Chefaufseherin für Europas Banken

7. November 2012, 10:01
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Deutschland und Frankreich drängen darauf, dass die gemeinsame Bankenaufsicht von einer Frau geleitet wird

Berlin - Die geplante gemeinsame europäische Bankenaufsicht soll einem Zeitungsbericht zufolge von einer Frau geleitet werden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) vorab unter Verhandlungskreisen in Brüssel berichtete, drängen vor allem Deutschland und Frankreich darauf, den Chefposten weiblich zu besetzen.

Beide Länder wollten die Personalia unter sich ausmachen und könnten geeignete Kandidatinnen vorweisen: Elke König führt die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin, Daniele Nouy steht der französischen Bankenaufsicht ACP als Generalsekretärin vor.

Dem Blatt zufolge sehen EU-Diplomaten die Französin in leichtem Vorteil. Wenn die neue Aufsicht in Frankfurt angesiedelt werde, sorge eine französische Chefin für das nötige "diplomatische Gleichgewicht". Die Behörde soll unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt werden.

Spitzenjobs in Frauenhände

"Die Mitgliedsstaaten wissen, dass sie sich dem Druck, europäische Spitzenjobs an Frauen zu vergeben, nicht länger widersetzen können", zitierte die Zeitung einen Unterhändler. Das EU-Parlament pocht darauf, dass eine Frau in der EZB-Spitze vertreten ist. Die Abgeordneten verzögerten daher den Einzug des Luxemburgers Yves Mersch in das EZB-Direktorium.

Der Zeitung zufolge setzten die Regierungen in Berlin und Paris durch, dass der Chefaufseher aus einem Kontrollrat gewählt wird, dem neben EZB-Mitgliedern auch nationale Aufseher angehören. Damit sei der Weg für eine Frau frei, wird Binnenmarktkommissar Michel Barnier zitiert. Als eine Favoritin für den Chefposten des neuen Gremiums galt bisher auch Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger, die von mehreren führenden EZB-Vertretern gelobt wurde. (APA, 7.11.2012)

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    Der Druck, europäische Spitzenjobs an Frauen zu vergeben, steigt.

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