Adipositas: Das Fett am Bauch ist kein Schwimmring

Die viszerale Adipositas hat Einfluss auf die Entstehung von Krebs

Ulm - Jeder fünfte Deutsche ist schwer übergewichtig, Tendenz steigend. Neben den offensichtlichen Einschränkungen, die hohes Körpergewicht mit sich bringen, entstehen häufig eine Vielzahl von Begleiterkrankungen. So gibt es Hinweise darauf, dass das Risiko für bestimmte Tumorarten und eine besondere Form der Virilisierung von Frauen bei starkem Übergewicht steigt. Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erklären Ärzte beim 7. Ulmer Adipositastag.

Die Fettreserven am Bauch sind nicht einfach ein Schwimmring, sondern arbeiten im Körper wie ein Organ. "Inzwischen gibt es vermehrte Hinweise darauf, dass vor allem die viszerale Adipositas, also das Bauchfett, Einfluss auf die Entstehung von Krebs im Magen-Darmtrakt hat", erläutert Doris Henne-Bruns, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Ihre Klinik organisiert den 7. Ulmer Adipositastag für Ärzte und Betroffene. Vermehrt ist bei stark übergewichtigen Frauen auch eine Stoffwechselstörung zu beobachten, die zu erhöhter Zystenbildung an den Eierstöcken, Zyklus- und Fruchtbarkeitsstörungen (Poly-Cystisches Ovarsyndrom) führen kann. Zudem kann eine vermehrte Produktion des männlichen Sexualhormons eine Virilisierung mit verstärktem Haarwuchs im Gesicht und am Körper zur Folge haben.

Operation als Chance

Weitere Themen beim Ulmer Adipositastag: Welches körperliche Training hilft Patienten bei der Gewichtsreduktion und welche chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es. "Wir nehmen eine Magenverkleinerung mit verschiedenen Verfahren nur vor, wenn Patienten so schwer sind, dass eine konservative Gewichtsabnahme kaum möglich ist", erklärt Anna Maria Wolf, Oberärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. "Außerdem achten wir darauf, ob Patienten bereit sind ihren Lebensstil zu ändern und die Operation als Chance dafür begreifen." (red, derStandard.at, 8.11.2012)

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