Greenpeace: Gentechnik-Getreide könnte Pestizid-Einsatz verfünfzehnfachen

10. November 2012, 10:10

Umweltschutzorganisation verweist auf Erfahrungen aus den USA

Brüssel - Die Aussaat von neuem gentechnisch veränderten Getreide könnte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um das 15-fache erhöhen, warnt Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation tourte die vergangenen Wochen gemeinsam mit Wissenschaftern und US-Bauern durch Europa und appellierte an die Europäische Kommission, neuen Gentechnik-Getreidesorten nicht die Zulassung zu erteilen.

Untersuchungen des Agrarwissenschafters Charles Benbrook zeigten, dass die Einführung von herbizidtolerantem, gentechnisch verändertem Getreide dazu führen würde, dass der Einsatz von Pestiziden, die Saatpreise und der Einfluss von Großunternehmen substanziell ansteigt. "Diese Studie sollte ein Warnruf sein", stellte Marco Contiero, Chef des Agrarbereiches bei Greenpeace EU, fest.

Der Hintergrund

Die EU-Kommission zieht in Erwägung, 26 neue gentechnisch veränderte Getreidearten zuzulassen. 19 davon seien aber herbizidtolerant, so Contiero. Viele dieser Getreidearten werden bereits in Nord- und Südamerika angepflanzt - mit "verheerenden" Auswirkungen auf die Umwelt. "Europa hat die Chance, von den Fehlern, die in meinem Land gemacht wurden, zu lernen", erklärte der Landwirt Wendel Lutz aus Illinois.

Der Einsatz von gentechnisch veränderter Saat sei auf den ersten Blick sehr attraktiv, man zahle dafür aber einen hohen Preis, so der Farmer Wes Shoemyer über seine Erfahrungen. Die Bauern geben ihre Rechte auf, meinte Shoemyer. Die öffentliche Forschung sei in den vergangenen Jahren stehen geblieben, übernommen wurde sie von privaten Firmen, die ihre Monopolstellung ausnutzen. Eine Rückkehr zu konventionellem Anbau sei "möglich, aber sehr schwierig", zeigten sich beide überzeugt.

Wann genau die EU-Kommission über die Zulassung der neuen Getreidearten entscheide wird, könne noch nicht gesagt werden. Auch werde interessant, wie sich der neue Gesundheitskommissar positionieren werde, so Contiero. "Heute bringen wir die Stimmen der US-Farmer und der besorgten Europäer nach Brüssel", so Lasse Bruun, Greenpeace-Kampagnenorganisator für nachhaltige Landwirtschaft. Die Europäische Kommission müsse sich entscheiden, ob sie Landwirte und Konsumenten schützt oder vor der Agrarchemieindustrie in die Knie gehe, meinte Bruun. (APA/red, derStandard.at, 10. 11. 2012)

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Meiner Meinung nach sollte über solche Themen das Volk befragt werden

und auf diese Weise eine Entscheidung getroffen werden. Damit wäre das Thema gegessen. Das ist mir allemal lieber, als wenn Politiker Entscheidungen treffen, die von Lobbyisten geprägt sind, gleich ob es sich hier um die Agrarlobby oder auch Greenpeace handelt.

Die Leut' sind nicht so d3ppert, dass sie nicht selbst entscheiden könnten, was gut und richtig ist - sie tun das ja im Alltag und im privaten Bereich auch.

Doku über Monsanto

diese extrem gute und zugleich erschreckende ARTE-Dokumentation würde ich jedem mal ans Herz legen, der sich für die Thematik interessiert.

Monsanto - Mit Gift und Genen

Ein grossartiges Geschaeft fuer die multinationalen Agrarunternehmen.
Erstens kontrollieren sie mit ihrer Gentechnik Saatgut (dass ansonsten Bauern oder kollektive leicht selbst produzieren koennten) und zweitens koennen sie dann soviel mehr Pestizide verkaufen...

Gut fuer multinationale Konzerne, schlecht fuer Konsumenten, Bauern, und die Umwelt...
Es sollte eigentlich ein leichtes sein, diesem Irrsinn Einhalt zu gebieten, wenn da nicht der grosse politische Einfluss der Monsantos usw. waere...

"Erstens kontrollieren sie mit ihrer Gentechnik Saatgut (dass ansonsten Bauern oder kollektive leicht selbst produzieren koennten) "

das war schon lange vor der entwicklung der gentechnik so

Seit Jahrzehnten KAUFEN Landwirte ihr Saatgut bei ebendiesen 'Konzernen'!

Und auf einmal soll das 'poese' sein?

