Murhof-Gruppe kauft groß in Deutschland ein

Österreichs größter Golfanlagen- und -hotelbetreiber, hat die deutsche GolfRange erworben

Wien/Graz/München - Die steirische Murhof-Gruppe, Österreichs größter Golfanlagen- und -hotelbetreiber, hat die deutsche GolfRange erworben. Diese ist mit neun kleineren Golfplätzen (9 Loch) in der Nähe von Städten und zwei größeren 18- bzw. 27-Loch-Anlagen im Großraum München der größte Anbieter in Deutschland. Das teilte der Private-Equity-Fonds Waterland am Donnerstag mit, der bisher 51 Prozent an der GolfRange hielt und gemeinsam mit weiteren acht Mitgesellschaftern seine Anteile an die Steirer abgegeben hat.

Waterland, ursprünglich ein belgischer Fonds mit Hauptaktivität in Deutschland, war 2008 bei der GolfRange eingestiegen und hat Kapital für den Kauf zweier größerer Golfplätze zur Verfügung gestellt. Jetzt sei ein günstiger Exit-Zeitpunkt, und die GolfRange habe sich für die Murhof-Gruppe als idealer Zukauf erwiesen, hieß es bei Waterland auf APA-Anfrage. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart; die Murhof-Gruppe dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand genommen haben.

Großeinkauf in Deutschland

Das steirische Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern führt 14 Golfanlagen in der Steiermark sowie in Niederösterreich und Kärnten, zwei Golfhotels (Murhof und Maria Lankowitz) und die GPS (Golf- und Sportplatzservice) und setzt damit rund 20 Mio. Euro im Jahr um. Etwa 15.000 Mitglieder betreut die Murhof-Gruppe bisher, mit dem Zukauf kommen 8.500 in Deutschland dazu.

Die GolfRange hat ebenfalls österreichische Wurzeln. "Die sind nach Deutschland expandiert. In den 1990er Jahren hat sich die GolfRange Deutschland eigenständig gemacht", hieß es bei Waterland. Der Geschäftsführer der deutschen Gesellschaft, Florian Bosch, werde seinen Posten behalten und sich auch wieder am Unternehmen beteiligen.

Waterland verwaltet ein Vermögen von rund 2,5 Mrd. Euro und beteiligt sich an mittelständischen Dienstleistungsunternehmen. In Zukunft will die Private-Equity-Gesellschaft auch stärker auf Süddeutschland, Österreich und die Schweiz blicken und dazu eine Niederlassung in München gründen, wie heute weiter mitgeteilt wurde. Unter anderem wird der Österreicher Stefan Kraus von Bayern aus sein Heimatland betreuen. Waterland habe schon "Gespräche in Österreich geführt", man habe "einige spannende Unternehmen" im Auge. In der Schweiz ist Waterland kürzlich beim größten Altersheimbetreiber des Landes, Seniocare, eingestiegen.

Mit der gleichnamigen Stiftung des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser hat das Unternehmen nichts zu tun. (APA, 8.11.2012)

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