Neuer Rekordwert bei Lohnsteuerzahlungen

8. November 2012, 12:21
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  • Am Gesamt-Steueraufkommen 2011 machte die Lohnsteuer mit 27,8 Prozent den zweitgrößten Brocken aus - hinter der Mehrwertsteuer mit 28,4 Prozent.
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    Am Gesamt-Steueraufkommen 2011 machte die Lohnsteuer mit 27,8 Prozent den zweitgrößten Brocken aus - hinter der Mehrwertsteuer mit 28,4 Prozent.

2,5 Millionen Menschen haben zwar einen Job, verdienen aber nicht genug, um Steuern zu zahlen

In sieben von neun Bundesländern liegen die Gehälter unter dem Österreich-Schnitt, zeigen Daten der Statistik Austria. 2,5 Millionen Menschen haben zwar einen Job, verdienen aber nicht genug, um Steuern zu zahlen. Nur 2,3 Prozent zahlen den Spitzensteuersatz.

Wien - Hohe Gehälter sind eindeutig eine Sache der Wiener und Niederösterreicher. Nur in diesen beiden Bundesländern liegen die durchschnittlichen Bruttobezüge über dem Österreich-Schnitt, zeigt die aktuelle Lohnsteuerauswertung der Statistik Austria, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die mit Abstand höchsten Gehälter werden in der Wiener Innenstadt bezahlt. Mehr als 84.000 Euro verdienen die Arbeitnehmer im ersten Bezirk. Berücksichtigt sind dabei aber nur Vollzeitbeschäftigte, die ihren Wohnsitz in dem Bezirk haben. In absoluten Zahlen handelt es sich dabei freilich um eine kleine Gruppe, im ersten Bezirk geht es um nur rund 3300 Personen.

Auf den Plätzen - allerdings mit deutlichem Abstand - folgen die Wiener Bezirke Hietzing, Döbling, Wieden und Josefstadt, wo die durchschnittlichen Bruttobezüge bei 62.000 bis 58.000 Euro liegen. Der einzige Nicht-Wiener-Bezirk in den Top Ten ist Mödling mit 56.500 Euro.

Am unteren Ende der Skala ist der steirische Bezirk Feldbach. Hier verdienen die Arbeitnehmer nur 34.800 Euro. Nicht viel mehr ist es in Jennersdorf (Burgenland), Radkersburg und Hartberg (beide Steiermark) sowie Lienz (Tirol) und Zwettl (Niederösterreich).

Deutlicher Anstieg

Insgesamt haben die Österreicher im Vorjahr knapp 22,9 Milliarden an Lohnsteuer bezahlt - mehr als je zuvor. Das entspricht einem Anstieg um sechs Prozent gegenüber 2010. Zum Vergleich: Die Bezüge sind nur um 3,6 Prozent gestiegen.

Fast 50 Prozent der Lohnsteuer werden von Angestellten bezahlt, obwohl diese nur 28,8 Prozent der Steuerpflichtigen ausmachen. Umgekehrt ist es bei den Arbeitern. Diese Gruppe macht zwar 24,8 Prozent der Lohnsteuerpflichtigen aus, tatsächlich zahlen sie aber nur 11,8 Prozent des Steueraufkommens.

Unverändert ist ein Trend, den es seit Jahren gibt: Rund 2,5 Millionen Personen verdienen so wenig, dass sie gar keine Steuern für ihr Einkommen zahlen. Das sind immerhin 38 Prozent der Einkommensbezieher. 900.000 davon kommen in den Genuss einer Steuergutschrift (die sogenannte Negativsteuer).

Den Höchststeuersatz (50 Prozent) muss nur eine vergleichsweise kleine Gruppe zahlen. Es geht um rund 150.000 Personen oder 2,3 Prozent der Lohnsteuerpflichtigen.

Für das Steueraufkommen sind die Besserverdiener freilich enorm wichtig. Die obersten zehn Prozent sind für 51,2 Prozent des Steueraufkommens verantwortlich. Umgekehrt zahlen die unteren 50 Prozent der Steuerpflichtigen nur etwas mehr als drei Prozent des Lohnsteueraufkommens.

Die Geschlechterunterschiede sind weiterhin dramatisch: Bei den Frauen verdienen 86 Prozent weniger als 40.000 Euro im Jahr, bei den Männern liegt dieser Wert bei nur 69,7 Prozent. Auf die Männer entfallen daher auch weit mehr Steuerleistungen. Obwohl nur die Hälfte der Steuerpflichtigen Männer sind, beträgt ihr Anteil am Lohnsteueraufkommen 71,6 Prozent.

