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Herzogenaurach - Europas größter Sportartikelhersteller Adidas schlägt angesichts seiner schwächelnden Tochter Reebok vorsichtigere Töne an. Konzernweit werde der Umsatz 2012 währungsbereinigt nur noch im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Bisher hatte adidas ein Plus von annähernd zehn Prozent für möglich gehalten. Die Gewinnprognose für 2012 bestätigte adidas. Im dritten Quartal schnitt der Konzern besser ab als viele Analysten es erwartet hatten. Zudem gab der Konzern einen ersten Vorgeschmack auf 2013 und stellte weitere Umsatz- und Gewinnsteigerungen in Aussicht. Die Aktie fiel im frühen Handel um 2,57 Prozent.
Bei Adidas läuft es derzeit in fast allen Bereichen glänzend. Schwachpunkt des Konzerns ist aber die Tochter Reebok, die im dritten Quartal einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 25 Prozent verkraften musste. Der US-Tochter fehlen derzeit vor allem zündende Produktideen. Nachdem der Toning-Trend, bei dem durch spezielle Schuhe und Kleidung die Muskeln stimuliert werden sollen, viele derartige Produkte auf den Markt geschwemmt hatte, hält sich adidas derzeit etwas zurück. Auch in Indien gab es Probleme wegen der Machenschaften des dortigen Managements. Zudem hat Reebok den Ausrüstervertrag für die National Football League (NFL) an Nike verloren.
Neben Reebok läuft derzeit auch das Geschäft bei der Schuhmarke Rockport schlechter als gedacht. Zusätzlich bremst der Tarifstreit in der nordamerikanischen Eishockeyliga (NHL) den adidas-Konzern. Vorstandschef Herbert Hainer zeigte sich dennoch gewohnt zuversichtlich, zumindest für den Gewinn.
"Wir haben in den letzten sieben Quartalen den Gewinn schneller gesteigert als den Umsatz. Somit können wir sicher sein, für das Gesamtjahr 2012 erneut Rekordergebnisse zu erzielen", sagte Hainer laut Mitteilung. Seinen Gewinn will Adidas im Gesamtjahr weiterhin auf 770 bis 785 Millionen Euro steigern. Das entspricht einem Plus von 15 bis 17 Prozent. Auch 2013 ist eine deutlich zweistellige Gewinnsteigerung drin, kündigte Adidas an. Der Umsatz soll im kommenden Jahr weiter zulegen und die operative Marge auf neun Prozent klettern.
Im dritten Quartal konnte Adidas die Erwartungen der meisten Analysten schlagen. Der Betriebsgewinn legte um 12 Prozent auf 494 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente adidas 344 Millionen Euro und damit 13,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz schnellte um 11,4 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro in die Höhe. Der Ausbau des eigenen Einzelhandels, die Zuwächse in den Schwellenländern und Währungseffekte wirkten sich günstig aus.
In Westeuropa konnte Adidas seinen Umsatz währungsbereinigt um ein Prozent steigern. In Osteuropa, Lateinamerika und China wuchs der Konzern hingegen zweistellig. In Nordamerika ging der Umsatz wegen Reebok währungsbereinigt um knapp fünf Prozent zurück.
Bisher hat sich die Sportartikelbranche vergleichsweise krisenresistent gezeigt. Zuletzt musste allerdings die weltweite Nummer eins, Nike, gleich zwei Quartale hintereinander einen Gewinnrückgang vermelden. Noch mehr zu kämpfen hat derzeit die Nummer drei der Branche, Puma. Der Hersteller hatte vor wenigen Wochen die Märkte mit einen Gewinneinbruch geschockt und musste bereits im Sommer seine Prognose senken. Bei Puma laufen die Kosten aus dem Ruder. Das Unternehmen, an dem der Luxusgüterkonzern PPR die Mehrheit hält, wird derzeit umgebaut. (APA, 8.11.2012)
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