Konferenz AeLC 2012: E-Learning kommt in der Normalität an

7. November 2012, 12:25

Austrian eLearning Conference am 7. und 8. November - Schwerpunkt "Mobile Learning"

"Das E-Learning verliert das E und wird ein Alltagsfeature", ist Erwin Bratengeyer, Leiter des E-Learning Centers an der Donau-Universität Krems überzeugt. Gleichzeitig verlagere sich das Lernen und Lehren in virtuellen Räumen zusehends auf mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones. Mobiles Lernen in der betrieblichen Weiterbildung ist auch das Schwerpunktthema bei der heute, Mittwoch, beginnenden Austrian eLearning Conference (AeLC) im Messezentrum Wien.

Kein Trend

An einen kurzlebigen Trend glaubt Bratengeyer dabei nicht. "Zum einen ist die Mobilität nachhaltig angekommen - mit Geräten und Globalisierung, technologisch und soziologisch." Zudem hätten die kurze Halbwertszeit des Wissens und die Verfügbarkeit von Informations- und Wissensressourcen im Internet dafür gesorgt, dass E-Learning insgesamt ein Standardthema geworden sei. "Die Normalisierung ist eingekehrt und es ist kaum möglich, eine professionalisierte Weiterbildung ohne die Zuhilfenahme dieser Features zu betreiben", so der Co-Leiter des Programmbeirats der Konferenz gegenüber der APA.

Bei den Themengebieten und Branchen für E-Learning sieht der Experte kaum Einschränkungen, das gehe hin bis zum Thema Soft Skills. "Man kann recht gut Produkte zum Thema Konfliktmanagement finden oder zu Partnermediation. Dennoch gibt es eine Reihe von Bereichen und Szenarien, die ich jetzt nicht auf Teufel komm raus bei E-Learning abbilden würde." Das gleiche gelte für das Lernen auf mobilen Endgeräten, meint Bratengeyer, der dafür "bestimmte Lernzwecke wie zum Beispiel Multiple-Choice-Anwendungen, kleine Lernhappen im Sinne von Microlearning sowie Faktenwissen" am geeignetsten hält.

"Die Akzeptanzproblematik besteht natürlich. Sie kann im Fachgebiet begründet liegen oder in der Lernkultur - was die schwierigere Problematik ist."

Wenn neue Lernformen auf die Mitarbeiter zukommen und Althergebrachtes verdrängen, könnten freilich auch Widerstände auftreten, räumt Bratengeyer ein. "Die Akzeptanzproblematik besteht natürlich. Sie kann im Fachgebiet begründet liegen oder in der Lernkultur - was die schwierigere Problematik ist." Besonderes Augenmerk müsse man auch auf das Zeitmanagement legen, da beim E-Learning die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit fließend sind. "Die E-Learning-Lernzeit steht kaum im Kalender. Die Arbeitsbelastung ist damit nicht definiert."

Die wichtigsten Vorteile von E-Learning sieht Bratengeyer in der Orts- und Zeitflexibilität sowie in der größeren didaktischen Vielfalt. Generell will er das Konzept nicht auf das Lernen mit technischen Gimmicks beschränkt sehen, sondern als Mischform mit Präsenzveranstaltungen verstanden wissen: "Wenn man E-Learning sagt, sollte man Blended Learning meinen."

Der Fachkongress findet am 7. und 8. November zum dritten Mal parallel zu den Fachmessen Personal Austria und Professional Learning Austria in Wien statt. Beim AeLC-Kongress werden rund 100 Teilnehmer erwartet. "Das ist so in etwa die Größenordnung beim Corporate E-Learning in Österreich, die sich so schnell nicht ändern wird", schätzt Bratengeyer. (APA, 07.11. 2012)

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