Das hat wohl eher damit zu tun, dass sie frueher ueberhaupt nichts ueber die moderne Landwirtschaft gehoert haben.....

Nun bei der ganzen Rechnung ist nur eines schwer zu Verstehen. Warum kaufen Bauern dann dieses Saatgut wenn es ihnen NUR Nachteile bringt. Monsanto ist noch nicht so allmächtig, dass es der einzige ist der Saatgut vertreibt.
Man sollte die Gier der Menschen auch außerhalb von Monsanto nicht unterschätzen, aber dafür sind leider viele die nur rein weiß und rein schwarz kennen leider blind!

Es ist vielfach verboten alte, selbstvermehrende Sorten in den Handel zubringen, weil die Frucht irgendwelchen Standards nicht entspricht.
Die neuen Saatgutsorten werden von geschmeidigen Referenten auch sehr einseitig beworben, eh klar - die wollen verkaufen. Vielen Bauern fehlt da wohl einfach die objektive Info. Aus der Bauernzeitung kommt die nämlich eher nicht...
Außerdem ist kaufmännisches Denken bei vielen Landwirten nicht genügend geschult. Sie sehen dann eher die beworbene größere Ernte/Milchleistung/whatever und weniger den massiv ansteigenden notwendigen Aufwand an Maschinen, Düngemittel, Futtermittel, Chemie, etc... der eigendlich als Aufwand in die Billanz einberechnet werden müßte

das wird schon so sein,

aber das war auch schon vor der entwicklung der gentechnik so.

und sollten GMO crops allesamt auf alle zeiten verboten werden würde das trotzdem weiter so bleiben.

so wie praktisch alles andere was bisher angeführt wurde.

Wunderbar

die EU wird immer sympathischer!

Eine Woche nachdem der EU-Kommissar fuer Gesundheit und Konsumentenschutz, John Dalli, wegen Betrugsverdacht entlassen wurde, hat die EU-Kommission den gentechnisch veraenderten Mais MIR162, der schweizer Firma Syngenta als Nahrungsmittel und Tierfutter in der EU zugelassen.

Trotz der franzoesischen Rattenstudie, die krebsartige Veraenderungen bei den Ratten gefunden hat, die mit diesem Mais gefuettert wurden! Die gentechnisch manipulierte Maispflanze produziert hier selbst das Pestizid!

Das heisst dem Maisschaedling schmeckt der Mais nicht mehr wegen dem enthaltenen Pestizid, aber auch der Konsument verspeist das Pestizid mitsamt Pflanze!

So eine EU lobe ich mir. Ohne Konsumenten- und Gesundheitsschutz!

die französische studie wurde mit NK603-mais

durchgeführt. das ist kein Bt-mais, sondern ein glyphosat-resistenter mais (wie roundup ready soybean). er produziert also kein pestizid "selbst".

und die studie ist inzwischen notorisch für ihre wissenschaftliche qualität (mangel daran) und nicht aussagekräftig.

Mag sein

Trotzdem will ich kein Pestizid mitessen.

Keiner weiss wie wie Tier und und Mensch das vertragen.

Hauptsache kein Konsumenten/Gesundheits/Tier/Umwelt-schutz und ordentlich cash!
Man spart sich ohne Studien schliesslich viel, viel Geld.

Untersteht diese Zulassungsbehoerde, wie die fuer Medikamente, auch dem Wirtschafts- und nicht dem Gesundheits-Ministerium?!

Die EU wie sie leibt und lebt! Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei!!!

ich habe eine neuigkeit für dich

auch non-GMO-pflanzen sind pestizidbelastet

diese debatte lässt wieder mal

das debilometer ganz oben anschlagen.

so leid es mir tut und so sehr ich zu anderen themen ihre arbeit schätze und ihre positionen unterstütze, beim gentechnikthema liegen sowohl greenpeace als auch die grünen prinzipiell falsch und machen sich übelster polemik und faktenverfälschung schuldig.

das bedeutet übrigens nicht dass ich "für monsanto" wäre. konzerne wie monsanto sind ein übel - aber das hat NICHTS mit gentechnik zu tun.

Juhu da hat wohl wieder Monsanto was mitzureden

Monsanto ist so cool !

Man sehe nur die glorreichen erfindungen an, die sie der Welt schon geschenkt haben:

1. DDT (Insektizid, findet in den Nahrungskreislauf, mit hormonähnlicher wirkung für den Menschen, Umweltgift, biol. kaum abbaubar, Krebs?)

2.Agent Orange (Entlaubungsmittel im Vietnamkrieg gegen guerilla kämpfer, biol. Kaum abbaubar, führt zu schwersten Verkrüppelungen von neugeb. Kindern)

3. Genmais (...???, Monsanto erhielt dabei Patent auf "Leben" - näml. den Gencode von Maissorten)

Das sind die "Verschwörungen" (die offenkundig sind), um die wir und kümmern sollten.

