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vergrößern 850x500Für scharfe Klingen braucht es einen scharfen Verstand: drei der in den Pinnacle-Point-Höhlen gefundenen Mikrolithe (li.) und ihr möglicher Einsatz als Mordwerkzeug (re.).
London/Wien - Wann wurde der moderne Mensch zum modernen Menschen - und was gab dafür den Ausschlag? War es die Entwicklung eines höheren Bewusstseins, oder doch der Umgang mit komplexen Werkzeugen und das Erfinden tödlicher Waffen? Spektakuläre Funde in den Pinnacle-Point-Höhlen an der südafrikanischen Küste dürften jedenfalls für eine Vordatierung dieser zweiten menschlichen Begabung sorgen.
Das internationale Forscherteam um Kyle Brown von der Universität Kapstadt entdeckte in den Höhlen sogenannte Mikrolithe, also kleine, hitzebehandelte Klingen aus Stein. Bei Analysen stellte sich heraus, dass diese tödlichen Werkzeuge 71.000 Jahre als sind - und damit viel älter als bisher bekannte Funde. Die Archäologen gehen davon aus, dass diese Klingen auf Pfeile und Speere montiert wurden und so für tödliche Verletzungen sorgten.
Frühere Studien gingen davon aus, dass Methoden zur Herstellung dieser komplexen Werkzeug frühestens vor rund 65.000 Jahren entwickelt wurden und dass diese Techniken 5000 Jahre später wieder verschwunden sind und neu erfunden werden mussten. Die neue Entdeckung widerlegt diese These. Denn wie die Forscher im Fachblatt "Nature" schreiben, hat sich die Herstellung dieser tödlichen Waffe sich über einen Zeitraum von 11.000 Jahren konstant gehalten. Zugleich sprechen die Funde dafür, dass frühe moderne Menschen in Südafrika einen Verstand besaßen, der scharf genug war, um diese scharfen Steinklingen herzustellen und das Wissen darum von Generation zu Generation zu überliefern.
Die Bedeutung dieser Erfindung ist nicht hoch genug einzuschätzen, wie die Paläoanthropologin Sally McBrearty in einem Kommentar schreibt: Pfeile und Speere, die mit den Klingen scharf gemacht wurden, könnten für das erfolgreiche Überleben der modernen Menschen außerhalb Afrikas ausschlaggebend gewesen sein, zumal beim Zusammentreffen mit den Neandertalern. (tasch/DER STANDARD, 8. 11. 2012)
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Mir erscheint es wenig plausibel, dass die scharfen Klingen im 90 Grad Winkel (wie auf dem Foto abgebildet) auf den Speeren befestigt wurden.
Ich würde eher davon ausgehen, dass man sie längs montiert hat, weil dabei die Befestigung viel einfacher ist und stabiler ist.
Für Jagdwaffen, bei denen das Tier schnell getötet werden soll, gebe ich Ihnen völlig recht.
Für Kriegswaffen gegen Menschen ist das schon anders. Die Steinwaffen der Indianer Mittelamerikas bei Ankunft der Spanier Anfang 16 Jhd waren auch so montiert, wie auf dem Foto oben gezeigt. Es galt den Gegner zu verletzten, aber nicht zu töten. Man brauchte ihn ja noch als Sklaven oder für Menschenopfer.
Auch mittelalterliche europäische Pfeilspitzen aus Metall waren oft nicht klassisch spitz, sondern dreiecks-, rauten- oder sogar rund- quadratisch- und sichelförmig im 90° Winkel zum Schaft.
heute werkzeuge zur wahlverarbeitung:
http://www.visualphotos.com/photo/4x8... 928962.jpg
in 10.000 jahren mordinstrumente mit denen wir uns permanent gegenseitig umgeknüppelt haben
geschichtsschreibung ist was spannendes, und manchmal würde selbst spielbergs phantasie dazu nicht ausreichen......
Gilt das nicht, weil es blos die Neandertaler waren?
http://derstandard.at/135026061... rn-zerlegt
schaut mir eher nicht nach mordwerkzeug aus, obwahl ja bekanntlich alles alte was wir finden vorzugsweise entweder mit totenkult, oder mit mord und totschlag in verbindung gebracht wird - schließlich war die erde niemals friedlicher und lebendiger als heute, oder zumindest sollen wir das glauben......
für mich schauen die dinger wie ein skinner aus, ein instrument um dem mammut das fell über die ohren zu ziehen - vor allem der rechte "schaber" scheint mir als waffe eher ungeeignet....
Geh bitte, wenn schon Raben und Kakadus sich werkzeuge basteln, warum soll nicht auch der Mensch vor 100.000 Jahren in der Lage gewesen sein, irgendeinen spitz zu schnitzen und irgendwo draufzustecken. Warum hält man die alle für so blöd und ist dann soo erstaunt? Ich weiss es natürlich auch nicht, aber ich glaub das nicht- es wird ja immer alles älter. Liegt halt vielleicht am Mangel an den Fundstücken und datierbaren Material. Bis vor einigen Jahren wars ausserdem noch recht schwer was über die 14C Grenze zu datieren (c. 50.000 Jahre).
Aber Sie sagens ja selbst. Es ist eine Sache, anzunehmen, dass die Menschen schon vor 100 000 Jahren sich was basteln konnten (was ich für absoulut wahrscheinlich halte). Es zu beweisen, ist etwas anderes.
Das Problem liegt mehr in der Rhetorik, dass jeder neue Fund als Riesensensation angepriesen wird, nachdem wir angeblich jedesmal die Geschichte umschreiben müssten. Müssen wir in Wirklichkeit nur selten.
Ich hab von meinem Institut aus keinen Zugriff auf den Artikel, frage mich allerdings, ob das Material stratigraphisch datiert wurde, oder - falls C14 - kalibriert ist? Trotzdem gibt es meines Wissens nach schon im mittleren Pleistozän Mikrolithe ähnlicher Form...
ist ihnen der trend noch nie aufgefallen, dass menschliche funde generell älter werden, vermutlich aufgrund -) von mehr funden, und genaueren und tieferen altern. ist evenetuell logisch-das sollte man aber mal versuchen zu evaluieren. da ist so ähnlich wie man ablgagerung jüngeren alters generell übersschätzt einfach weil mehr erhalten ist.
http://www.nature.com/nature/jo... 09044.html
Noch viel spektakulärer finde ich, dass sie damals offenbar schon die arabischen Ziffern gekannt haben, wie man am rechten Bild deutlich sehen kann. Das lässt darauf schließen, dass die Zeichen sich zuerst von Südafrika in den arabischen Raum verbreiteten, und dann erst bei und gebräuchlich waren. Oder es gab damals schon einen Austausch zwischen einer heute unbekannten noch höher entwickelten Kultur in Arabien und den Südafrikanern.
wenn so ein ding 1cm breit und ca 3 cm lang war, wurde das wohl eher an bleistiften befestigt - vielleicht als radier"gummi/stein" und die ziffern geben die stärke an, diese höhle gehörte eindeutig einem architekten^^
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