Diabetes - Europas neue Pandemie?

Die Diabetes-Initiative Österreich warnt, dass die Zahl der Diabetes-Erkrankungen in Europa bis 2030 auf 100 Millionen steigen könnte

In Österreich wurde in den letzten Jahren ein enormer Anstieg der Diabetesprävalenz verzeichnet. Rund 570.000 Personen leiden an Diabetes, bis 2030 könnte diese Zahl auf 717.000 erwachsene Diabetiker steigen, lauten die Prognosen von Experten.

"Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet, genauere Zahlen gibt es für Österreich nicht", sagte Josef Probst, stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, bei einem Pressegespräch der Diabetes-Initiative Österreich (DIÖ) am Mittwoch in Wien.

Fast jeder zweite Mann und jede dritte Frau in Österreich ist übergewichtig und dadurch verstärkt gefährdet, Diabetes Typ 2 zu entwickeln. 12 Prozent des Gesundheitsbudgets - rund 2,4 Milliarden Euro - werden laut DIÖ für die Behandlung und Prävention von Diabetes ausgegeben. Mehr als 90 Prozent aller Diabetes-Erkrankten leiden an Typ-2-Diabetes, auch "Altersdiabetes" genannt, da die meisten Betroffenen älter als 50 Jahre sind. Beim Typ-2-Diabetes besteht ein relativer Insulinmangel. Hier reicht das Insulin, das vom Körper produziert wird, nicht aus, um Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren.

Gesamtgesellschaftliches Problem

"Waren früher Pandemien wie Pest und Pocken eine potentielle Bedrohung für weite Bevölkerungsteile, so hat sich Europa seine neueste und aktuellste Pandemie selbst geschaffen. Durch das Leben im Überfluss sind in den OECD Ländern derzeit rund 83 Millionen Menschen von Diabetes betroffen. Schätzungen zufolge wird diese Zahl bis auf 100 Millionen im Jahr 2030 ansteigen", lautet ein Fazit des Pressegesprächs.

Daher ist Diabetes nicht nur ein Problem für den einzelnen Betroffenen, sondern hat auch gesamtgesellschaftliche Auswirkungen. "Einerseits muss der Trend der steigenden Neuerkrankungsrate gebrochen werden, andererseits ist eine kontinuierliche langfristige und strukturierte Behandlung bei bestehender Krankheit notwendig", ist Probst überzeugt.

Kampagne "Seven Days for Diabetes"

Genau an diesem Punkt möchte die von der DIÖ ins Leben gerufene und von der Österreichischen Diabetiker-Vereinigung (ÖDV) und der Österreichischen Diabetes-Gesellschaft (ÖDG) unterstützte Aktion "Seven Days for Diabetes" ansetzen, mit der eine Woche lang relevante Themen rund um die Erkrankung kommuniziert werden sollen. Den Abschluss bildet der International Welt-Diabetes-Tag am 14. November.

An diesem Tag wollen Österreichs Stoffwechselexperten und Betroffene ihre Forderungen an politische Repräsentanten im Parlament übergeben. "Um Diabetes vorzubeugen und die Krankheit umfassend und nachhaltig zu behandeln, benötigen wir ein gutes Zusammenspiel aller im Gesundheitswesen befindlichen Institutionen", sagt Bernhard Ludvik, Präsident der Diabetesinitiative Österreich und Schirmherr der Kampagne. (red, derStandard.at, 7.11.2012)

Wissen: Diabetes mellitus

Unter Diabetes mellitus - dem "honigsüßen Durchfluss" - wird eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen zusammengefasst, die zu einer erhöhten Konzentration an Blutzucker führt. Normalerweise ist das in den Langerhans'schen Zellen in der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon Insulin dafür zuständig, die Aufnahme von Zucker aus der Blutbahn in die Zellen zu ermöglichen. Ist die Produktion von Insulin eingeschränkt oder unzureichend, kann der Zucker aus dem Blut nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden, wodurch die Konzentration im Blut ansteigt.

