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Forscher untersuchen den Zustand eines Trinkwasserbrunnens.
Berlin - Wenn Trinkwasserbrunnen älter werden, beginnt die geförderte Wassermenge kontinuierlich zu sinken, obwohl die Wasserpumpen mit gleicher Kraft arbeiten. Über einen der wichtigsten für die Alterung verantwortlichen Prozesse berichtet das KompetenzZentrum Wasser Berlin - die sogenannte "Verockerung". Dabei wachsen die im Grundwasser stehenden Brunnen-Filterrohre langsam mit eisenhaltigen Biofilmen zu. Dieser Belag wächst ständig nach und zwingt Brunnenbetreiber zu aufwändigen und oft teuren Reinigungsmaßnahmen.
Allerdings läuft der Prozess von Brunnen zu Brunnen unterschiedlich ab: Manche sind schon nach fünf Jahren nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, andere dagegen liefern ohne gravierende Leistungsverluste mehr als 30 Jahre ausreichend sauberes Wasser. Im Rahmen des Forschungsprojektes WellMa haben Ingenieure, Hydrogeologen und Mikrobiologen in den vergangenen fünf Jahren mehr als 20 unterschiedliche Brunnen im Betrieb untersucht, um die Ursachen der Verockerung zu verstehen.
Dabei haben sich bisherige Erkenntnisse bestätigt, dass ein komplexes Wechselspiel von mehreren sich wechselseitig beeinflussenden Faktoren die Verockerung antreibt. Im Grundwasser natürlich vorkommendes gelöstes Eisen sowie Luftsauerstoff, der bei bestimmten Betriebsweisen von Brunnen in den Untergrund eingeschleppt werden kann, sind die wichtigsten Schlüsselfaktoren. Und es sind Eisenbakterien, die durch diesen Luftsauerstoff verstärkt zum Wachstum angeregt werden. Wenn alle Faktoren in einer bestimmten Konstellation zusammenwirken, entstehen die lästigen Eisenablagerungen auf den Brunnen-Filterrohren.
Aus ihrer Untersuchung haben die Forscher insgesamt 53 Parameter abgeleitet, anhand derer der Betriebszustand eines Brunnens genau beschrieben werden kann. Diese Systematik soll Brunnenbetreibern zu gezielteren Maßnahmen zur Instandhaltung verhelfen. (red, derStandard.at, 9. 11. 2012)
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Projekt WellMa
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