Stronach verkaufte auch E-Auto-Firma an Magna

8. November 2012, 14:53
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Ausstieg aus E-Car für 75 Millionen Dollar. Der Grund: Sein politisches Engagement

Aurora/Wien/Oberwaltersdorf - Frank Stronach hat Ende August den gänzlichen Verkauf seines Elektroauto-Joint Ventures an Magna International formell besiegelt. Stronach bekam für einen kontrollierenden E-Car-Anteil von 27 Prozent 75 Mio. Dollar (58,8 Mio. Euro) in Cash.

Das Unternehmen, das Komponenten für Elektro- und Hybridautos fertigt, war vor zwei Jahren parallel zum Rückzug Stronachs aus der Magna gegründet worden. In Übersee betreibt E-Car bereits mehrere Werke, aus der ursprünglich für das Burgenland geplanten Batteriefabrik ist nichts geworden.

Magna International konnte mit dem Kauf der E-Car-Anteile einen Buchgewinn von 153 Mio. Dollar vor Steuern einstellen. Damit besitzt Magna 100 Prozent an dem Unternehmen.

Stronach zieht aus Magna-Aufsichtsrat aus

Stronach ist zudem von allen Funktionen im Aufsichtsrat (board of directors) des internationalen Autozulieferers Magna International zurückgetreten, geht aus dem Quartalsbericht des Unternehmens am Donnerstag hervor.

Wie bekannt hatte sich Stronach vor etwa zwei Jahren von seinen kontrollierenden Anteilen an dem Unternehmen getrennt. Er hatte dafür Bar- und Aktienzahlungen erhalten, die damals auf etwa einer Milliarde US-Dollar (790 Mio. Euro) geschätzt wurden. Stronach behielt aber einen Sitz im Board.

Grund: Politisches Engagement

Der Austrokanadier begründete sein jetziges Ausscheiden aus dem Gremium mit seinem politischen Engagement in Österreich: "Ich will nicht, dass meine politischen Ansichten mit meiner Rolle im Verwaltungsrat verwechselt werden."

Vorstandschef Don Walker erklärte, das Unternehmen bleibe der unter Stronach geschaffenen Unternehmens-Verfassung (corporate charta) sowie den bisher geltenden Grundsätzen für das operative Geschäft voll verpflichtet.

Magna mag man eben

Der kanadische Autozulieferkonzern hat im dritten Quartal weiterhin wachsende Gewinne erzielt, speziell in Nordamerika lief das Geschäft gut. Die Umsätze sind im dritten Vierteljahr um sechs Prozent auf 7,4 Mrd. Dollar (5,8 Mrd. Euro) gestiegen, der um Einmalfaktoren bereinigte operative Gewinn (Ebit) kletterte um 23 Prozent auf 352 Mio. Dollar.

Die von Juli bis September in Graz Thondorf gefertigten 29.153 Pkw erzielten einen Umsatz von 620 Mio. Dollar. Damit ging die Produktion dort um neun, der Umsatz um sechs Prozent zurück. Es wurden weniger Peugeot RCZ und Mini Countryman gefertigt. Der Aston Martin rapide war bereits im zweiten Quartal eingestellt worden. (APA, 8.11.2012)

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