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Wien - Die ÖVP reagierte extrem sauer auf den Vorstoß der SPÖ, bei der Regierungsklausur am Freitag dem Ausbau der Ganztagsschulen einen zusätzlichen Schub zu geben, indem die Mittel dafür zwischen 2014 und 2018 verdoppelt werden. Wie der Standard berichtet hat, sind Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Bundeskanzler Werner Faymann einig, dass mehr Geld in Ganztagsschulen investiert werden müsse.
Für diesen überraschenden Vorstoß setzte es am Mittwoch aus der Volkspartei den Vorwurf des "Dilettantismus". Auch Vizekanzler Michael Spindelegger, der noch am Dienstagabend den SPÖ-Wunsch als nicht akkordiert und zudem unfinanzierbar zurückgewiesen hatte, war ziemlich unerfreut über die Aktion des Koalitionspartners: "Das geht nicht, das ist keine Politik, so etwas über die Medien auszurichten. Der ÖVP ist die freiwillige Nachmittagsbetreuung sehr wichtig, insbesondere im urbanen Bereich gibt es Nachholbedarf", hieß es aus Spindeleggers Büro auf Standard-Anfrage: "Aber man muss auch sehen, dass das Geld nicht unbeschränkt vorhanden ist, außerdem gibt es einen Budgetbeschluss dieser Regierung bis 2016, der Schulden abbauen will - und nicht überstrapazieren durch ständig neue Forderungen."
Ein ÖVP-Politiker, Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer, unterstützt dagegen die SPÖ-Forderung nach mehr Geld für den Ausbau ganztägiger Schulformen umstandslos. Immerhin wären die Gemeinden als Schulerhalter davon auch Profiteure. Im Ö1-Mittagsjournal sagte Mödlhammer: "Wenn man das Angebot ausdehnen will, dann muss man Geld in die Hand nehmen. Und wenn man es nicht will, dann muss man das auch klar und deutlich sagen."
Eine ganze Reihe von SPÖ-Politikern (der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch und die Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl) und Vorfeldorganisationen (Aktion Kritischer Schüler_innen, Kinderfreunde) tat das am Mittwoch auch. Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller nannte im Standard-Gespräch Schmieds Vorstoß "absolut berechtigt". Schulische Tagesbetreuung sei "mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Schule und soll daher weiter ausgebaut werden". Als Bildungsreferentin verwies sie auf den "großen Schub" durch die Anschubfinanzierungsmittel, die der Bund durch die Beschlüsse bei der Regierungsklausur 2010 in Loipersdorf beschlossen hat (80 Millionen Euro jährlich). In Salzburg etwa könnten dadurch im kommenden Schuljahr 400 Schüler mehr Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen als im vergangenen Jahr (insgesamt rund 3700).
An diese 2014 auslaufende Anschubfinanzierung erinnerte auch FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz. Er befürchtet, dass deren Auslaufen die Ganztagsschul-Initiative "abwürgen" könnte, zumal die " prekäre finanzielle Lage der Gemeinden" ja bekannt sei.
Grünen-Bildungssprecher Harald Walser, im Zivilberuf AHS-Direktor in Vorarlberg, kritisierte die rot-schwarze Ankündigungs- und Konfliktkultur in Sachen Ganztagsschulen: "Die gesellschaftliche Realität erfordert ebenso wie die Pädagogik seit langem ganztägige Schul- und Betreuungsformen." (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 8.11.2012)
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schmied hat seit 2009 - regierungsklausur in graz - ausreichend geld und beschlüsse der bundesregierung, die ganztagesschule umzusetzen.
die plötzliche forderung nach 'mehr geld' ist reine ablenkung davon, dass seit 2009 bei der ganztagesschule nichts erreicht wurde
Natürlich ist es eine Provokation, wenn man zuerst ein Budget beschließt und dann, ohne Konsens mit dem Partner, vorprescht und großartig "Forderungen" stellt, von denen man weiß, dass eigentlich niemand mitkann, der das eigene Budget ernst nimmt!
Ein durchsichtiges Manöver!
Diesmal die Edition "Ganztagsschule": SPÖ dafür, ÖVP dagegen. Nächste Ausgabe dann wieder "Gesamtschule": SPÖ dafür, ÖVP dagegen. Zwischendurch dann mal eine Sonderedition "Lehrerdienstrecht" mit den bekannten Positionen.
Das Konzept der ÖVP in der Schul- und Bildungspolitik ist klar und verständlich. Es lautet: NEIN zu allem, was Veränderung bedeuten würde.
dilettantismus ist aber das trademark der övp! nach jahrzehnten des stillstandes, aufgrund schwarzer betonpolitik im unterrichtsministerium,würde sich endlich etwas bewegen!
hauptsache milliarden in die "bankenrettung" pulvern! danke hr.spindelegger, unfähige, arrogante leistungsträger pfeifen auf unsere kinder!
noch was:nachholbedarf im urbanen bereich was kinderbetreuung betrifft ist ja wohl der witz des tages! schon mal in niederösterreich was von nachmittagsbetreuung gehört?
die form der ganztagesschule wäre (extra konjunktiv II) eine gute sache, wenn die kinder genug grünflächen in der umgebung jeder schule hätten. schließlich sind sie den gesamten tag dort, da sollte man dann auch darauf achten, dass ein wenig natur die kinder umgibt! man benötigt genug PLATZ UND RAUM, genug heißt in diesem kontext mindestens das doppelte, was derzeit in den AHSen vorhanden ist! auch nicht unwichtig: GUTES UND GESUNDES ESSEN
und verbringen den Rest des Tages unbeaufsichtigt, da beide Elternteile arbeiten.
