Schlechte Infrastruktur kostet Wirtschaftskraft

BIP könnte laut einer Studie um 27 Milliarden Euro pro Jahr höher sein. Schiene, Schifffahrt, Post und Luftfahrt kritisch gesehen

Wien - Österreichs Wirtschaftsleistung könnte heuer um gut 27 Milliarden Euro (9 Prozent) höher sein, wäre die Infrastruktur entsprechend ausgebaut. Kumuliert betrage der seit 2005 entstandene Wertschöpfungsverlust durch Infrastrukturmängel 181,1 Milliarden Euro - das geht aus dem "Future Business Austria Infrastrukturreport 2013" hervor, der auf Umfragen unter österreichischen Managern sowie Analysen von Roland-Berger-Partner Roland Falb und Volkswirt Bernhard Felderer basiert.

Rückfall

Österreich habe als Wirtschaftsstandort aufgrund einer fehlenden Gesamtstrategie für den Infrastruktur-Ausbau in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität verloren, sagte David Ungar-Klein, Herausgeber des Infrastrukturreports. Innerhalb von vier Jahren sei Österreich im Global Competitiveness Report des Weltwirtschaftsforums im Infrastrukturbereich von Rang 4 auf Rang 8 zurückgefallen. Das Schweizer Institut IMD habe Österreich im "World Competitiveness Scoreboard 2012" von Rang 18 auf Rang 21 zurückgestuft - im Jahr 2007 habe Österreich noch den 11. Platz belegt.

"Die gute Botschaft ist: Österreich hat sich im europäischen Vergleich gut behaupten können", sagte Falb. Verglichen mit zehn europäischen Ländern, zu denen es starke Wirtschaftsbeziehungen gebe, habe sich Österreich hinter Frankreich auf Platz zwei gehalten. "Im internationalen Vergleich verlieren wir aber jedes Jahr ein paar Ränge." Das zeige aber, dass Europa insgesamt an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China, Japan, Südostasien, aber auch Australien oder Südamerika verliere, erklärte Falb.

Zentraler Standortfaktor

Laut der jüngsten Umfrage stelle die Infrastruktur für 49 Prozent der Manager (2007 noch 29 Prozent) die wichtigste Größe für einen Wirtschaftsstandort dar, erklärte Ungar-Klein. Für 50 Prozent der Befragten sei dieser Bereich als "einer von mehreren" Standortfaktoren von zentraler Bedeutung. 73 Prozent der Befragten befürchten, dass die Infrastrukturinvestitionen in Zukunft unter der Staatsverschuldung leiden werden. Dabei würden solche Investitionen über eine höhere Produktivität der Unternehmen und die daraus resultierenden zusätzlichen Steuereinnahmen wieder zurückfließen und der Druck auf den öffentlichen Haushalt würde verringert, argumentiert Ungar-Klein.

Leider fehle es an einer koordinierten Politik, bemängelt Ungar-Klein, nur jeder dritte der befragten Manager erkenne eine Infrastruktur-Gesamtstrategie. "Österreich braucht eine Infrastruktur-Strategie aus einem Guss etwa nach Schweizer Vorbild. Alle Player - Länder, Gemeinden und die EU - müssen an einem Strang und in die richtige Richtung ziehen", so der FBA-Herausgeber.

Bahn gewinnt, Post verliert an Managergunst

Die Bereiche Schiene, Schifffahrt, Post und Luftfahrt würden im Vergleich mit anderen europäischen Ländern kritisch gesehen, insbesondere die Post befinde sich dabei deutlich auf Talfahrt. Immerhin sind die Manager mit der Bahn deutlich zufriedener als zuletzt, vier Fünftel meinen, dass die Bahn den Service im Personenverkehr verbessert habe. Auch die Luftfahrt-Infrastruktur wird nicht mehr ganz so negativ gesehen wie noch vor einige Jahren. Für die Post wird eine Forcierung der elektronischen Zustellung gefordert, 18 Prozent wünschen sich eine Privatisierung der Post.

Positiv werden hingegen Straße, Energie sowie Telekommunikation bewertet, wobei die Energie als bester österreichischer Infrastrukturbereich eingeschätzt wird.

