Mehr Wohnungen in der Seestadt Aspern

    7. November 2012, 17:39
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    Der Masterplan wurde abgeändert, weil bei den Unternehmen "mehr arbeitsplatzintensive und weniger flächenintensive Branchen die Nachfrage dominieren"

    20.000 Menschen sollen dereinst in der "Seestadt Aspern" in Wien-Donaustadt leben, hieß es bisher stets. Es könnten nun allerdings substanziell mehr werden, denn statt der 2007 im Masterplan von Johannes Tovatt ursprünglich vorgesehenen 8.500 Wohnungen sollen es neuerdings 10.500 werden. Entsprechendes Potenzial habe eine Überprüfung des Masterplans zutage gefördert, gab Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) am Mittwoch bekannt.

    Als Grund führte sie in einer Aussendung an, dass bei der Suche nach Unternehmen, die sich in der Seestadt niederlassen wollen (weiterhin sollen dort 20.000 Arbeitsplätze entstehen), "mehr arbeitsplatzintensive und weniger flächenintensive Branchen die Nachfrage dominieren als 2007 angenommen".

    "25er" wird gleich verlängert

    Die Wiener Stadtplanung, der "aspern Beirat" und die Entwicklungsgesellschaft Wien 3420 AG hätten deshalb gemeinsam mit Tovatt den Masterplan "weiterentwickelt", die aktualisierte Fassung sei in der gestrigen Sitzung der Stadtentwicklungskommission auch bereits "mehrheitlich" angenommen worden. (Der Masterplan selbst war 2007 vom Wiener Gemeinderat einstimmig verabschiedet worden.)

    Zusätzlich sei am Dienstag ein Antrag eingebracht worden, der die Verlängerung der Straßenbahnlinie 25 bis in die Seestadt bereits zeitgleich mit der Besiedelung der ersten Wohnbauten vorsieht. "Diese Aktualisierungen sind ein wichtiger Schritt, um die weitere Entwicklung im Norden des Areals auf eine sichere Basis zu stellen", erklärte Vassilakou.

    VP: 20.000 Arbeitsplätze illusorisch

    Für den Planungssprecher der Wiener VP, Bernhard Dworak, wird hingegen "bei der Seestadt Aspern weiter herum gepfuscht". Die 20.000 versprochenen Arbeitsplätze "dürften eher aus dem Wunschbuch sein, da bisher kaum Betriebe mit einer nennenswerten Beschäftigtenanzahl für eine Ansiedlung gewonnen werden konnten", schrieb er in einer Aussendung und kritisierte außerdem, dass für die soziale Infrastruktur "noch keine genaueren Planungen vorliegen" würden. Nicht geklärt sei auch die planerische Integration der Seestadt in den Gesamtbezirk.

    Im ersten Gebäude der Seestadt, dem kürzlich fertiggestellten Technologiezentrum "Aspern IQ", fand Dientagabend ein "KMU-Gipfel" des (SP-nahen) Jungen Wirtschaftsverbandes Wien statt. Ziel der Veranstaltung war es, Klein- und Kleinstunternehmen sowie Jungunternehmer über eine mögliche Unternehmensansiedlung in der Seestadt zu informieren. Laut einer Aussendung waren 200 Interessierte dabei. (red, derStandard.at, 7.11.2012)

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