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vergrößern 500x279Zwei Positionen, die bei der Podiumsdiskussion zum neuen Tierversuchsgesetz am Mittwochabend in der Urania oftmals auseinander klafften: Karlheinz Töchterle und Martin Balluch. Es wird zum Beispiel keinen Tierversuchs-Ombudsmann geben.
So manch ein Besucher der Viennale staunte am Mittwochabend nicht schlecht über das hohe Polizeiaufgebot vor der Urania im ersten Wiener Gemeindebezirk. Im Dachgeschoss fand immerhin eine brisante Podiumsdiskussion statt: Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Tierschützer Martin Balluch und Vertreter von Pharmaindustrie, Forschung und Tierethik sprachen über das neue Tierversuchsgesetz.
Kommende Woche soll die lang und hitzig debattierte Neufassung von der Regierung im Ministerrat beschlossen und Ende November im Wissenschaftsausschuss behandelt werden. Eine neue EU-Richtlinie verlangt danach.
"Tierversuche, muss das sein?", fragte gleich zu Beginn Moderator Andreas Koller, Journalist bei den Salzburger Nachrichten den Minister. Obwohl er selbst ein Tierfreund ist, sehe er sich als Wissenschaftsminister veranlasst, die Forschung in Österreich zu unterstützen: "Der wissenschaftliche Bereich soll nicht leiden." Als Minister könne er nicht rückhaltlos die Meinung der Tierschützer übernehmen.
Im Hinblick auf die unterschiedlichen Interessen wurde der Prozess der Gesetzwerdung schon sehr gedehnt, betonte Töchterle. Kritik am mittlerweile fünften Entwurf kommt aber nicht nur von Tierschützern, sondern auch von Wissenschaftern. Die Befürchtungen: Es könnte zu einer Auslagerung hochwertiger Arbeitsplätze ins Ausland kommen, zudem würden der bürokratische Aufwand und die damit verbundenen Kosten zunehmen.
Im Laufe des Abends wurden einige Details des neuen Tierversuchsgesetzes erläutert. Martin Balluch, Obmann des Verein gegen Tierfabriken, forderte einen "objektiven und bindenden" Kriterienkatalog, auf dessen Basis eine ethische Abwägung zwischen Schaden und Nutzen für jeden Tierversuchsantrag durchgeführt wird.
Das sei das Mindeste, was wir 200.000 toten Versuchstieren schulden, sagte der Tierschützer. Töchterle bestätigte, dass ein solcher Katalog vorgesehen sei, den das Messerli-Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien bis Ende 2015 ausarbeiten wird. Dieser soll vom Ministerium finanziert und veröffentlicht werden.
Weitere Punkte, die am Mittwoch konkret besprochen wurden: Im neuen Entwurf ist kein Fachgremium für Tierversuche vorgesehen, das alle Genehmigungsanträge prüft. Es werde lediglich einen Beamten geben, der auf fachliche Beratung zugreifen könne. Explizit würde laut Minister im neuen Tierversuchsgesetz die Durchführung von Tierversuchen, die schweres Leid verursachen, das lange andauert, im Ausnahmefall erlaubt sein.
Diese Ankündigung sorgte erwartungsgemäß für Proteste im Publikum. Der Wissenschaftsminister sprach sich zudem dezidiert gegen eine Ombudsschaft für Tierversuche aus. Bei Heim- oder Nutztierhaltung ist das bereits Usus. Balluch berief sich auf eine IFES-Studie, die der VgT in Auftrag geben hat: Demnach wünschen sich 78 Prozent der Befragen einen Tierversuchsombudsmann.
Der VgT-Obmann verlangte außerdem eine Offenlegung aller Versuchsabläufe: "Das ist wie ein Staatsgeheimnis." Töchterle bat um Verständnis, dass Transparenz an seine Grenzen stoßen würde. Es ginge hier auch um Patente und ein Wissenschaftsminister könne einen möglichen Schaden für den Forschungsstandort nicht verantworten.
Auch der Blickwinkel der Wissenschaft bekam bei der Podiumsdiskussion, die vom Wissenschaftsministerium zusammen mit der veterinärmedizinischen Universität organisiert wurde, breiten Raum. Die Frage, ob Tierversuche überhaupt noch notwendig seien, beantwortete Elisabeth Förster-Waldl von der Ambulanz für Störung der Immunabwehr an der Medizinischen Universität Wien mit einem Ja. Sie plädierte dafür, dass zumindest bei seltenen Krankheiten die Arbeit mit Tierversuchen weiterhin möglich sein sollte.
