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vergrößern 750x500Unverminderte szenische und vokale Intensität: Plácido Domingo in der Titelrolle von Giuseppe Verdis "Simon Boccanegra".
Wien - Unglaubliche 45 Jahre ist sein Debüt an der Wiener Staatsoper her, und immer wieder kann man sich einfach nur wundern, wie es Plácido Domingo nach wie vor schafft, noch immer mit solchem vokalen Glanz zu agieren - gleich, ob er nun Jahrgang 1941 ist, wie er selbst angibt, oder doch um einiges älter, wofür einige Indizien sprechen würden.
All das ist unerheblich, wenn der gefeierte Tenor, der sich seit drei Jahren auf Bariton-Rollen verlegt hat, auf einer Bühne erscheint. Mit der Titelpartie von Verdis Simon Boccanegra hat er in diesem Fach 2009 in Berlin debütiert, nun sang er sie auch wieder in Wien - und das mit unverminderter Präsenz und Energie.
Schwer zu sagen, was man mehr bewundern soll: die - trotz minimaler, aber nur ansatzweise spürbarer Ermüdungserscheinungen - technische Beherrschung seiner Stimme, die Domingo vollendet runde Phrasen, Homogenität und Flexibilität etwa bei der Zurücknahme von Tönen erlaubt, oder seine darstellerische Kraft.
Ein elektrisiertes Opernhaus
Beides zusammen führt jedenfalls zu einer Intensität, die ihm eine singuläre Größe verleiht. Neben dem Glanz und Leiden des Protagonisten reagierten auch seine Mitstreiter ebenso elektrisiert wie das gesamte Opernhaus: die an sich ein wenig herb grundierte Amelia von Barbara Haveman steigerte sich zu glühenden Phrasen, Ramón Vargas gab dem Adorno metallisches Schmettern und fragile Lyrismen. Markant und wuchtig Ain Anger (Fiesco), schön verschlagen Eijiro Kai (Paolo), der sich allerdings - nicht als einziger - erst mit dem Dirigat von Philippe Auguin anfreunden musste.
Zwar musizierte das Orchester mit ihm vibrierend und hochexpressiv, die Koordination mit der Bühne und vor allem mit dem Chor ließ aber allzu oft zu wünschen übrig. Dem Triumph des großen Sängers und seiner Kollegen tat dies freilich keinerlei Abbruch.
Dass man nebenbei den prominenten Namen zum Anlass nahm, um - bei erhöhten Eintrittspreisen - eine Initiative zu unterstützen, welche die " Gesundheitssituation sozial schwächerer Mitmenschen" verbessern möchte, war mehr als eine schöne Geste. Etwas mehr von solcher Solidarität wäre auch andernorts zu wünschen. (Daniel Ender, DER STANDARD, 9.11.2012)
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"Domingo hat mit eiserner Disziplin das Stück
durchgespielt, seine Stimme war kaum erkennbar.
Am schlimmsten war die Ringübergabe.Die Rede
einer Ministerin war so dumm wie ein Polizistenstiefel.Und der arme Placido musste das
alles anhören.Er sah schon aus wie ein Luftballon,
halblehr.Erschreckend !
Um 75,- Euro habe ich die Agonie eines grossartigen
Sengers ansehen müssen !Furchtbar !!! "
also so groß ist die solidarität auch wieder nicht: staatsoper bekommt den normalpreis, den zuschlag darauf bekommt die organisation nein zu arm und krank.
domingo und alle anderen auch werden wohl ihre gage bekommen, sonst wäre dies wohl gesondert erwähnt worden:
Kategorie 1: Euro 500,- ......
"Der dabei enthaltene Zuschlag zum Normalpreis auf die Karten der Kategorien 1, 2 und 3 wird in eine Spende für den Soforthilfefonds von „Nein zu Arm und Krank“ umgewandelt. "
Im 20. Jahrhundert gab es einen gewissen Enrico Caruso, der bis 1921 aktiv war und dem Herrn Tenorbariton einiges voraushatte (wie dieser selbst sagt). Abgesehen davon ist ein Tenor, der die Höhe verloren hat, kein Bariton, was man in jeder Phrase hört. Eingeschränkt bewundern kann man allenfalls, daß jemand, der 1935 geboren wurde, wie in alten Domingo-Interviews nachzulesen ist, überhaupt noch öffentlich Töne von sich gibt. Das ist aber mehr Zirkus als Kunst und läßt die großen Boccanegra-Darsteller, die man auch in Wien gehört hat, nicht vergessen ...
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