Reizdarmsyndrom: Gruppenhypnose kann helfen

8. November 2012, 09:01
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Hypnose lindert die Beschwerden und steigert die Lebensqualität der Betroffenen

Wien - Funktionelle Beschwerden des Verdauungsapparates, wie das Reizdarmsyndrom (RDS), stellen in der Gastroenterologie eine häufige Diagnose dar. Je nach Studie sind vom RDS zwischen 10 und 20 Prozent der Bevölkerung betroffen. Nur 20 bis 50 Prozent der Betroffenen nehmen ärztliche Hilfe in Anspruch.

"Eine Therapie bedarf einerseits einer symptomorientierten, medikamentösen Behandlung", sagt Gabriele Moser, Leiterin der Spezialambulanz für gastroenterologische Psychosomatik, am Wiener AKH und ergänzt, dass immer zusätzlich eine psychotherapeutische Betreuung angeboten werden sollte. In Studien zeigte sich die Behandlung funktioneller Störungen im Magen-Darm-Trakt mit Hilfe einer Einzelhypnose als besonders Erfolg versprechend. 

Teure Einzelsitzungen

"Insbesondere eine therapeutische Hypnosetechnik, die speziell auf den Bauch zielt, kann über Jahre die Beschwerden und Arztbesuche vermindern und die Lebensqualität steigern", so Moser. In einer aktuellen Studie konnte nun gezeigt werden,  dass Gruppenhypnose in Kombination mit medikamentöser Standardbehandlung eine effiziente Therapie des Reizdarmsyndroms ist. "Die Darmsymptome nahmen in der Hypnosegruppe im Vergleich zur Gruppe, die nur Standardmedikation erhielt, deutlich ab, ebenso Ängstlichkeit, Depression und psychische Beeinträchtigungen. Das ist ein für die künftige Behandlungspraxis sehr wichtiges Ergebnis, denn hypnotherapeutische Einzelsitzungen sind relativ teuer und daher für den klinischen Alltag wenig praktikabel", betont die Expertin anlässlich der 12. Österreichischen Schmerzwochen. (red, derStandard.at, 8.11.2012)

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