Neue Sechs-Milliarden-Fusion für Dexia

8. November 2012, 09:32
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Paris und Brüssel verständigen sich auf eine weitere Kapitalspritze für die angeschlagene belgisch-französische Bank

Brüssel/Paris - Paris und Brüssel haben sich auf eine weitere Kapitalspritze in Höhe von 5,5 Milliarden Euro für die angeschlagene belgisch-französische Dexia-Bank verständigt. Belgien werde davon 2,915 Milliarden Euro übernehmen, auf Frankreich entfielen 2,585 Milliarden Euro, teilte der belgische Finanzminister Steven Vanackere nach Verhandlungen mit seinem französischen Kollegen Pierre Moscovici in der Nacht auf Donnerstag mit und damit kurz vor Veröffentlichung der Quartalszahlen der Bank. Die EU-Kommission muss der Vereinbarung noch zustimmen.

Die Dexia-Bank stand im vergangenen Jahr infolge der Euro-Schuldenkrise kurz vor dem Zusammenbruch und wird deshalb abgewickelt. Die EU-Kommission erlaubte Belgien, Frankreich und Luxemburg Ende September, die Bank bis zum 31. Jänner mit einer Garantie in Höhe von 55 Milliarden Euro zu stützen. Der Schirm soll die geordnete Zerschlagung der Bank gewährleisten. Die Bank hat weitere Milliardenverluste aufgehäuft. In den ersten neun Monaten des Jahres summierte sich der Nettoverlust auf knapp 2,4 Mrd. Euro, teilte der Finanzkonzern am Donnerstag in Brüssel mit. Das Eigenkapital der Bank sei ins Minus gerutscht - deshalb wurde eine Rekapitalisierung durch den Staat unvermeidbar.

Dexia gilt als erstes Opfer der Euro-Schuldenkrise und wurde schon zweimal mit Staatshilfen gerettet. Belgien, Frankreich und Luxemburg hatten sich im Oktober 2011 auf die Aufspaltung der Bank geeinigt, die wegen enormer Kosten nur mit staatlicher Hilfe möglich ist. (APA, 8.11.2012)

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