Als Beispiel nannte sie einen zwölfjährigen Patienten mit erblichen Auffälligkeiten im Immunsystem. Nach jahrelanger schwerer Krankheit konnte in Zusammenarbeit mit einem Immungenetiker die Ursache dafür gefunden werden. Es ergebe sich nun die einzigartige Chance, neue Therapien an Mäusen zu testen. Weltweit gebe es nur einen zweiten bekannten Fall dieser Erkrankung, daher sei eine klinische Studie unmöglich.
Einen "Gesundheitsfaschismus, mit dem wir in unserer Gesellschaft leben müssen" ortete Michael Freissmuth vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie an der Medizinischen Universität Wien in der Debatte um Tierversuche. Diejenigen, die gesund sind, würden über die Kranken entscheiden, meinte er. Das Publikum zeigte sich nach dieser Aussage entrüstet.
Näher am Thema ging es mit dem Statement von Herwig Grimm vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien weiter. Tiere hätten einen höheren Stellenwert, als noch vor 30 Jahren. In der Gesellschaft gebe es heute einen breiten moralischen Konsens, dass mit Tieren korrekt umgegangen werden muss. Der Philosoph sprach jedoch auch die zweite Seite dieser ethischen Debatte an: "Entweder wir führen Tierversuche durch oder wir verzichten auf Wissen. Aus diesem Dilemma kommen wir nicht mit moralisch weißer Weste hinaus."
Klaus R. Schröder vom Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche ging auf ein heikles Thema ein: So würden in Deutschland pro Jahr vier Millionen Euro in Alternativen zu Tierversuchen investiert. Um ein Hundertfaches mehr fließe jedoch in Tierversuche.
Man müsse den Nachwuchsforschern auch die Möglichkeit bieten, alternative Wege zu beschreiten, forderte er. Das Interesse sei gegeben, das würden ihm auch andere Kollegen bestätigen.
Ein Mitarbeiter der der Medizinischen Universität Wien kritisierte in diesem Zusammenhang auch das System an den Universitäten und Forschungsstellen. "Wieso forschen wir?", fragte er. Als Nachwuchswissenschafter habe man einen Zeitvertrag. Später müsse man seine Position an der Universität verfestigen.
Die Uni Wien beurteilt das vor allem danach, wieviel publiziert wird und wie viele Drittmittel der Forscher lukrieren kann. Diese würden meist von der Pharmaindustrie kommen. "Daher ist es oft nicht einfach zu differenzieren, welche Tierversuche wichtig sind und welche nicht. Ich denke, dass 90 Prozent unnötig sind", sagte der Mitarbeiter der Universität.
Madeleine Petrovic meldete sich aus dem Publikum zu Wort. Es wäre interessant zu evaluieren, wie viele Flops, Erfolge oder auch nur zufällige Erfolge Tierversuche für die Forschung hervorbringen. Eine Frau im Publikum stellt zudem die Motivation der Pharmaindustrie in Frage: "Wenn sie wirklich helfen wollte, würde sie zum Beispiel Krebs- oder Aidskranke in ärmere Länder unterstützen und nicht so vehement billige Generika bekämpfen." Dafür erntete sie spontanen Applaus.
Das aktuelle österreichische Tierversuchsgesetz gilt seit 1989. Im Herbst 2010 trat eine EU-Richtlinie zu Tierversuchen in Kraft, die bis November 2012 auch in Österreich umgesetzt werden muss. Dadurch wird eine europaweite Harmonisierung der Tierversuchsgesetze angestrebt. (Julia Schilly, derStandard.at, 8.11.2012)
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... sind ME eigentlich ueberraschend gemaessigt. strengste pruefung und ein kriterienkatalog ist jetzt wirklich das mindeste, was man fuer sowas in einer zivilisierten gesellschaft einfordern muss.
und grausame(!) tierversuche fuer kosmetika gehoeren generell verboten...
dass es eine grosse anzahl von "tierversuchen" gibt, die leider unumstritten für die humanmedizin erforderlich sind.
man denke an das schienen und behandeln von (splitter) brüchen, stillen innerer blutungen, div. operationen die auf jedem fall von angehenden medizinern geübt werden müssen.
kein mensch würde sich einer blinddarm op unterziehen, wenn der chirurg nur in der computersimulation operieren gelernt hat.
