Fußgänger-"Highways" für ganz Wien geplant

8. November 2012, 13:49
  • Petra Jens tritt mit Jahresbeginn 2013 ihren Dienst als neue Fußgängerbeauftragte an.
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    foto: apa7christian fürthner

    Petra Jens tritt mit Jahresbeginn 2013 ihren Dienst als neue Fußgängerbeauftragte an.

Frühere Anti-Hundstrümmerl-Aktivistin Petra Jens ist neue Fußgängerbeauftragte

Wien - Petra Jens ist am Donnerstagvormittag von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) im Rahmen der "Walk Space"-Konferenz im Rathaus offiziell als künftige Wiener Fußgängerbeauftragte vorgestellt worden. Sie wird ihren Dienst mit Beginn 2013 antreten. Ein Ziel von Jens ist die Entwicklung eines Hauptroutennetzes - sogenannte Fußgänger-"Highways". Diese "Fußwegeboulevards" soll es nach Möglichkeit bald in allen Bezirken geben, wünscht sich Jens.

"Es sollte in jedem Bezirk möglich sein, dass man einen attraktiven Fußgängerweg zur Verfügung hat, der die wichtigsten Ziele miteinander verbindet - von der Nahversorgung über kulturelle Einrichtungen bis zu Schulen und Behörden", erklärte Jens. Außerdem sollte es entlang dieser Routen Spielmöglichkeiten für Kinder und Orte zum Ausrasten und Verschnaufen geben. Als Grundlage dafür soll Anfang nächsten Jahres einmal das bestehende Fußwegenetz dargestellt werden, um Lücken ausfindig zu machen.

"Roter Teppich" für Fußgänger

Ein "leicht verständliches" Info-Leitsystem für Personen, die per pedes unterwegs sind, schwebt der 36-jährigen Ober-Fußgängerin der Stadt ebenfalls vor. Generell sei es ihr Anliegen, "dass seitens der Verwaltung und der Stadtplanung Fußgängern der rote Teppich ausgerollt wird".

Es sei zwar schon nötig, dass Fußgänger mehr Raum bekämen - aber: "Das muss nicht bedeuten, dass man anderen Verkehrsteilnehmern etwas wegnimmt", verwies sie auf Shared-Space-Modelle. Es gehe um das Teilen des öffentlichen Raums. Den knapp 30-prozentigen Anteil des Zufußgehens am Modal Split (Wahl der Verkehrsmittel) möchte sie zumindest halten.

Erste Maßnahmen zur Attraktivierung des öffentlichen Raums für Spaziergänger sollen schon nach einem Jahr merkbar sein, kündigte Jens an. Wie viel Budget ihr zur Verfügung stehen wird, könne sie noch nicht sagen. Ihr Arbeitsplatz befindet sich jedenfalls unter dem Dach der Radagentur, die dann zur "Mobilitätsagentur" aufgewertet wird.

Eigene Ideen, nicht nur Politikvorgaben

Die Neo-Beauftragte sieht sich in ihrer designierten Rolle jedenfalls "nicht in reiner Umsetzfunktion" rot-grüner Vorgaben, "weil das mit meiner Persönlichkeitsstruktur gar nicht zusammenpassen würde". Sie will eigene Ideen einbringen und realisieren.

Dass Jens gegenüber dem Rathaus durchaus durchsetzungsfähig sein kann, hat sie schon einmal bewiesen: 2006 sammelte sie mehr als 157.000 Unterschriften gegen die Verhundstrümmelung Wiens und zwang so die Stadt dazu, sich der Kot-Problematik anzunehmen. Die Folge war u. a. die groß angelegte "Nimm ein Sackerl für dein Gackerl"-Kampagne.

In den vergangenen fünf Jahren arbeitete Jens im Kommunikationsbereich der Diakonie. Diesen Job wird sie mit Jahresbeginn aufgeben. (APA, 8.11.2012)

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So wird Steuergeld verschwendet - man schafft
den Posten einer "Fußgängerbeauftragten"

Das ist nur die Spitze vom Eisberg,

wissen Sie wozu es den Rechnungshof gibt?
Als Deko, glaube ich schön langsam, siehe:
http://derstandard.at/plink/136... id30339580

kein

normaler Fußgeher braucht sowas. ich gehe schon lange und oft zu Fuß. Aber so eine blödsinnige Idee ist mir neu.

Na was für ein Zufall

... wieder mal eine Grünaktivistin mit einem Versorgungsposten ausgestattet.

Ich bin baff

halten sie den posten also für vollkommen unsinnig? stellen sie sich mal eine großstadt vor, in der niemand in der verwaltung seinen fokus auf fußgänger hat.

Da stelle mir gerade Wien vor.

Die bauen Radwege für die Grünen. Und vierspurige Autobahnen für die Roten.
Und wir Fußgänger kriegen die ehemalige Hundstrümmerlbeauftragte.
Was will diese Stadtregierung uns Fußgängern wohl damit sagen?

Ein Anfang wäre: dem Gürtel eine Fahrspur wegzunehmen

so könnte man nämlich auch Fußgängerwege und Radwege trennen.

gute idee! würde wahrscheinlich auch die wohnungen dort aufwerten!

ein fußgänger-highway, eine grandiose idee

allerdings bitte unbedingt dort anlegen, wo ich allzeit wandle und walle.

(auf daß mein edler fuß nicht in ein trümmerl treten muß)

Wo werden die Nr.tafeln fürs gehen am Haiwai angebracht / eingestanzt? Und was ist da die mindest-Bauartgeschwindigkeit??

