderspiele gegen die großen Fußball-Nationen", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff.

Es sei ja auch "längst bekannt, dass wir in diesem Jahr auch ein Freundschaftsspiel gegen die Niederlande bestreiten werden", ergänzte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock. Dies entspringe einer Vereinbarung mit dem Niederländischen Fußball-Verband (KNVB) über ein Hin- und Rückspiel. Das Hinspiel hatte im vergangenen November in Hamburg stattgefunden. Beim 3:0 der DFB-Auswahl, so Sandrock, sei die Stimmung im Stadion "großartig" gewesen, "so wie es sich für einen Klassiker gehört".

Löw erwartet nach einer Aufarbeitung des peinlichen Remis gegen die Schweden eine Reaktion: "Es ist klar, es muss auch das Bestreben sein, in diesem Prestigeduell ein gutes Spiel zu absolvieren, so wie es gegen Irland und 60 Minuten gegen Schweden war", betonte der DFB-Bundestrainer.

Ohne Khedira und Badstuber

Verzichten muss der 52-Jährige auf die derzeit angeschlagenen Sami Khedira (Real Madrid) und Holger Badstuber (Bayern München). Dafür stehen ihm die Dortmunder Mats Hummels und Ilkay Gündogan sowie Lars Bender (Leverkusen), die zuletzt bei den Qualifikationsspielen in Irland (6:1) und gegen Schweden ausgefallen waren, wieder zur Verfügung.

Löw nimmt seine Spieler vor dem Duell gegen das Team von Bondscoach Louis van Gaal, gegen das es in der EM-Vorrunde im Juni einen 2:1-Sieg gegeben hatte, in die Pflicht. "Wir haben ein unglaubliches Kreativ- und Offensivpotenzial wie vielleicht seit Jahrzehnten nicht mehr. Aber diese Gegentore und Defensivschwächen kann auch ich nicht akzeptieren und will ich auch nicht akzeptieren. Wichtig wird sein, dass wir daran weiter arbeiten", sagte er unlängst. Er stehe aber trotz der Probleme "zu unserer Angriffsphilosophie". Der Ehrgeiz sei mit Blick auf die WM 2014 "ungebrochen". (sid, 8.11.2012)

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    Rudi Völler fragt sich: "Warum findet es überhaupt statt?"

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