Am Gesamt-Steueraufkommen 2011 machte die Lohnsteuer mit 27,8 Prozent den zweitgrößten Brocken aus - hinter der Mehrwertsteuer mit 28,4 Prozent. (go/APA, DER STANDARD, 9.11.2012)

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neues System muss her

Leistung muss sich wieder lohnen.

Jetzt werden zum EInkommensteuerbescheid Tortengrafiken ausgedruckt, die die anteilige Verwendung des Steuergeldes zeigen. Unter anderem sieht ma dort den Finazierungsanteil Länder und Gemeinden mit 22,8% des Einkommens-(und Lohn-)steueraufkommens. ALso fas ein Viertel der Einkomnmesteuer finanzioert Länder und Gemeinden. Dabei werden die auch durch die Kommunalsteuer (teil der Lohnnebenkosten der Dienstnehmer) finanziert. Man könnte beises streichen, die Kommunalsteuer und den Einkommensteuertarif um 22% senken. Dann hätten alle mehr Netto.

Als Ausgleich sollen die Gemeinden Ihre Kosten an die Grundstückseigner vorschreiben. Dann hätten wir einmal eine Verzerrung aus der Einkommensteuer draussen.

die konzerne bedanken sich sicher noch dafür, daß wir so fleissig für ihre kapitalerträge sammeln;-)

Interessantes Detail in der Graphik

Der fünfzehnte Wiener Gemeindebezirk, Rudolfsheim-Fünfhaus, gilt als Wald, Alm oder Ödland.

Anstatt jedes Jahr die KV Erhöhungen mit Betriebsversammlungen zu erzwingen könnte durchaus das Finanzministerium seinen Teil dazu Beitragen das den Menschen mehr Geld am Monatsende über bleibt. Aber nein denn jedes Prozent KV Erhöhnung ist ein Geldsegen für die Finanz.

Toll !

Vielleicht könnte man die Lohnsteuer noch etwas anheben, dann wäre es eventuell für die ÖVP (und auch den Rest unserer Parteiendiktatur) möglich, die Steuersätze auf Vermögen etwas zu senken. Schließlich sind die Stiftungsmilliarden ja schon versteuertes Geld und sollte bzw. darf daher nicht besteuert werden.
Äh, hmm, mein Gehalt ist auch schon besteuert (Lohnsteuer etc.) und trotzdem muß ich bei jeden Einkauf nochmals Mehrwertsteuer zahlen.
Irgendetwas stimmt nicht in diesem Land - nur was ?

Seit ich wieder arbeite gehts dahin.

Übersetzt heißt die Überschrift : "Brennts einfach nur wie die Luster es Wappler!" Mein A8 Dienstwagen ist gut für mich, meine Politikerpension jenseits der 7000euro habt gefälligst zu zahlen, ich tu ja schliesslich was für euch!

Die Zahlen beweisen vor allem eins:

Ein totales Versagen der Politik der vergangenen Jahrzehnte.

Wie kann man als Finanzministerin eines Landes mit solchen Kennzahlen behaupten, man sei "reich"? Die Armut hier zu Lande wächst in einem beängstigenden Ausmass. Das österreichische Durchschnittseinkommen ist nicht weit entfernt von der Armutsgrenze - etliche Berufe sind so schlecht bezahlt, dass der Staat sogar drauflegt! Man muss sich das einmal vor Augen führe: Da gibt es Unternehmen, die sich ihren Profit offenbar ganz legal staatlich mitfinanzieren lassen!

Wie arm Österreich doch ist: Viele Arbeitgeber scheinen ihren Mitarbeitern kein anständiges Einkommen zu gönnen.

Hier stimmt wesentlich mehr nicht als "nur" das Steuersystem.

@duplo66

Sie sagen es, 100% richtig.

