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Wie die Financial Times am Mittwoch berichtete, hat die Investmentbank UBS mit Ende Oktober massive Personaleinsparungen vorgenommen. Dies passierte allerdings auf einem für die Mitarbeiter eher unangenehmen Weg: Sie wollten das Gebäude betreten, als sie feststellen mussten, dass ihre Zutrittskarte keinen Einlass mehr gewährt. Zuvor bestätigte das Unternehmen, dass man bis 2015 10.000 Jobs einsparen wollte.
Der Chef der CDS Index Trading Abteilung, David Gallers, war ebenfalls einer der gekündigten Mitarbeiter. Ihn schmerzt nicht nur der Verlust des Jobs, sondern die Tatsache, dass sein Aufgabenbereich nun von reinen Algorithmen übernommen wird. Bloomberg berichtete zuvor, dass Gallers gefeuert wurde, die Bank aber nicht plane seine Stelle wieder zu besetzen. Stattdessen setzt die Bank auf mathematische Modelle, die automatisiert handeln. Die Quellen dieser Information wollten allerdings anonym bleiben.
Den Quellen zufolge soll der UBS-Algorithmus in einer Transaktion mit 250 Millionen US-Dollar im Markit CDS North America Investment Grade Index handeln können und wurde letzten Monat im Unternehmen vorgestellt. UBS könnte sich mit der Einführung dieses Algorithmus etwa 250.000 US-Dollar an Gehältern und 1,75 Millonen US-Dollar an Boni einsparen.
Problematisch könnte allerdings werden, dass gerade in diesen sensiblen Finanzbereichen große Transparenz gefragt ist - speziell in Zeiten von dubiosen Bankgeschäften. Eigens entwickelte Algorithmen könnten zwar Transparenz schwarz auf weiß liefern, die Gefahr von Nachahmern und Betriebsspionage bis hin zum Kopieren von Code besteht aber dennoch. Nancy Davis, Derivate-Chefin bei AllianceBernstein glaubt, dass dieser Trend massiv zunehmen wird. In Zukunft wird es laut ihr nicht mehr um die besten Trader, sondern um die besten Algorithmen gehen. (red, derStandard.at, 8.11.2012)
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Na hurra...
„Ihn schmerzt nicht nur der Verlust des Jobs, sondern die Tatsache, dass sein Aufgabenbereich nun von reinen Algorithmen übernommen wird.“
Das sind dann wohl, wenn man auch für Branche so ansieht, weniger reine, als vielmehr dreckige Algorithmen ;o)
Ich baue selbst Boersen-Algorithmen.
1) CDS sind primaer OTC (over-the-counter) Produkte. D.h. sie sind nicht genormt und die Vertragsbedingungen muessen vereinbart werden. Das kann ein Computer nicht. Es gibt auch genormte CDS. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Marktes.
2) CDS haben sehr schwankende Liquiditaet. Das beherrschen Algos nicht.
Algos brauchen normierte und hoch liquide Maerkte. Z.B. Futures, Aktienindizes ..
3) Der Algo funktioniert nur unter Normalbedingungen. Man braucht einen Menschen der mitbekommt, dass das nicht so sein kann und der den Algo ausschaltet. Man kann das mit einem Piloten im Flugzeug vergleichen. Da fliegt auch meist der Autopilot, wenns kritisch wird, uebernimmt der Pilot.
Danke für die Einblicke... Hoffen wird, dass sie der Wahrheit entsprechen... ;)
Ich bin mit meinem Job irgendwie in Sportwett-Trading involviert... Wenn dort was schiefgeht, freuen sich ein paar hundert Spieler über eine verhältnismäßig gute Quote fürs nächste Tor o. Ä... Das kann schon für genug Trubel auf der Verliererseite sorgen, wenn durch einen Softwarefehler aber gleich ein ganzes Unternehmen mit Bilanzwerten von mehreren Milliarden hopps geht, wünscht man sich hin und wieder aber doch etwas weniger Automatisierung.
Ich glaube ja, dass nicht autarke künstliche Intelligenz uns eines Tages ausradieren wird, sondern ein profaner Programmierfehler im falschen System zur falschen Zeit. :)
langfristig finde ich diese Entwicklung nicht schlecht
- der Finanzmarkt wird berechenbarer weil Emotionen kaum noch eine Rolle spielen
- es sollte leichter werden diesen ganzen Handel ohne Wert für die Gesellschaft einzuschränken. Es ist wohl kaum argumentierbar warum man den Arbeitsplatz eines Computers, der Volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet erhalten muss
- es werden sich vermehrt ehemalige Trader zu Wort melden um das System zu diskreditieren
werden ist ein ziemliches Geruecht.