Aus den Forderungen der befragten Manager haben die Autoren des Reports eine "Regierungsagenda" erstellt, die u.a. die Einrichtung einer Infrastruktur-Holding vorsieht sowie die Erstellung eines Masterplans mit einem Planungshorizont bis 2030. Die derzeit auf verschiedene Ministerien verteilten Kompetenzen sollten gebündelt und der Fokus auf IKT als "Meta-Infrastruktur" gelegt werden, so die Forderungen. (APA, 8.11.2012)

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16 Postings
ist in diesem Infrastrukturpaket

auch eine passable Internetverbindung auf der Westbahn zwischen Wien und St. Pölten angedacht?

den Semmering mit seinen funktechnischen Eigenheiten nimmt man ja sowieso schicksalsergeben hin ...

Ich verstehe,

also anders gesagt:

Unternehmer brauchen:

- die Infrastruktur von Deutschland (halt noch besser)
- die Bildung der Arbeitnehmer von Finnland
- das Bankgeheimnis der Schweiz
- die Unternehmenssteuern der Kanalinseln oder Cayman
- den Arbeitseinsatz der Koreaner
- die Finanzbehörde von Griechenland

und was noch?

Das Lohnniveau von Burma

haben Sie vergessen.

- Taenzerinnen aus der Ukraine.

Ich hab erst kürzlich ausgerechnet,

wieviele Fantastilliarden $$ unserer Wirtschaft durch den täglichen Sonnenuntergang entgehen.
Beläuft sich auf genau: 737283746463633357.87!

Diesbezügliche Agenda an die Regierung schon eingereicht (um den unsäglichen Zustand bis 2021 zu beheben - kurz: SUNBLOCKER 2021)!

Und jetzt bitte noch eine Studie wie viel Wirtschaftskraft uns der Reformstau beim Bildungssystem momentan kostet und in Zukunft noch kosten wird. Jede Wette, die Beträge bei der Infrastruktur sind geradezu lachhaft dagegen.

Wir wissen, aus welchem Eck dieses "Gutachten" kommt.

wären manche eine tomate auf ihrem balkon, wäre in

österreich der himmel auf erden.

geld verdirbt wahrlich den charakter - es wäre zeit, tomaten stattdessen als offizielle währung einzuführen.

und jeder sollte einen entsprechenden balkon dafür haben dürfen ;-)

holy cow - eine dezentrale, biologisch abbaubare schwundgeldwärung auf tomatenbasis....tempting

Jaja, so eine Manageranalyse zu unserer Infrastruktur ist immer für einen Lacher gut.

Wie wäre es, wenn wir die Konzerne höher zu Kasse bitten würden(Gruppenbesteuerung, Gegenverrechnungen, etc..)? Damit könnte dann auch der Infrastrukturausbau vorangetrieben werden.

Wobei mir nicht ganz klar ist, was es mit dem größten "Kritikpunkt", der elektronischen Zustellbarkeit der Post, aufsich hat. Sollte doch im Internet Zeitalter, auch ohne Post leicht möglich sein.

Vor ca. einem Jahr wurde der Sonnenfelsplatz Neu in Graz eröffnet. Mittlerweile wurde er schon zwei mal neu geöffnet.

Ein langfristiger Plan ist im Infrastukturminsiterium wirklich nicht zu beobachten. Ich persönlichhabe eher das Gefühl dass es darum geht die Toöpfe zu verteidigen, deshalb alles aufgebraucht wird, ohne irgendwie langfristig, im europäischen Kontext, zu planen.

Geld ist genug da

es geht um die mangelnde Intelligenz in der Planung.

Danke für Minista...

"..elektronischen Zustellung der Post"?

Was ist das? was geht das die Post an?

stichwort Posteingangsdigitalisierung

Das ist das, was jeder groessere Betrieb heute selbst macht und die Post seit vielen Jahren krampfhaft versucht am Markt zu etablieren.

Das ist im Grunde nichts anderes als normale Email über einen Mailserver, der von der Post betrieben wird. Und weil's eben die halbstaatliche Post ist, gilt eine derart verschickte Mail dann rechtlich genauso als zugegangen, wie ein Einschreiben. Das ganze kostet dann pro Monat eine saftige Pauchale oder pro Mail nicht viel weniger als ein entsprechender Brief, der physisch durch die gegend geschickt und ausgetragen wird. Natürlich will sowas fast niemand haben (echte Email ist bequemer, gratis und mindestens genauso schnell), daher werden dann halt bestimmte Gruppen (v.a. Unternehmen) per Gesetz dazu gezwungen, so einen "zertifizierten" Mailaccount der vertrauensvollen Post zu haben, ganz egal ob sie ihn wollen/brauchen oder nicht...

Und das fordert eine unabgängige Institution unter dem Titel Infrastrukturverbesserung?

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