Internet-Fernsehen soll künftig in Teletestmessung einfließen

Fernsehsender können über Websites zusätzliche Reichweite generieren

Wie allen Medien stehen auch dem Fernsehen permanente Umwälzungen im Nutzerverhalten ins Haus. Das hat Folgen für die Reichweitenmessung: Vor allem die TV-Nutzung außerhalb des klassischen linearen Fernsehkonsums, etwa die Bewegtbildnutzung im Internet, müsse künftig in die klassische Reichweitenmessung, den Teletest, einfließen, forderte der Obmann der Arbeitsgemeinschaft Teletest (AGTT) und Puls 4-Chef Markus Breitenecker am Mittwoch beim AGTT-Forum.

Fahrplan entwickelt

Die AGTT hat daher gemeinsam mit ihrem Forschungspartner GfK einen "Fahrplan entwickelt, der es künftig ermöglichen soll, zusätzlich zur harten, sekundengenauen Messung der klassischen TV-Nutzung auch Bewegtbildnutzung im Internet zu erfassen", so Breitenecker. Dadurch werde es erstmals möglich sein, eine Hybridquote zu bilden, also die Nutzung einer Sendung im TV und die Nutzung derselben Sendung über das Internet zu verschmelzen. Aus einem ersten Testpilot wisse man, dass über TV-Senderwebsites bis zu 2,4 Prozent zusätzliche Reichweite generiert werden können.

Media Server

Zusätzlich zum neuen Teletest gibt es mit dem Media Server ein weiteres neues Messinstrument, das detaillierte Informationen über das Mediennutzungsverhalten der Österreicher geben soll. Das Projekt schließt sämtliche Mediengattungen mit ein und soll zeigen, wie sich das Medienzeitbudget auf die unterschiedlichen Kanäle verteilt, welchen Stellenwert parallele Mediennutzung hat und welchen Einfluss Mobile Endgeräte haben.

Veränderungen nicht fürchten

"Als Fernsehmacher müssen wir uns vor Veränderungen der Mediennutzung nicht fürchten", zeigte sich Puls 4-Chef Breitenecker überzeugt. Fernsehen sei nach wie vor die beliebteste Freizeitbeschäftigung nicht nur der Österreicher sondern auch der Menschen weltweit. Für diejenigen, die ihre eigenen Programmdirektoren sein wollen, könne das Fernsehen seine Inhalte auf mehreren Plattformen zur Verfügung stellen, damit jeder sein Nutzungsbedürfnis individuell befriedigen kann. Zusätzlich biete man Zusatzfeatures, wie Second Screen-Komplementär-Applikationen, für jene, die sich aktiv in den Content involvieren möchten. Die Mehrheit der Zuseher wolle das allerdings noch nicht und für diese werde man als TV-Macher auch weiter "den Job der Programmmanager" übernehmen. (APA, 7.11.2012)

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