Sie werden sich sicher auch die Vignette für den Fußgängerhighway aufpicken müssen...

Sehr gute Idee

Die BürgerInnen sollen sich das vom Auto weggenommene Terrain zurück erobern

12.11.2012, 17:59
Um damit genau was zu tun?

Zurück erobern? - Ohne Verkehr gäbe es diese Strassen gar nicht, genauso wenig wie Strassenbahnen und Busse.
Lebt ihr alle auf der Strasse? Hab ihr keine Freizeitbeschäftigung? Habt ihr nicht begriffen, dass es schöner ist im Park oder auf der Donauinsel spazieren zu gehen? Hab ihr alle keinen Job, dass ihr euch darüber Gedanken manchen müßt den Gehsteig zum 2. Wohnzimmer zu machen? Ja manche Dinge gehören sicher verbessert, aber dieser Spruch ist einfach nur Schwachsinn. Sorry ich versteh das wirlich nicht. Muß man als Grünfanatiker sein Hirn irgendwo abgeben bevor man das werden darf?

dass sie überhaupt auf die donauinsel für erholung müssen,

ist ja das problem. wir leben in einer stadt, das wird in 100 jahren auch noch so sein, aber in dieser asphaltwelt brauchen wir dann auch nimmer leben =)

Straßen wurden erst 1886 erfunden?

Verkehr <> Autoverkehr.

Ich bin absolut dagegen

...dass "shared spaces" heißt: gemeinsame Wege für Fußgänger und Radfahrer (während die Autofahrer weiterhin ihre breiten Straßen haben). Nicht dass ich glaube, dass es dadurch zu mehr Unfällen kommt, aber es ist absolut hirnrissig, dass man dann als Fußgänger ständig "alert" sein muss, ob einen nicht ein Radler von hinten über den Haufen fährt oder man einem von vorne schnell ausweichen muss. Ein Vorteil des Fußgängertums ist, dass man keinen Stress hat. Und genau dieses Gefühl wäre dann weg!

Shared Space heißt nicht, dass Autofahrer ihre eigenen Spur haben

im Gegenteil. Normalerweise gilt Shared Space für ALLE! so ist die Definition. Sonst wäre es kein Shared Space, sondern eine Fußgängerzone ausgenommen Radfahrer

Das wird schwierig für die grünen BeauftragtInnen

1) Fußgänger wollen bereite Gehsteige ohne Radfahrer - kann ich verstehen
2.) Autofahrer wollen keine Radfahrer weil sie sich die Strassen schon mit den Öffis teilen müssen
3.) Laut STVo müssen 2.5m pro Fahrtrichtung zur Verfügugn stehen (bei Öffis auch mehr)
4) Radfahrer wollen breite Radhighways
Liebe Leute das geht sich auf 90% der innerstädtischen Strassen nicht aus und wenn man alle Parkplätze wegrationalisiert gibt auch keine Mrd. Einnahmen mehr und man zieht sich den Volkszorn der Hälfte der Bürger zu (das trauen sich nicht mal die Grünen). Was ist also die Lösung?

deswegen wäre es notwendig eigene Straßen für Radfahrer und Fußgänger zu limitieren.

Autofahrer haben auch ihre Südosttangente, wo nur sie darauf fahren dürfen.

Was du aufzählst ist ja ganz richtig finde ich. Jetzt nimm amal google-maps her, schau da irgendeine (halbwegs bewohnte) Fläche an, und zähl da zusammen wieviel Fläche jedem Verkehrsteilnehmer gewidmet wurde. Dann siehst vielleicht auch du eine Lösung...

Die Loesung: Individualverkehr,sprich Autos reduzieren.

Oeffis benutzen (braucht weniger Platz,spart Kosten,dann koennen die Radfahrer auch sicher auf der Strasse fahren und die Fussgaenger zu denen ja auch Kinder und Aeltere zaehlen wieder in Wuerde gehen statt zu fliehen. Irgendwer muss diesen Umbau ja weiterbringen,waehrend die roten und schwarzen Bonzen mit der Auto und Bau Lobby korruptieren.

Die Parkplätze gehören dorthin wo die großen Haltestellen und Knotenpunkte der öffentlichen Verkehrsmittel sind. Es sollte mittlerweile jedem aufgefallen sein, dass in Wien nicht genug Platz ist, damit jeder Wiener ein Auto vorm Haus parken kann.

Das gilt

ersten hauptsächlich um und innerhalb des Gürtels und ja es ist jedem aufgefallen, aber gehen deshalb die Zulassungen in den seit 20 Jahren bestehen Parkpickerlbezirken zurück? Nein weil sich die Bürger das von der Politik nicht vorschreiben lassen und zahlen wie die Lemminge. Außerdem wer darf dann ein Auto haben, und wer nicht? der der mehr zahlt? - schwierige Frage?

Ja, die Zulassungszahlen gehen zurück. Und der Motorisierungsgrad in den Innenbezirken ist rückläufig, d.h. dort werden immer weniger Autos. Siehe Statistik Austria.

JedeR darf ein Auto haben, nur darf/kann sie oder er es nicht überall abstellen. Wenn aus Parkstreifen Radwege gemacht werden, dann werden Autofahrer zunehmend auf Autos verzichten, weil das Verkehrsmittel besonders auf kurzen Strecken weniger praktisch ist, wenn ich am Zielort keinen Parkplatz finde. Autos sind auf Überlandstrecken oft unschlagbar. Für die Stadt sind sie weniger gut geeignet.

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