... ich habe offen gestanden von diesen dingen zu wenig ahnung, um mir ein urteil bilden zu koennen... bei pharmazeutikas ist es fuer mich aber schwer vorstellbar, wie man da ganz auf tierversuche verzichten koennen soll, evtl. einmal mit den zellkulturen
Also meine Kosmetika sind alle Tierversuchs frei, Naturkosmetik. Scheit in dem Bereich also absolut unnötig zu sein.
Bei der Medizin bin ich nicht ganz schlüssig. Ein Gefühl habe ich aber. Die Pharmaindustrie ist bestrebt Menschen krank zu halten um ihre Medikamente auch zu verkaufen. Ist ja auch logisch, sonst bräuchte man es nicht. Folglich sind wir eine "kranke" Gesellschaft. Es werden nur Symptome behandelt und nicht die Ursachen.
Benötigt es aber für Ursachenforschung an Tierversuche? Störung der Immunabwehr? Allergien? Stets steigernde Zahlen: Zivilisationsproblem?? Hm...
Im asiatischen Raum bezahlt man einen Heilpraktiker um gesund zu bleiben und nicht erst wenn man bereits krank ist. Auch interessant.
why are animals so abused? used as jackets, bracelets, and shoes cosmetics, and food, and cagd up in zoos i think it should be done to you kill furriers, rip off their heads grate their skin, eat their flesh break into a scientists lab vivisect the fucker, stab em to death slaughter your children like you slaughter veal i show no pity cos its just a meal to me i am smarter so its justified follow your logic and kill your whole family make them drink draino, lysol, and gas then shove electrodes straight up their ass eat malathion, eat DDT, you made your bed, now in it you sleep your ehtics and morals, fucked up and stupid no value for life, unless it is human cl
ich denke nicht das es der Mehrheit der Österreichern egal ist das hierzulande Tierversuche genemigt werden
Die große Mehrheit ist vermutlich einfach zu Faul sich dahingehend zu informieren (siehe Volksbefragung: hätten sich die Leute informiert hätten sie gewusst das Katastrophenschutz auch ohne Wehrpflicht vorhanden sein würde)
bzw haben die meisten Leute in diesem Land Angst vor dem Thema weil sie meist gleich vermuten irgentjemand will ihnen das Fleisch wegnehmen
dass es keine alternative zu tierversuchen gibt u. hoffe, dass man in naher zukunft schon, mit entsetzen zurückblickt auf diese "dunkle zeit", in der es notwendig war lebewesen zu quälen für wissenschaftlichen fortschritt.
... zwischen Tiere Essen und Tierversuche machen.
Da ein Tier Schlachten und Essen direkter Nutzen und sichergestellter Nutzen ist.
Tierversuche sind eher so... ja vielleicht hilfts ja was und es kommt was g'scheits raus.
Das wäre sowieso nicht meine Welt, weder das Schlachten noch das Versuchen. Wenn ich das Beispiel von mir aus her nehme, dann bin ich total überrascht, wie man es sich mit sich selbst vereinbaren kann Tierversuche zu machen. Ich könnte das auf jeden Fall überhaupt nicht...
http://www.youtube.com/watch?v=PirH8PADDgQ
das hat doch schon ganz gut funktioniert, oder?
Wenn wirklich 90 % der Tierversuche unnötig sind ist es wohl klar, dass die Tierschützer mit ihren Anliegen recht haben:
1. Ombudsmann
2. Veröffentlichung eines jeden Antrags auf einen Tierversuch.
3. Viel mehr Information der Öffentlichkeit.
Ich werde die Partei wählen, die ernsthaft gegen diese Missstände eintritt.
Frage an die Tierversuchsverteidiger:
Nennen Sie mir sinnvolle Tierversuche, die "schweres Leid" rechtfertigen!
Krebsforschung, erforschung von Impfstoffen gegen potentiell tötliche Krankheiten oder solche die irreversible Schäden hinterlassen, z.B. HIV, Herpatitis C. tests von neuen antibiotika die auch gegen resistente keime wirksam bleiben.
aber ja, unnötige tierversuche sollten verboten werden.. nur wer entscheidet was nötig ist, und wonach wird entschieden
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