Monsanto möchte das Monopol über Lebensmittel erlangen und Goldman sach das Monopol über das Kapital !! wenn man bischen über diese 2 firmen rechachiert wird man nur staunen wie weit die schon sind mit ihrem plan

Ja und Monsanto kann sich brav bei der GT Angsmacher in Europa bedanken- wie im Artike geschrieben
"Die öffentliche Forschung sei in den vergangenen Jahren stehen geblieben, übernommen wurde sie von privaten Firmen, die ihre Monopolstellung ausnutzen"
Das vor allem dank des öfftlichen Drucks.
Cool gemacht die kleinen Firmen (die nicht ausweichen können) und die staalichen Einrichtung dank unrefelktieret GT Angst ausgeschaltet und alle macht Firmen wie Monsato (die dann mit Zeit die sie ja haben satte gewinne machen und das ohne Rücksicht auf verluste). Danke GP und CO!

das ist leider richtig

niemand behauptet dass gentechnik DIE lösung für alle probleme bei der nahrungsmittelproduktion bietet. aber manche probleme wären durch GT-entwicklungen verbesserbar, und es gäbe (konjunktiv, GÄBE) eine menge entwicklungen von kleinen firmen oder auch universitäten und öffentlichen forschungseinrichtungen (nicht zuletzt in entwicklungsländern) die dafür geeignet wären.

die werden - letztlich zugunsten von monsanto & co - durch die undifferenzierte panikmache von greenpeace & co blockiert und verhindert.

leider agieren greenpeace & co hier als unwissende nützliche idioten der grossen saatgutkonzerne.

äh... ja... UND?

"..Einfluss von Großunternehmen substanziell ansteigt"

Der Einfluss von Großunternehmen IST kaum noch zu überbieten .. die haben eh schon alles was man bestechen, manipulieren, kontrollieren und erpressen kann in der Hand...

Faktor 15?

Und von welchem Ausgangspunkt aus?
Und in welcher Maßeinheit?

Wenn ich vorher Biobauer war, dann ist eine Verfünfzehnfachung der Pestizidmenge kein Problem.
Wenn ich schon vorher konventionelle Landwirtschaft, also mit Pestizideinsatz, betrieben habe, wie soll sich die Menge durch Gentechnik dann so arg vervielfachen?

Und was für eine "Menge" ist damit gemeint?
15-fache Pestizidkosten?
15-fache Menge in kg? Ist ohne die Art und Wirkung des Pestizids nicht aussagekräftig.

Man kann wohl davon ausgehen, dass die Gentechnik wieder mal für die Schattenseiten der stinknormalen konventionellen Landwirtschaft herhalten durfte.

Wenn meine Nutzpflanzen Roundup-Ready sind

werde ich Roundup großzügig verwenden. Bis zu dem Zeitpunkt, wo das Unkraut auch Roundup-Ready sein wird...

Ob Faktor 5 oder 15 oder 50 in der Headline steht, ist egal.

Nur dass Resistenzbildung nicht auf Roundup beschränkt ist, das kann es bei normalen Herbiziden ebenso geben.
Dann muss ein Nicht-Gentechnik-Bauer ebenso die Dosis erhöhen, um die selbe Wirkung zu erzielen.

Also wo ist der Unterschied?

Die US-Lebensmittelbehörde und Monsanto:

Man hilft einander wo man kann. Erschreckende Doku auf arte. Wenn auch Europa derart unterwandert wird - dann gute Nacht.

Die Aktion mit den US-Bauern ist gut - wenn die EU-Kommission deren Erfahrungen ignoriert, zeigt sie ihr wahres Gesicht.

Ich kann nirgends auch nur eine Ziffer, geschweige denn handfeste Zahlen finden.

Weder die Wissenschaftlerinnen, noch die Quellen werden genannt oder offengelegt. Wieso verbreitet die Redaktion haltlose Behauptungen ohne Beweise, ohne Gegenposition, ohne Kontext? (Schon mal bemerkt, dass GVO-Alarmistinnen nie Zahlen oder Fakten, sondern nur Anekdoten und Behauptungen liefern?)

Noch dazu hat das Thema nichts mit Gentechnik an sich zu tun. Gibt auch konventionelle, herbizidresistente Züchtungen, siehe hier http://www.capitalpress.com/newest/JO... ola-070512

Und hier ein allgemeiner Artikel zu den Gefahren der Dämonisierung:
http://www.slate.com/articles/... cally.html

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