Der Traum vom Winterradkurs

Kolumne |
  • Bernhard Dorfmann, Südtiroler und Fahrradpädagoge.
    foto: city cycling school

    Bernhard Dorfmann, Südtiroler und Fahrradpädagoge.

Damit der erste Schneetag zum schönen Radtag wird

Die Saison, weiß Bernhard Dorfmann, ist vorbei: Vergangenes Wochenende hatte der 40-Jährige zwar noch eine "kälteresistente Kundin aus Moskau". Aber das war es. Denn: "Niemand lernt im Winter Rad fahren."

Denn davon lebt der Südtiroler: Dorfmann ist Radfahrlehrer. Seit zwei Jahren kann er (beinahe) davon leben. Die Kunden? "Junge Pensionisten, die in der Hochzeit des Motorisierungsglaubens groß wurden und Migrantinnen." Die haben oft nie radeln gelernt - würden es aber gerne tun.

Andere können fahren - trauen sich aber nicht: "Viele Eltern haben einfach Angst um ihre Kinder." Hier vermittelt der in Hamburg zum Radfahrlehrer Ausgebildete nicht Können, sondern Kompetenz: "Verkehrskompetenz".

Winterzeit, Radelzeit

An der mangelt es auch andernorts: "Viele Autofahrer haben keine Ahnung, wie Radfahrer Verkehr erleben. Und Radfahrer rechnen nicht damit, dass Autofahrer nicht mit ihnen rechnen: Da hilft nur die Horizonterweiterung durch einen Perspektivenwechsel."

Den empfiehlt der Coach auch im Winter: "Der erste Schneetag ist der schönste Radtag. Der Dreck kommt erst danach - wenn der Schnee zu Matsch wird." Doch sogar dann, betont Dorfmann, sei das Rad "das ideale Stadtverkehrsmittel". Und auch das würde er gerne in Kursen beweisen.

Obwohl: "In Wirklichkeit könnte ich da nur betonen, dass das Rad gerade im Winter tipptopp sein muss: Reifen, Bremsen, Kette, Licht. Die Unterschiede beim Fahren, aber auch wie schön es im Winter auf dem Rad sein kann, lernt man dann ganz von selbst. Wenn man es tut." (Thomas Rottenberg, DER STANDARD, 9.11.2012)

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