Otto-Mauer-Preis geht an Ralo Mayer

In Eisenstadt geborener und in Wien lebender Künstler "vermittelt komplexe Inhalte durch sinnlich ansprechend gestaltete Räume"

Wien/Eisenstadt - Der 1976 in Eisenstadt geborene und derzeit in Wien lebende Künstler Ralo Mayer erhält den Otto Mauer Preis 2012. Die Auszeichnung ist mit 11.000 Euro dotiert und wird heuer zum 32. Mal vergeben. "Mit Ralo Mayer wird eine Kunstposition ausgezeichnet, die komplexe Inhalte durch sinnlich ansprechend gestaltete Räume vermittelt", heißt es in der Begründung. "Die Jury würdigt damit einen Künstler, dessen Werk sich einer schnellen Konsumierbarkeit entzieht und zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Werk und eigener Reflexion über die vom Künstler aufgegriffenen Themenkomplexe herausfordert." Die Preisverleihung findet am 27. November im Erzbischöflichen Palais in Wien statt.

Ralo Mayer studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Linguistik an der Universität Wien, danach an der Akademie der bildenden Künste, Wien, und an der Kunstakademie Kopenhagen. "Eine Faszination für Science Fiction prägt das Oeuvre des Künstlers, der davon ausgeht, dass jede gute Science Fiction tief in der alltäglichen Realität ihrer Entstehungszeit verankert ist und soziale und ökonomische Zusammenhänge in vielschichtige Erzählungen übersetzt. In seiner Übersetzung verbindet Mayer Wissenschafts- und Zeitgeschichte und thematisiert aktuelle brisante Themen, welche die (wissenschaftlichen und technischen) Grenzen der Menschheit ausloten", so die Jury.

"Ralo Mayer ist ein Vertreter der künstlerischen Forschung, die es gegenwärtig nicht nur notwendig macht, den Kunstbegriff zu aktualisieren, sondern auch die Bildungsdebatte herausfordert." Besonders überzeugte die Jury "die sinnlich räumliche Qualität der formalen Umsetzung seiner performativen Recherchen in multimediale Installationen. Seine sorgfältig und aufwändig gestalteten Ausstellungsarrangements erzeugen ein atmosphärisch dichtes Raumerlebnis, das komplexe Themenzusammenhänge in sinnlich ansprechender Weise transportiert."

2010 gewann Mayer den ersten Linzer Triennale-Preis, 2011 zeigte er im Linzer Lentos Museum unter dem Titel "Obviously a malfunction/ KAGO KAGO KAGO BE (Woran glauben die Motten, wenn sie zu den Lichtern streben)" eine Begleit-Ausstellung zur Ars Electronica. Vom 2. Dezember 2012 bis 20. Jänner 2013 ist im JesuitenFoyer in Wien eine Ausstellung von Ralo Mayer zu sehen.

Der seit 1981 vom Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien vergebene Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst wird für das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren vergeben. Preisträger der vergangenen Jahre waren Siggi Hofer (2009), Katrina Daschner (2010) und Kamen Stoyanov (2011). (APA, 8.11.2012)

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