Ihr solltet eure Scheuklappen einmal ablegen und schauen, wo es anderswo ist, im "gelobten" Land z.B.
die vom Säuglingsalter an gelernt haben und darauf gedrillt wurden, sich dem Kollektiv unterzuordnen.
Und das eigene Denke praktisch verlernt haben, und ja nicht aufbegehren.
Eine gewisse Elite braucht man natürlich noch im Land. Das sind dann die Kinder unserer Entscheidungsträger von Politik und Wirtschaft, die unleistbar teure Privatschulen besucht haben.
Dazu gehören selbstverständlich die Kinder und Enkel der Sozis (siehe Kinder von Tony Blair in GB).
Und diese bestimmen dann über den Pöbel, der max. den Einheitsschulbrei verabreicht bekommen hat.
Unter dem Deckmantel "flächendeckendes Angebot schaffen" sollen im ersten Schritt mal möglichst viele Schulen umgestellt werden. Aber wenn Sie die Berichterstattung genau verfolgen, machen Schmied, Brandsteidl, Walser, usw. keinen Hehl daraus, dass das die "ideale" Schulform für alle sein soll und in ein paar Jahren wird es dann keine andere mehr geben (siehe NMS).
das ist die ganztagesschulform, die eben geplant ist...evtl. sogar mit projektunterricht etc. da ist es dann unmöglich das kind früher abzuholen. das kind muss dann bis 17 oder 18 uhr in der schule bleiben!!! denn der ganze stundenplan ist darauf ausgerichtet...
In dem Gymnasium das meine Tochter besucht kostet das 880 € im Jahr. Bei Gruppen zu 20 Schülern sind das 17600 €/a und Gruppe. Das Gebäude ist da, Essen und Zusatzkurse kosten extra, Wie entsteht dieses riesige Loch in der Finanzierung?
ganztagsschule bedeutet, sinnvolle abwechslung von lernphasen, körperlich aktiven phasen und unterschiedlich langen pausen. dies gibt es zB im anglikanischen raum schon lange.
da brauch ma dann über die tägliche turnstunde auch nicht mehr streiten, machen wir das doch am nachmittag (wie wir hauptsächlich mütter das ja jetzt nach schulschluss auch tun wollen und auch müssen).
solange wir über die aufbewahrungsplätze am nachmittag sprechen, geht die diskussion definitiv an bedarf und pädagosgischem sinn völlig vorbei. bitte nennt´s das halt nicht ganztagsschule, das ist schlicht falsch!
Kann dem nur zustimmen:
Es bleiben im Prinzip zwei Formen der Ganztagesschule:
1. unverschränkte Form: hat den Vorteil, dass die Schüler NICHT bis 17:00 oder gar 18:00 in der Schule bleiben müssen. Die Schüler können nebenbei noch zum Fußballverein, zum Musikverein, etc. gehen. Eltern, die einmal früher von der Arbeit nach Hause kommen, können die SchülerInnen auch früher abholen.
Kostet nicht viel, weil der Betreuungsschlüssel ein Witz ist. (siehe Problem: Integrationskinder, Chancengleichheit, etc.)
2.Verschränkte Form: Positiv: Lehrer bleiben bis zum Tagesende in der Schule und sind Ansprechpersonen für die Schüler. Bessere Aufteilung des Unterrichtsstoffes...etc. Aber: Pflicht, kein Schüler geht früher nach Hause!Und:UNFINANZIERBAR!!!
Habe eine Tochter in einer echten Ganztagesschule (=verschränkte Form, Unterricht bis 15:30h). Zusatzkosten für die Eltern ca. 90€/Monat + Essen.
So etwas IST finanzierbar. Vor allem wenn man bedenkt, was heute in Nachhilfe investiert wird (weil im regulären Unterricht zuwenig Zeit da ist), und wieviel unbezahlte Arbeit von den Eltern geleistet wird (Lernunterstützung, Hausübungen).
Ein wesentlicher Knackpunkt ist, das die Schulgebäude durchwegs wenig geeignet sind für Ganztagsunterricht (z.B. fehlende Infrastruktur für´s Essen).
Da ist es viel besser, die lieben Kleinen hängen den Nachmittag vor der Glotze ab, sorgen sich um die "likes" auf ihrem Facebookkonto und smsln, was das Netz hergibt!
Die Alternative: langweilige, fremdbestimmte Dinge tun wie:am Nachmittag mit seinen SchulfreundInnen Theater spielen, Hausaufgaben machen, an der Klassendekoration basteln, im Schulgarten neue Pflanzen setzen oder herumtoben, Schwimmen oder Eislaufen gehen, einen Ausflug nach Schönbrunn machen und was man sonst noch so in der Ganztagsschule machen könnte...
Das ist zwar konservatives Traumland, aber bei weitem nicht bei allen die Realität. Und wo dann doch die Frau am Nachmittag zu Hause ist, da ist das oft durch die Schule erzwungen. Also wieder nix mit Selbstbestimmung.
Man kann so eine Ganztagsschule schon sehr sinnvoll gestalten. Und ob die Kinder wirklich die ganze Zeit bei der Mama sein wollen, darf auch hinterfragt werden. Ich habe am NM frei gehabt, und war dann überall, zB auch wieder zurück in der Schule Fußball spielen, aber zu Hause eher nicht. Die zwei Stunden mit dem Hund unterwegs waren zwar toll, das hätte die Mutter aber auch geschafft. Und stattdessen Sprachen lernen oder von der Schule aus Fußball spielen wäre mir sicher auch Recht gewesen.
in dem sie sich gerne aufgehalten haben muss es allen kindern so gehen?
ich war auch sehr gerne irgendwo damals, aber auch sehr gerne viele nachmittage zu hause (komm aber vom land - da hat man zuhause natürlich auch mehr möglichkeiten....)
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