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Im Oktober 2010 erklärte Senator Mitch McConell, der Führer der Republikaner, dem National Journal stolz: "Das Wichtiste, was wir erreichen wollen, ist, dass Obama nur eine Amtszeit erlebt." - Nun, Mitch, zufrieden mit deinem Erfolg?
Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche komplexe emotionale Chemie diese Wahl zu Obamas Gunsten entschieden hat, aber mein Verdacht ist folgender: Ausschlaggebend war schlussendlich wohl die mehrheitliche Überzeugung der US-Bürger, dass Obama, ungeachtet seiner Schwächen, sein Bestes versuchte, um all das, woran Amerika leidet, zu reparieren, und dass er es mit einer Rep-Partei zu tun hatte, die ihm dabei nicht einmal auf halbem Weg entgegenkam, sondern ihn nur scheitern sehen wollte. Angesichts des heutigen Tages finde ich McCollins Aussage geradezu abstoßend. Man vergegenwärtige sich nur all die Probleme, mit denen wir in den letzten vier Jahren zu tun hatten - und stelle dem die eingangs zitierte Aussage des Senators gegenüber.
Das hat in meinen Augen den entscheidenden Unterschied ausgemacht. Die Reps haben eine Wahl verloren, die sie angesichts der Wirtschaftslage eigentlich hätten gewinnen müssen.
Viele Amerikaner sind offenkundig mit wenig Enthusiasmus - gegenüber beiden Kandidaten - zur Wahl gegangen, aber mit einer klaren Vorstellung davon, wen sie bevorzugen. Die Mehrheit schien Obama zurufen zu wollen: " Du hast beim ersten Mal nicht alles richtig gemacht, aber wir möchten dir eine zweite Chance geben." In gewisser Weise votierten sie also ein zweites Mal für "Hope and Change".
Ich glaube auch nicht, dass das Ergebnis viel mit der Gesundheitsreform oder Programmen wie "Race to the Top" zu tun hatte. Es war mehr ein Votum für Obamas Charakter. "Wir haben den Eindruck, dass du dich bemühst. Jetzt streng dich noch mehr an. Lerne aus deinen Fehlern. Reich der Gegenseite die Hand, auch wenn sie dir die ihre verweigert und fokussiere dich wie ein Laser auf die Ökonomie, sodass alle, die heute ohne Begeisterung für dich gestimmt haben, ihre Entscheidung künftig nicht bereuen."
Deswegen ist Obamas Sieg für die Republikaner auch so verheerend: Ein Land mit nahezu 8 Prozent Arbeitslosigkeit gibt lieber dem amtierenden Präsidenten eine zweite Chance als Mitt Romney die erste. Die republikanische Partei hat akuten Gesprächsbedarf - mit sich selbst.
Die "Reds" haben nun zwei Wahlen in Folge verloren, weil sie ihren Spitzenkandidaten in den Vorwahlen mit Rücksicht auf die ultrakonservative Basis so weit nach rechts gedrängt haben, dass er nicht mehr nahe genug an die Mitte herankam, um auch bundesweit zu reüssieren.
Es genügt nicht, wenn Republikaner ihren demokratischen Kollegen im Privatgespräch sagen: "Ich wünschte, ich könnte dir helfen, aber unsere Basis ist verrückt." Sie brauchen ihre eigene Reformation. Die Mitte-rechts-Fraktion muss sich das mit der Rechts-außen-Fraktion ausstreiten, oder man wird für lange Zeit eine Minderheitsfraktion bleiben ...
Viele in der kommenden Generation der USA wissen, dass der Klimawandel real ist, und wollen daher, dass etwas dagegen geschieht. Viele von ihnen werden hispanischer Herkunft sein und auf eine humanere Einwanderungspolitik bestehen. Viele dieser nächsten Generation sehen homosexuelle Männer und lesbische Frauen in ihren Familien, Arbeitsplätzen und Armeeunterkünften und möchten ihnen nicht die Rechte vorenthalten, die auch alle anderen haben. Die Republikaner sind zu sehr im Krieg mit dieser nächsten Generation und all ihren Anliegen.
