"Mit Tod und Teufel wird noch verhandelt"

  • Intendant Alexander Pereira, Präsidentin Helga Rabl-Stadler und 
Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf bei der Pressekonferenz zu den Salzburger 
Festspielen 2013.
    foto: apa/barbara gindl

    Intendant Alexander Pereira, Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf bei der Pressekonferenz zu den Salzburger Festspielen 2013.

Ein neuer "Jedermann", Opernschwerpunkt auf Richard Wagner und Giuseppe Verdi sowie eine Fernsehoper im Hangar-7

2013 werden den Gästen der Salzburger Festspiele 220 Aufführungen geboten. Dazu soll ein Mozartensemble entstehen.

Salzburg - Zwei Rollen der mit Spannung erwarteten Besetzung des Salzburger Traditionsstücks Jedermann sind fix. Cornelius Obonya wird die Titelrolle übernehmen und steigt damit in die Fußstapfen seines Großvaters Attila Hörbiger, der 1935 den Jedermann am Domplatz spielte. Die bayrische Schauspielerin Brigitte Hobmeier wird als Buhlschaft an Obonyas Seite stehen. "Mit Tod und Teufel wird noch verhandelt", sagte Sven-Eric Bechtholf.

Der Schauspielchef habe als Deutscher nicht gewusst, dass die Besetzung von nationalem Interesse sei. Die Inszenierung übernehmen der Brite Julian Crouch und der Amerikaner Brian Mertes. Die beiden Regisseure würden das Wesen des Jedermann respektieren, kritische Distanz wahren und kniefälligen Kitsch vermeiden, sagte Bechtolf.

Neben der Neuinszenierung des Jedermann warten insgesamt 220 Aufführungen in 45 Tagen auf die Gäste der Salzburger Festspiele.

Im Mittelpunkt des Opernprogramms stehen die beiden 1813 geborenen Komponisten Richard Wagner und Giuseppe Verdi. Anna Netrebko, Plácido Domingo und Fabio Sartori werden Verdis Giovanna d'Arco singen. Weitere Verdi-Beiträge sind ein Don Carlo von Peter Stein und Antonio Pappano, Nabucco mit Riccardo Muti und eine kammermusikalische Version eines Falstaff mit Zubin Mehta und Damiano Michieletto. Wagner-Fans kommen bei Die Meistersinger von Nürnberg von Daniele Gatti und Stefan Herheim und Wagners Jugendwerk Rienzi mit Philippe Jordan als Dirigent auf ihre Kosten.

Bei Mozart wird das frühe Werk Lucio Silla einer seiner letzten Opern der Così fan tutte gegenübergestellt, die den Auftakt eines Mozart/Da-Ponte-Zyklus darstellt. Künftig soll in Salzburg rund um Sven-Eric Bechtolf und Franz Welser-Möst ein Mozartensemble entstehen, das den Zyklus jährlich betreut.

Als zeitgenössische Oper bringt Intendant Alexander Pereira nicht wie ursprünglich angekündigt die Uraufführung eines Werkes von György Kurtag, weil der ungarische Komponist nicht rechtzeitig fertig wird.

Stattdessen kommt Gawain von Harrison Birtwistle. Auch eine Fernsehoper ist im kommenden Jahr im Programm. Der Hanger-7 wird mit Mozarts Entführung aus dem Serail bespielt. In Kooperation mit Servus TV wird die Produktion für Live-Publikum und Fernsehzuschauer gleichzeitig zu sehen sein. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 8.11.2012)

Share if you care