Niederländische FARC-Rebellin hofft auf echten Frieden in Kolumbien

7. November 2012, 23:23
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34-Jährige nimmt an Friedensverhandlungen in Kuba teil

Bogota/Havanna - Gut eine Woche vor der Fortsetzung der Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und den Rebellen der Revolutionären Streitkräfte (FARC) hat die aus den Niederlanden stammende FARC-Sprecherin Tanja Nijmeijer die Hoffnung auf einen nachhaltigen Frieden geäußert. "Wir haben viel Hoffnung, dass die kolumbianische Regierung endlich Reformen zustimmen wird, die das Land braucht, und dass endlich Frieden herrschen kann", sagte die 34-Jährige nach ihrer Ankunft in Kubas Hauptstadt Havanna in einem Exklusiv-Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Nicht "nur Schweigen der Waffen - Frieden mit sozialer Gerechtigkeit" sei ihre Vorstellung vom Ausgang der Friedensgespräche, sagte Nijmeijer. Norwegen und Kuba vermitteln in dem Konflikt, in dem nach Schätzungen der Regierung in Bogota bisher etwa 600.000 Menschen getötet wurden. Die Friedensgespräche hatten am 18. Oktober in Norwegen begonnen, am Donnerstag kommender Woche sollen sie in Havanna fortgesetzt werden.

Bei den Gesprächen soll es auch um die ländliche Entwicklung und die Landverteilung in Kolumbien gehen, wo der Großteil des Lands wenigen Großgrundbesitzern gehört. Auch die künftige Rolle der FARC im politischen Leben Kolumbiens, die Bekämpfung des Drogenhandels und der Umgang mit den Opfern des jahrzehntelangen Konflikts stehen auf der Tagesordnung.

Nijmeijer arbeitet für die FARC als Übersetzerin und Sprecherin und lehrt marxistische Grundsätze. Damit sie zu den Friedensgesprächen reisen konnte, musste Kolumbiens Generalstaatsanwaltschaft den Haftbefehl gegen sie aufheben. Nach ihr wurde unter anderem wegen der Entführung von drei US-Bürgern 2003 gefahndet. (APA, 7.11.2012)

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