Eine Inselgruppe versorgt sich zu 100 Prozent mit Solarstrom

Große Leistung in kleinem Rahmen: Projektkoordinator spricht von "Meilenstein"

Wellington - Die Inselgruppe Tokelau hat sich zum ersten komplett durch Solarenergie versorgten Gebiet der Welt erklärt. Wie Projektkoordinator Mike Bassett-Smith von der firma PowerSmart Solar im neuseeländischen Wellington mitteilte, konnten damit die bisherigen wenig umweltfreundlichen Dieselgeneratoren ersetzt werden. Geld, das bisher für den Kauf von Diesel ausgegeben wurde, soll nun laut Bassett-Smith in soziale Projekte fließen. Er sprach von einem "Meilenstein" für die Zukunft von Tokelau.

Das teilautonome Tokelau liegt weit vom Mutterland Neuseeland entfernt, östlich von Tuvalu und mitten im Pazifik. Es besteht aus drei Atollen, die es zusammengenommen auf etwa elf Quadratkilometer Fläche und rund 1.500 Einwohner bringen. Die Umwandlung in einen unabhängigen Staat wurde bei zwei Volksabstimmungen in den vergangenen Jahren abgelehnt.

Der neuseeländische Außenminister Murray McCully sagte, mit dem umgerechnet 5,5 Millionen Euro teuren Solarprojekt sei eine Weltpremiere gelungen. Neuseeland arbeite beim Ausbau der erneuerbaren Energien mit anderen Pazifikstaaten wie Tonga und den Cook-Inseln zusammen. Das Projekt in Tokelau habe dabei eine Pilotfunktion und sei "ein ausgezeichnetes Beispiel, wie kleine Pazifikstaaten den Weg der erneuerbaren Energien gehen können". (APA/red, derStandard.at, 7. 11. 2012)

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Alles mit Batterien?

Klingz für mich eher wie ein ökologischer Supergau, oder wie würden sie die Stromversorgungbeines kleinen Dorfes von 1500 Leuten mit abertonnen von kurzlebigen, ineffizienten und umweltschädlichen Bleibatterien nennen? Genau darauf läuft das nämlich hinaus. Man kann mit Photovoltaikzellen und Sonnenlicht keine Maschinen betreiben und keinen Strom konstant regulieren oder überhaupt speichern, wenn es finster wird. InWahrheit läuft alles ausschließlich über besagte Bleibatterien

das ist einfach nicht richtig.
und speichern können sie strom in vershiedenster weise wenn sie ihn umwandeln.
blei in einer batterie ist sicher aufgehoben.
was wäre schon dabei alle autobatterien über solarzellen aufzuladen - nix!

In was würdest du den Strom zB umwandeln? Täte mich interessieren.
Und was schlägst du vor, mit den Bleiplatten zu machen, wenn sie nach ca. 10 Jahren Lebensdauer ausgetauscht werden müssen?

blei ist das am besten recyclierte metall (ausser gold :-)
und die technologie ist vorhanden und einfach - die batterien werden geschredert, eingeschmolzen, das blei gereinigt und damit kann man wieder neue batterien herstellen.
also alles was an wärme gebraucht wird kann man leicht tagsüber herstellen (heizung, warmwasser), dann ist die frage einzellösung oder verbund - in österreich würden sich z.b. speicherkraftwerke anbieten (mit solarstrom wasser raufpumpen), ohne verbund z.b. batterien oder wasserstoff/brennstoffzelle:
http://www.fronius.com/cps/rde/x... U_HTML.htm

Speicherkraftwerke?

Ist an dir vorübergegangen worum's hier geht? Da geht's um eine flache Inselgruppe mit nichts als Photovoltaikzellen drauf.

wasserturm?

Scherz?

