Parlaments-Sanierung kostet wesentlich mehr

Rechnungshof bezieht u.a. auch Preissteigerungen und Steuern in Berechnungen mit ein

Wien - Die geplante Sanierung des Parlamentsgebäudes könnte Kosten von mehr als 500 Millionen Euro verursachen. Das schreibt der Rechnungshof (RH) in seinem am Donnerstag veröffentlichten Prüfbericht zu den Planungen der Parlamentssanierung. In der Parlamentsdirektion war bisher stets von Kosten in Höhe von maximal rund 260 Millionen Euro (bzw. 299 Millionen Euro inklusive effizienzsteigernden Maßnahmen) die Rede gewesen. Kritisch sehen die Prüfer auch das Projektmanagement, gelobt wird die bisherige Umsetzung der Empfehlungen des RH.

Die höheren Kostenaufstellung für die Gesamtsanierung ergibt sich laut Prüfbericht daraus, dass der RH auch die von den Planern angegebene maximale Kostentoleranz von +/- 20 Prozent eingerechnet habe (51,96 Millionen Euro) sowie erwartbare Preissteigerungen bis zum geplanten Baubeginn (frühestens) Ende 2014 (40,53 Mio. Euro). Dazu kommt noch die Umsatzsteuer von 70,46 Millionen Euro, was eine Summe von 423 Millionen Euro ergibt.

Zwischen 518 und 528 Millionen Euro

Würden neben den notwendigen Sanierungsarbeiten auch noch effizienzsteigernde Maßnahmen getroffen, so erhöht sich diese Summe auf 487 Millionen Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die Absiedelung während des Umbaus (laut RH rund 31 bis 41 Millionen Euro), womit sich eine Gesamtsumme zwischen 518 und 528 Millionen Euro ergibt.

Kritik übt der Rechnungshof an mangelhaftem Projektmanagement seitens des Parlaments. So sei etwa die im Sanierungsplan beschlossene Projektorganisation bis zum Zeitpunkt der Prüfung (2008 bis 2011) nicht umgesetzt worden. Fehlen würde im Parlament auch eine interne Verfahrensanleitung zur Durchführung von Vergaben. Einige Vergaben hätten auch Mängel bei der Abwicklung aufgewiesen, so der RH. Lobend erwähnt wird, dass das Parlament die vollständige Umsetzung der Empfehlungen des RH zugesagt habe. (APA, 8.11.2012)

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