Die Steuern steigen und steigen...

und trotzdem geht sichs im Budget hinten wie vorne nicht mehr aus... irgendwas stimmt hier doch nicht mehr

der Artikel stimmt Hinten und Vorne nicht hält andere Fakten zurück

Ich habe ein bisschen die Satistik Austrai Seite bemüht (echt geile Seite, danke @derStandard für den Link!):
[in Tausend] Zahlen um 2010-2011, daher leichte Abweichngen)

4.081,0 Erwerbstätige
3.042,9 Vollzeit

1.855,0 Angestellte
1.037,3 Arbeiter
442,8 Öffis (Beamte, Vertrag)
563,8 Selbstständige (auch Ich-Manns)

lt. Artikel sind Angestelle zu 28,8% lohnsteuerpflichtig, Arbeiter zu 24,8%. Bitte wer zahlt den Rest? Die Beamten + Selbstständige könne nicht 46% der Lohnsteuerpflichtigen ausmachen, zusammen kämen die bei Vollzeit auf maximal 33% (eh nicht, weil es viele unter 35h Öffis gibt). Sind da die Pensionisten mit dabei? Dann sind wir aber in 10 jahren Weltmeister, weil Lohnsteuer ohne Ende, aber keiner arbeitet mehr.

nur wien und nö über durchschnitt..

..da muß dringend was getan werden. Schlage vor, die Oberösterreichischen Gehälter per 1.1.2013 auf null zu senken, dann liegen 8 von 9 Bundesländern überm Durchschnitt. Im Gegenzug gaben dann die Oberösterreicher die geringste Steuerlast und die höchsten Nettosozialtransfers. So sind alle glücklich.

Das arithmetische Mittel ist in solchen Fällen

ein aufgelegter Betrug: Selbst im schwächsten Bezirk des Landes verdient mann im Schnitt 38.000,-- Euro? Nicht im Traum.

Man sollte dem den Medianwert entgegenstellen.

Offensichtlich gibt es, gerade bei Beamten, sehr viele "sehr-viel-Verdiener", die das arithmetische Mittel nach oben verfälschen.

hoffentlich macht die regierung etwas gegen die kalte progression!

und die kinder

denkt denn niemand an die kinder!?

Die Lohn- bzw. Einkommenssteuer macht nur einen kleinen Teil der gesetzlichen Abgaben aus

Wer 1.000 € Netto p.m. verdient leistet bereits 33% gesetzliche Abgaben.
Mit 1.650 € Netto p.m. ist man bei 43% gesetzliche Abgaben.
Bei ungefähr 3.000 € Netto p.m. liegt das Maximum mit 53% gesetzlichen abgaben.
(Bei höheren Einkommen fällt die Abgabenbelastung dann wieder langsam ab).

Für Ihr monatliches Nettoeinkommen von € 1.000,00 werden monatlich € 7,00 an LSt einbehalten und (hoffentlich) an das FA abgeführt.

In AT erhalten Sie inkl. der SZ 14 Gehälter. Sie erwirtschaften für Ihren AG mindestens EUR 21.625,22 pro Jahr, davon gelangen EUR 13.939,62 auf Ihr Bankkonto. Die Abgabenquote von 35,54 % beinhaltet EUR 5.141,06 AGA, den Sie für Ihren Arbeitgeber verdienen müssen. Für Ihre eigene Vorsorge (Unfall, Krankheit, Pension, etc.) leisten Sie jährlich einen Betrag von EUR 2.460,62, den Sie auch verdienen müssen, der Ihnen aber Anspruch auf Versicherungsleistungen einräumt (sofern er vom Arbeitgeber an die SV abgeführt wird). An Lohnsteuer müss(t)en Sie EUR 84,22 bezahlen, sofern Sie keine Freibeträge nutzen.

Gschichtl.

Wenn's die Nettozahlungsstöme ansehen, dann haben 30% der AN eine effektive Abgabenquote von unter 10% und 90% von unter 25%. So viel machen die Transferleistungen aus.

Für 50% gesetzliche Abgaben (EST + Sozialabgaben)müssen's schon so um die 150 TEUR Brutto verdienen.

http://derstandard.at/127137671... -empfangen

Die Arbeitgeberabgaben

... zahlt der Arbeitgeber für Sie.

Oh Mann

und der zauberts aus dem Hut

und müssen um angestellt zu werden vom arbeitnehmer als profit erwirtschaftet werden.....

Stimmt nicht, denn wie erwirtschaftet die BackOffice Kraft den DG??

die back office kraft wird samt DG Beitrag auf verrechnbare Leistungen umgelegt. Genauso wie die IT, Versicherungen, Miete, ...

Dann stimmt aber die Aussage nicht, denn eine Backoffice Kraft kann Ihren DG nicht erwirtschaften?

natürlich muss der Umsatz einer Firma irgendwie erwirtschaftet werden, allerdings müssens dann noch :
Strom
Miete
Wasser
IT
usw. dazurechnen

Dann bleibt für den armen geknechteten Mitarbeiter ja gar nichts mehr übrig.

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