Wie sich aus der Zahl und dem Gewicht der Batterien schließen lässt, handelt es sich um rund 10 MWh Speicher.
1 kWh ist die Lageenergie von 1 Tonne Wasser auf 360 m Höhe.
Man würde also 10.000 Tonnen auf 360 m brauchen.
Oder 36.000 Tonnen auf 100 m Höhe.
Ohne Umwandlungsverluste gerechnet. Und mit einer aufgerundeten Erdbeschleunigung von 10 m/s².
Ein "Wasserturm" wäre allenfalls eine extrem teure Lösung für kleine Speicherkapazitäten.

wird sich eventuell nicht rechnen - aber man kann wasser zwischen höhlen hin und herpumpen, oder die geniale idee da vielleicht doch einmal verwirklichen:

http://www.spektrum.de/alias/spe... ie/1061069

Auf so kleinen Südseeatollen sind diverse großtechnische Lösungen (Pumpspeicher zwischen Höhlen, Lageenergiespeicher,...) uninteressant bzw. unmöglich.

Eine Alternative zu Batterien wäre am ehesten noch Wasserstoff gewesen. Als Zwischenspeicher für einen Tageslasten-Ausgleich dürfte der aber auch ziemlich ungünstig sein (geringe Effizienz, hohe Kosten pro Leistung). Möglicherweise könnte man aber Wasserstoff als "kalte Reserve" sinnvoll verwenden. Mit nur einem Bruchteil Elektrolyseleistung und einem Speicher für mehrere "Volllasttage". Dann könnte man die teure Akkukapazität knapper bemessen.

Aber man muss es auch nicht gleich mit der Experimentierfreude übertreiben.

ich hab eher allgemein gedacht und alle möglichkeiten angegeben - für die spezielle lösung muss man eh individuell entscheiden - von einer vorgegebenen über eine aufwändige lösung vorort bis zum verlegen eines kabels am meeresgrund zum nächsten (atom)kraftwerk.

1 MWp PV, rund 10 MWh Batterie

An anderer Stelle ist von einer Peakleistung von 1 MW die Rede.
Die Batteriekapazität wird nirgends erwähnt, aber aus den 1344 Bleibatterien zu jeweils 240 kg lässt sich die mutmaßliche Kapazität grob mit 10 MWh abschätzen.
Das würde heißen, die Batterien speichern ein wenig mehr als einen Tagesertrag.

Für etwas mehr Details die Projektbeschreibung vom Hersteller

http://powersmartsolar.co.nz/blog/id/413

Ein kleiner Fehler betreffend Bezeichnungen

Eigentlich ist die Produktion von Strom mit der Sonne die Photovolatik, das Erwärmen von Wasser ist die Solarenergie...
Ansonsten finde Ich das dass ein Schritt in die richtige Richtung ist, als wie zukunftstauglich sie sich erweist wird sich zeigen (betr. Reparatur, Korrosion, Wartung, etc...)

Ich hoffe die 5,5 Mio € enthalten auch einen Servicetechniker, denn

von den 1500 Leuten dort wird das wohl keiner können. Solche "Hilfsprojekte" kenn ich zur Genüge, nach 6 Monaten funktionierts nicht mehr, kein Service und die Dieselgeneratoren tuckern schon wieder.

Unterschätzen Sie die Leute nicht und der Dieselgenerator ist wartungsintensiver.

schön,

aber jetzt würd ich gerne wissen, wie der Strom für die Nacht gespeichert wird und wie lange die Inseln mit 5.5 Millionen Euro mit alter Technologie durchgekommen wären.
Und falls ein Akkusystem verwendet wird, wärs gut zu wissen, wie lange die Batterien jetzt halten werden, bevor man wieder neue Investitionen braucht.

Ohne diesen Informationen hat man nicht viel vom Artikel bzw. da kann ich das mit den 100% auch nicht glauben...

Auf einer Südseeinsel mit wenig saisonalen Schwankungen dürfte das nicht allzu schwierig sein.
Etwas Überkapazität bei der PV-Leistung, ein paar Volllaststunden Batteriespeicher...

Ein Aluminiumwerk mit Nachtschichten werden sie ja wohl kaum betreiben.

PS:
für das kühlen wird es wohl reichen...

Weil ja eine Aircon fast keine Anschlussleistung hat ;-)

Wozu braucht eine Insel nachts unbedingt Strom?

Stimmt eigentlich, das ist's eh dunkel :)

Vielleicht brauchen die Inselbewohner den Strom nachts ja aus ähnlichen Gründen wie du?

Wozu unter Tags?

APA-Artikel sind prinzipiell nur Hausaufgaben für die Eigenrecherche.
http://www.aid.govt.nz/media-and... ble-energy

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