Fernsehhersteller Loewe kämpft mit der Krise

Der Umsatz ist um 30 Prozent eingebrochen, im dritten Quartal schrieb das Unternehmen 7,7 Millionen Euro Verlust

Berlin - Bei Loewe brennt der Hut. Nach einem weiteren Quartal mit Verlusten muss der traditionsreiche Fernsehhersteller den Chef auswechseln. Zwischen Juli und September brach der Umsatz um 30 Prozent ein. Die Eurokrise und der ohnehin harte Preiskampf machen Loewe zu schaffen.

Vorstandschef wechselt zu Media-Saturn-Gruppe

Der schwächelnde Fernsehhersteller Loewe kämpft weiter mit den Folgen den Eurokrise und dem scharfen Preiskampf auf dem Elektronikmarkt. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen tiefer in die roten Zahlen, der Umsatz brach um 30 Prozent ein. Zudem muss der traditionsreiche Konzern den Abgang von Vorstandschef Oliver Seidl verkraften. Der Manager wechselt als Finanzchef zur ebenfalls mit Ertragsproblemen kämpfenden Media-Saturn-Gruppe, der zu Metro gehörenden Mutter der Handelsketten Media Markt und Saturn.

Seinen Nachfolger, den bisherigen Geschäftsführer des baden-württemberischen Waagenherstellers Bizerba Matthias Harsch, erwarten große Aufgaben. Loewe verbuchte zwischen Juli und September ein Minus von 7,7 Millionen Euro. Vor einem Jahr lag der Verlust bei knapp 4 Millionen Euro. Der Umsatz brach im dritten Quartal um 30 Prozent auf 47 Millionen Euro ein, wie Loewe am Mittwoch mitteilte. Zum Halbjahr war Loewe noch zuversichtlicher.

Konzern sieht sich als Premiumanbieter

Zwar sieht dank der besseren ersten beiden Jahresviertel die Bilanz nach neun Monaten ein wenig besser aus als vor einem Jahr, der Ausblick ist aber trüber geworden. Die Aussicht auf steigende Umsätze in diesem Jahr hatte Loewe bereits vor einigen Wochen begraben. Das werde nicht mehr als realistisch eingeschätzt. Die Schuld sieht Loewe auch bei der Eurokrise, die in ganz Europa Käufer verunsichere.

Angesichts der Rezession in vielen Ländern hat Loewe seit längerem zu kämpfen. Europaweit ging der Umsatz mit LCD-Fernsehern um 7 Prozent seit Jahresbeginn zurück. Im dritten Quartal schrumpfte der LCD-Markt auch auf Loewes wichtigsten Markt Deutschland um 7 Prozent. Der Konzern sieht sich selbst als Premiumanbieter, der sich mit teuren Geräten von Massenherstellern wie Samsung oder Panasonic abgrenzen will. Diese Hersteller liefern sich einen harten Preiskampf, bei dem Firmen wie Loewe nicht mithalten können.

Loewe beschäftigt rund 1.000 Menschen. Größter Aktionär ist der Sharp-Konzern. Der japanische Elektronikriese erwartet für 2011 selbst einen Rekordverlust von umgerechnet 4,3 Milliarden Euro und leider ebenfalls unter der sinkenden Nachfrage nach Fernsehern. Sharp ist größter Hersteller von Flüssigkristall-Bildschirmen in Japan. (APA, 7.11.2012)

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