Symptome für eine Diabetes mellitus Erkrankung sind beispielsweise häufiges Wasserlassen (Polyurie), Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, trockener Mund, nächtliche Wadenkrämpfe, starker Durst (Polydipsie), geringer Appetit, Gewichtsverlust und Sehstörungen.

Je nach Ursache des Diabetes mellitus unterscheidet man die beiden Hauptformen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Der wesentliche Unterschied aus medizinischer Sicht besteht darin, dass die körpereigene Produktion von Insulin beim Typ-1-Diabets nicht mehr funktioniert, während beim Typ-2-Diabetes der Körper eine
Insulinresistenz aufweist und dadurch nur unzureichend auf die Insulinausschüttung reagiert.

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Pandemie? Volkskrankheit?

Es gab eine Zeit, da wurde der Blutzucker im Urin ab einem Wert von 300 gemessen. Es gab daher wenig Diabetiker. Jetzt liegt der Therapieansatz weit darunter, und um zur flächendeckenden Behandlung einer "Volkskrankheit" zu kommen, wird vermutlich dieser Wert bis knapp über die Marke zur Unterzuckerung herabgesetzt werden - natürlich von einer ausgewählten "kompetenten" Institution, die eine "Empfehlung" ausspricht, gegen die niemand aufzumucken wagt. Die Pillendreher wird's freuen!

Schöner "Wissen"teil. Nur:

Polyurie = Menge gesteigert = Diabetes mellitus
Pollakisurie = Häufigkeit gesteigert = eher Diabetes insipidus (eig. Dysurie)

In Zukunft bitte korrigieren.

Neue Pandemie?

Wann gab es die Letzte - Pest, Cholera?
Diese Angst- und Panikmache ist einfach widerlich, eine reine Geschäftemacherei!

SARS http://de.wikipedia.org/wiki/Schw... egssyndrom
Lass bitte deine Unfähigkeit, dich zu erinnern behandeln oder lass einfach solche Postings.

Mein lieber Toeris

Sie müssen nicht gleich unfreundlich sein und verbiestert posten. Habe mir Ihren Link angesehen und auch gelesen - und Sie geben mir Recht.
Sie reden von 1000 toten Menschen, tragisch.
Bei dieser Zahl spricht die Wissenschaft noch lange nicht von Pandemie - ich habe mir diese Erkenntnis nicht aus den Fingern gezogen sondern aus einem sehr informativen Beitrag auf "Arte", auch den Hinweis auf Pest & Cholera.

und as alles nur weil wir zu viel vom falschen fressen

aber wir sind ja alle soooooo arm....

wieviele diabetes-kranke gibts in bangladesh oder äthopien nochmal?

Das eine Problem gegen das andere hochzurechnen bringt genau was für die Betroffenen?

ich will nichts hochrechnen

ich will, daß die leute einfach akzeptieren, daß es ihnen hier in mitteleuropa im vergleich zu den meisten menschen auf der welt fantastisch geht und ihre lebensbedingungen top sind und kann da gejammer einfach nicht mehr hören wie arg doch die lebensumstände sind.

Dann würde ich solche Artikel einfach nicht lesen. Es liegt an dir, ob du dich darüber aufregst oder nicht bzw. mit deinen "Kommentaren" nervst.

Scheinbar wollen sie die Wahrheit nicht hören bzw lesen.

warum sollte ich den artikel nicht lesen wenn er mich interessiert?

das argument würde bei an den leuten ziehen, die einen artikel lesen und dann über die person oder umstand im artikel schreiben "die/der/das nervt mich einfach nur noch"

wollen sie tauschen? ich nicht!

eine gewollte "Pandemie".

Denn Medikamente gegen Diabetes sind für die Pharmaindustrie blankes Geld - wie solche gegen Cholesterin und Bluthochdruck.
Die perfekten Störungen für die Entwicklung von Blockbustern.

Jeder hat es selbst in der Hand, ob er zu diesen "chronisch Kranken" gehören will.

wenn man den esel nennt, kommt er grennt...

Sie werden ziemlich schnell fad.

