Ausgenommen Malerinnen

  • Galeristin und Künstlerin Lisa Ruyter hat in der Kantgasse beim Stadtpark 
eine "Temporäre Autonome Zone" eingerichtet.
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    foto: lisa ruyter

    Galeristin und Künstlerin Lisa Ruyter hat in der Kantgasse beim Stadtpark eine "Temporäre Autonome Zone" eingerichtet.

Als eine "Temporäre Autonome Zone" für Künstlerinnen fungiert in diesem Herbst die Galerie Lisa Ruyter

Das Programm umfasst Performances, Workshops sowie die laufende Ausstellung "Abstraktion und Subtraktion".

Wien - "Die Malerei auf die Spitze treiben? Zu Ende denken?" - "Lasst mich bloß in Ruhe damit", schreibt Esther Stocker im Katalog der Malerin Doris Piwonka. Beide Künstlerinnen sind derzeit mit Arbeiten in der Ausstellung Abstraktion und Subtraktion präsent, in der Stocker " malerische" Positionen von insgesamt 15 Künstlerinnen versammelte.

Am gemeinsamen Weiterdenken konzeptueller Verfahren in der Malerei interessiert, gingen der Ausstellung Workshops und Diskussionen voran. Der Begriff "Subtraktion" wurde darin nicht nur im Sinne von Reduktion, sondern auch als ein Akt der Befreiung verstanden: von den Unkenrufe rund um das Medium, aber auch vom kunsthistorisch aufgeladenen Begriff der Abstraktion, der in der Ausstellung in der Tat ein sehr vielfältiger ist.

Trotz aller Verschiedenheit weichen viele der versammelten Positionen vor allem die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit auf: Ausgehend von ihrem Knie, konstruiert Katherina Olschbaur einen abstrakten architektonischen Raum. Katrin Plavcak bringt über Bildtitel wie Flucht aus Zehlendorf ihre fiktiven Gebilde mit narrativen Aspekten zusammen. Rita Vitorelli spart Teile der Wirklichkeit am lässigsten aus: Mit wenigen Pinselstrichen skizziert sie ein Bild der Wegwerfgesellschaft. Delia Gonzalez hat hingegen mit Bleistift eine kleinteilige ornamentale Fläche entworfen, die aufgrund ihres Bühnencharakters auch an Performance erinnert.

Da man sich weder am Begriff Abstraktion noch am Medium Malerei festzuklammern versuchte, führt der Ausstellungsrundgang zudem an Arbeiten jenseits von Leinwand und Öl vorbei: an den Laufmaschen beispielsweise, die Juliane Solmsdorf über runde MDF-Platten spannt, aber auch an einem Spiegel von Mathilde ter Heijne, der augenzwinkernd der Selbstfindung dient.

Die dezidiert malerischen Positionen von Suse Krawagna, Esther Stocker, Doris Piwonka, Svenja Deininger oder Christina Zurfluh sehen im Vergleich dazu jedoch alles andere als altbacken aus. Vielmehr macht gerade das pointierte Nebeneinander ihrer Werke eine vergleichende Auseinandersetzung mit den sehr unterschiedlichen Ansätzen und Methoden malerischer Abstraktion möglich. Sie ist hier nicht nur im Alleingang erfahrbar, sondern wird in den begleitenden Diskussionen thematisiert. (Christa Benzer, DER STANDARD, 8.11.2012)

Besichtigung während der Veranstaltungen oder nach telefonischer Vereinbarung: +43/676/945 16 68

Bis 18. 11. (Veranstaltungen Mo-Do 19-21, Sa 11-15 Uhr)

Galerie Lisa Ruyter, Kantg. 3/20, 1010 Wien, www.galerielisaruyter.com

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5 Postings
ganz tolle reihe !

verschieden

und lässig pointiert aber auch augenzwinkernd sind sie die Malereien, nicht altbacken, man versucht sich auch nicht festzuklammern an was

Die Kunst und der Durchbruch.

Diese haben es geschafft, sind ja auch Spitze! Leider gibt es viele mehr, die kommen nicht rauf, und sind auch Spitze. Kenne solche und die bleiben halt über.

Bis 100 Jahre nach dem Exitus

der Zeitraum dafür statistisch eingegrenzt.

Die Tantiemen

sollten halt die Künstler schon zu Lebteiten belohnen.

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