Vor diesem Hintergrund ist die größte nationale Herausforderung der kommenden vier Jahre, wie wir auf die Wandlungen in Technologie und Globalisierung antworten, die in kurzer Zeit den gut bezahlten Mittelklasse-Job für Mittel-Qualifizierte zunehmend obsolet gemacht hat. Gut bezahlte Jobs wird es bald nur noch für Hochqualifizierte geben.
Die Antwort auf diese Herausforderung wird auch politische Phantasie erfordern - eine Mischung aus Bildungsreformen und unkonventionellen Kooperationen zwischen den Bereichen Business, Schule, Universität und Regierung, um lebenslanges Lernen zu ermöglichen.
Dafür werden vor allem Reformen in der Steuer- und der Fremdenpolitik nötig sein. Das Amerika von heute braucht dringend eine Mitte-rechts-Partei, die für all diese Probleme leistungs- und marktorientierte Lösungen anbietet - aber auch die Bereitschaft, der Gegenseite auf halbem Weg entgegenzukommen. Das Land hungert nach praxisorientierter Zusammenarbeit ohne parteipolitische Scheuklappen und wird jene Politiker achten, die das fördern, und jene bestrafen, die es nicht tun.
Die Stimmen sind ausgezählt. Präsident Obama muss an die Arbeit gehen, um die ihm gegebene zweite Chance wahrzunehmen. Und die Republikaner müssen lernen zu begreifen, warum das alles so gekommen ist. (Thomas L. Friedman, DER STANDARD, 8.11.2012)
Thomas L. Friedman ist Kolumnist der "New York Times", die diesen Beitrag erstpubliziert hat.
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Wenn damals Romney statt Obama US Präsident geworden wäre wäre die USA in eine Rezession - es würde massive Konflikte geben oder glaubt irgendwer die Occupy Proteste wären unter einen republikanischem Präsidenten derart friedlich geblieben ? - und es würde seit 2010 Krieg mit Iran geben . Insoferne hat die USA - und damit die Welt ziemliches Glück gehabt
Aber ich denke die Grünen können auf die Stimmen von Sexisten - also auf Deine - verzichten . Soviel Moral geht schon noch
Dies ist die Reaktion von Michael Nok auf Ihren Forenbeitrag zu
"Gerechtigkeit für Obama: Hope and Change, Teil 2" (Link: http://derStandard.at/plink/135... /28824663)
dachte das waere die Antwort hierzu
http://derstandard.at/plink/135... id28824219
Ob Öl Waffen oder Dollarstabilisierung . Das hat nichts mit Verschwörungstheorien zu tun - Das ist Realität . Grossmachts Politik ist ja kein Kindergarten wo nach deinen naiv demokratischen Regeln gespielt wird . Das ist nicht einmal in dem kleinen global unbedeutendem Österreich so
Es wäre McCain geworden.
Die derzeitige republikanische Partei, Tea Party, all die skurrilen Gestalten im Kongress und eben Romney sind ja vor allem als Antwort auf den Wahlsieg Obamas zu sehen.
Abgesehen davon, dass man wohl Extrempositionen in Opposition zum (seltsamerweise als extrem Linken wahrgenommenen) Obama einnehmen möchte ist nur eine Seite der Medaillie.
Die Quelle aus der sich die Tea Party speist ist Rassismus - nicht mehr und nicht weniger. Und die Demütigung des weißen Mannes, plötzlich von einem Schwarzen regiert zu werden.
Man möchte sich nicht die Entwicklungen in der FPÖ vorstellen, wenn Alev Korun Kanzlerin werden würde.
Und das es ist nicht egal ist wer US Präsident ist . Noch einmal einfach : Meine Geschichte beginnt so : Was wäre wenn vor 4 Jahren die Wahl zwischen Obama + Romney gewesen wäre
sie dann jedenfalls arbeiten
https://www.google.com/search?q=... 00&bih=730
Man hatte einfach andere Sorgen und kein Geld.
Androsch ist in mein Gymnasium gegangen, zwar ein Weilchen vor mir, aber mit meinen älteren Geschwistern.
Der sah nicht immer so aus, wie Sie ihn kennen.
Für einen Sozialisten war sein Outfit dann auch eher kontraproduktiv.
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