Magna: Gewerkschaft legt im KV-Konflikt nach

7. November 2012, 15:58
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GPA-djp-Vizechef Proyer kündigt an, gegen die Kollektivvertragsflucht vorzugehen

Oberwaltersdorf/Wien/Graz - Der Vizevorsitzende der GPA-djp, Karl Proyer, legte in der Frage dem von Magna Europa-Chef Günther Apfalter ins Gespräch gebrachten Wunsch nach KV-Änderungen nach: "In diesem Fall werden wir ein Musterverfahren führen nötigenfalls bis zum Europäischen Gerichtshof gehen", so Proyser. Wenn Apfalter ankündige, Kollektivvertragsflucht zu begehen, werde man dagegen vorgehen.

Rechtssicherheit schaffen

Nach Ansicht von Proyer liegt der Ball auch bei der Wirtschaftskammer. "Wenn die Wirtschaftskammer Steiermark dabei mitmacht, aus der Industrie ausgegliederte Gesellschaften mit mehreren hundert Beschäftigten in den Gewerbe-KV einzureihen, dann gibt es massive Rechtsverfahren wie noch nie in Österreich", sagte Proyer. Man warte schon lange auf eine Möglichkeit, um für die Beschäftigten Rechtssicherheit in Sachen KV-Flucht zu schaffen.

Seitens des EuGH habe es zuletzt eine Reihe von Entscheidungen gegeben, wonach Rechte aus alten Kollektivverträgen zum Teil mitgenommen werden könnten. "Magna gewinnt also nichts", so Proyer. Zudem gebe es ja auch Zeitverzögerungen, wenn die KV-Änderungen im Zuge von Unternehmensumgliederungen von der Gewerkschaft angefochten würden.

Wertschätzung für die geleistete Arbeit

"Die Frage ist auch, ob sich die Beschäftigten von Magna die Umgliederungen gefallen lassen. Ein Zeichen von Wertschätzung für die geleistete Arbeit ist die Vorgangsweise sicher nicht", sagte Proyer.

Der Autozulieferer Magna soll eine Umgliederung von Abteilungen des Konzerns in Österreich vorhaben, wie der STANDARD berichtet hatte. Hintergrund dürfte eine angestrebte Kostenminderung durch ein Ausscheren beim Metaller-Kollektivvertrag sein. (APA, 7.11.2012)

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