Z.B. ist der Flash-Crash von einem (idiotisch programmierten) Algo ausgeloest worden, der mit S&P-500 Futures in den Markt ueberflutet hat.
Das Fall von Knight-Trading ist auch ein schoenes Gegenbeispiel.
1: Abartig, unmenschliche Kündigungsart! Eine ganze Abteilung rauswerfen und ihnen das erst danach mitteilen ala "ja das ist kein Fehler das ihre Karten nicht funktionieren! Sie hätten heute doch gar nicht kommen brauchen"
2: Ich bin kein Freund von Börsenhandlern, Tradern, oder Investmentbrokern... allgemein kein Fan von Banken und dem Geldsystem. Und erst recht nicht von Investmentbanken...
Aber das einzige was ich für noch unheimlicher halte als diese gewissenlose Geschäftsmacherei von den Typen ist die (deffinitiv 100%) gewissenlose Geschäftsmacherei von einer Maschine in dem Bereich!
Nach welchen Richtlinien handelt dieser Computer? Wo bleibt die Rest-Ethik und die Rest-Moral die wohl manche Trader doch noch haben?
Reine Profitgier.
Wo bleibt die Rest-Ethik und die Rest-Moral die wohl manche Trader doch noch haben?
Glauben Sie wirklich dass diese Werte in den letzten Jahren in Investmentbanken noch existierte? Ich bezweifle das stark.
eine Moral haben. Aber nicht beim Traden.
Wobei ich mich Frage, was mit Moral in diesem Sinn ueberhaupt gemeint ist. Ein Boxer ist nicht amoralisch, wenn er dem Gegner eine in die Goschn haut. Das ist der Sinn des Boxens. Ein Trader ist nicht amoralisch, wenn er den Gewinn maximiert. Das ist sein Job.
Er waere amoralisch, wenn er die internen Kontrollen umgeht, Scheingeschaefte macht ...
In diesem Sinn ist ein Algo sogar ein hoch moralischer Trader. Der macht, was er machen soll.
sind immer in gefahr, bei einem verlust der versuchung zu erliegen zu zocken, um wieder aufzuholen.
kluge banken schicken daher trader, nach einem verlust lieber auf urlaub, damit sie nicht ausflippen.
dem rechner ist die nachred eher wurscht ...
dass die Menschheit durch Schaden klug wird.
Man lernt nicht aus seinen Fehlern (und schon gar nicht aus denen anderer), sondern man lernt seine Fehler.
Ein konkretes Beispiel ist: Wenn sich wer scheiden laesst und wieder heiratet, dann ist die Wahrscheinlichkeit fuer eine neuerliche Scheidung wesentlich groesser als bei noch nie Geschiedenen. Er/Sie hat aus dem ersten Ehedesaster nix gelernt und wiederholt die alten Fehler.
Da diese Programme (algorithmen) hunderte transaktionen in der sekunde durchführen können bedeutet das einen ungerechtfertigten wettbewerbsvorteil gegenüber normalen menschen oder anderen marktteilnehmern die nicht die finanziellen und oder technischen mittel haben so etwas zu betreiben. daher gehört es beschränkt wenn ich nicht irre ist das an den europäischen börsen auch so, da wird ein bieter (programm) gesperrt wenn es mehr als eine erlaubte anzahl an transaktionen pro zeiteinheit durchführt)
Wenn wer in der Formel-1 mit einem Fahrrad mitfaehrt, dann darf er nicht jammern, wenn er umrundet wird.
Man darf halt beim High-Frequency Trading auch nicht mitspielen. Fuer mittel- und laengerfristige Strategien gibt es diesen Vorteil nicht.
Im Sibyl-Fund lassen wir vom HF-Trading die Finger weil wir nicht die Ressourcen dafuer haben.
Persoenlich aergert mich dasl, weil ich mit Spezialhardware das Schachmonster Hydra entwickelt habe. Die Hydra Technologie koennte man vom Prinzip her auch beim High-Frequency Trading einsetzen. Das waere fuer mich eine interessante Herausforderung.
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