Die "Blockbusterentwicklung" ist bei den Blutdruckmitteln und Cholesterinmedikamenten vor 10 Jahren eingeschlafen und derzeit ist nichts Neues in Sicht - von daher wieder mal völlig unsinnige Verschwörungstheorien Ihrerseits.

Diabetes (Typ 2) wird in der Regel die ersten Jahre über mit Metformin oder Sufonylharnstoffen behandelt, die beide zusammen pro Tag etwa 30 Cent kosten. Diese 30 Cent teilen sich 28 untereinander konkurrierende Pharmafirmen, die allesamt Metformin bzw. Gliclazid anbieten.

Laut Wikipedia hat Pfizer 2008 mit ihrem Statin einem Umsatz von 12.4 Milliarden US$ gemacht, das ist das sich am besten verkaufende Medikament der Geschichte. Ich glaub zwar auch an keine Verschwörungstheorien, aber ich bin mir sicher dass viel zu viele Leute diese cholesterinsenker nehmen und kaum wen klar ist was für negative Auswirkungen das haben könnte. Wenns nach Pfizer geht würde jeder Mensch der Welt Lipitor nehmen.

In Deutschland haben die aber bestimmt nicht viel verdient. Wahrscheinlich wurden vor der Gesundheitsreform 2004 zu wenige Parteispenden durch Pfizer getätigt...

Das war einmal.

In der Zwischenzeit ist der Patentschutz für Atorvastatin schon abgelaufen, d.h. die Umsätze sind eingebrochen weil erstens gezählte 15 Konkurrenzprodukte auf den Markt gekommen sind und zweitens der Preis deutlich gesenkt werden musste.
Das einzige unter Patentschutz stehende Statin ist bei uns momentan Rosuvastatin und das dauert auch nicht mehr lange.

gleich kommt die rehak und erklärt uns, dadss diabetiker nur aufhören müssen, zucker zu sich zu nehmen und schpn wird alles gut...

Naja, ganz falsch ist das aber nicht. Konsequente Steigerung der Bewegung und eine Kalorienreduktion entsprechen in ihrer Wirkung ca. 1-2 OADs. Die einfachste Methode zum Kalorienreduzieren ist rein SUBJEKTIV das Weglassen vom Zucker (z.B. Cola, Saft..).

Wissenschaftlich gesichert ist meines Wissens aber nur FDH. Zu "low carb" oder "low fat" oder anderes gibts keine überzeugende Daten...

nein, sie müssen aufhören, Süßstoffe zu nehmen.

Aspartam - eine mit Glutamat verwandte Formel - ist nicht nur in Süßstoff-Pillen enthalten, sondern auch in sehr vielen "Light"-Produkten oder "zuckerfreien" Produkten. In Joghurts, Süßigkeiten, natürlich in "Cola-Light" und ähnlichen Softdrinks, sogar in Kuchen, Müsli etc.

Aspartam steht wie sein Kollege Natriumglutamat (Geschmacksverstärker, auch "Hefeextrakt"), in dringendem, durch Studien erhärtetem Verdacht, Diabetes zu fördern und Demenz, Alzheimer und Adipositas zu begünstigen, ja, auszulösen.
Aspartam greift in den Hirnstoffwechsel ein und kann Hirnzellen zerstören.

Diabetes: Süßstoffe gaukeln dem Organismus Zucker vor, worauf dieser Insulin ausschüttet. Falsch ausschüttet. Das ganze System kommt durcheinander.

Süßstoffe gaukeln dem Organismus Zucker vor

Von Biochemie scheinen Sie leider nicht viel zu verstehen - das erklaert die vielen Fehler und Uebertreibungen in Ihrem Posting.

süßstoffe können kein insulin ausschütten lassen, weil sie chemisch dazu nicht in der lage sind. ein süßstoff kann zwar an geschmacksrezeptoren binden, aber nicht an anderen rezeptoren, die dann für insulin signalisieren.

Aspartam

fördert den Hunger und dann fri..t man grenzenlos!

nicht nur aspartam, auch saccharin. wird nicht umsonst bei der ferkelmast eingesetzt. ;-)

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