ATX schließt am Mittwoch mit klaren Abschlägen

7. November 2012, 18:24
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voestalpine nach Zahlen mit minus 6,0 Prozent

Wien - Die Wiener Börse hat am Tag nach den US-Präsidentschaftswahlen bei hohem Volumen mit schwacher Tendenz geschlossen. Der ATX fiel am Mittwoch 27,41 Punkte oder 1,23 Prozent auf 2.203,83 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -2,56 Prozent, DAX/Frankfurt -1,96 Prozent, FTSE/London -1,58 Prozent und CAC-40/Paris -1,98 Prozent.

Positiver Auftakt

Die raschen US-Wahlergebnisse hatten zunächst noch für einen positiven Auftakt gesorgt. Im Verlauf verließ die Anleger aber der Optimismus, hieß es. Insbesondere Konjunktursorgen lasteten auf der Stimmung der Anleger. Die Wirtschaftskraft der Eurozone wird den jüngsten Prognosen der EU-Kommission zufolge erst 2014 wieder wachsen. Spanien und Frankreich schaffen es demnach nicht, ihre Staatsdefizite wie angekündigt abzubauen. Griechenlands Wirtschaft dürfte um sechs Prozent schrumpfen. Im Blickfeld steht zudem die Regierung in Griechenland, die am heutigen Abend das umstrittene Sparpaket durchs Parlament bringen will.

Darüber hinaus hielt der positive Effekt der Wiederwahl Obamas nur kurzzeitig an. Banken und Börsen müssen sich in der zweiten Amtszeit des Demokraten auf eine härtere Gangart bei der Finanzregulierung gefasst machen. Die Wall Street startete sogleich tief im Minus. Im Sog bauten auch die europäischen Börsen ihre Verlaufsabschläge deutlich aus.

voestalpine sackte um sechs Prozent ab

Unter den Einzelwerten sackten in Wien voestalpine nach Zahlen um massive 6,0 Prozent auf 23,60 Euro ab. Der Stahlkonzern hat seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2012/13 um 100 Mio. Euro gesenkt. Die Commerzbank reduzierte ihr Anlagevotum von "Add" auf "Hold". Die Halbjahresergebnisse, die voestalpine am Vortag, nach Börsenschluss gemeldet hat, seien gut ausgefallen, kommentieren die Wertpapierexperten.

Erste Group sanken um 0,58 Prozent auf 20,40 Euro. Die Bank will ihrer Rumänien-Tochter BCR erneut mit einer Kapitalerhöhung unter die Arme greifen. Raiffeisen verbuchten einen Abschlag von 2,05 Prozent auf 31 Euro.

OMV gaben um knapp drei Prozent auf 27,46 Euro ab. Das Betriebsergebnis des Bereichs Gas und Power (G&P) war im dritten Quartal erneut nur knapp positiv. Negativ beeinflussten hier vor allem die EconGas-Verluste.

AMAG verloren 2,10 Prozent

Century Casinos brachen nach Zahlen um 4,14 Prozent auf 2,06 Euro ein. Der Nettogewinn ging im Vergleich zur Vorjahresperiode um 17 Prozent auf 1,2 Mio. Dollar (0,94 Mio. Euro) zurück.

AMAG verloren 2,10 Prozent auf 21,26 Euro. Die Analysten von JP Morgan haben ihre Schätzungen für 2012 und 2013 den am Vortag präsentierten Quartalszahlen angepasst. Intercell schwächten sich um 0,38 Prozent auf 1,81 Euro ab. In den ersten neun Monaten 2012 schrieb das Unternehmen einen Verlust von 14,6 Mio. Euro.

In den Blickpunkt gerieten nach Zahlen zudem Polytec. Mit einem Aufschlag von knapp über zwei Prozent auf 5,80 Euro zählten die Titel zu den größten Gewinnern am Kurszettel. Der oberösterreichische Autozulieferer hat die Konjunkturflaute in vielen seiner Absatzmärkte in den ersten neun Monaten 2012 deutlich zu spüren bekommen. Das operative Ergebnis (EBIT) ging um 28 Prozent auf 21,3 Mio. Euro zurück. 

 

 

Die zehn größten Kursgewinner:

1. SCHOELLER-BLECKMANN AG +2,11 Prozent

2. FLUGHAFEN WIEN AG +1,97 Prozent

3. MIBA AG VZ KAT. B +1,72 Prozent

4. POLYTEC HOLDING AG +1,46 Prozent

5. IMMOFINANZ AG +1,44 Prozent

6. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD +1,14 Prozent

7. ZUMTOBEL AG +1,10 Prozent

8. ANDRITZ AG +0,76 Prozent

9. CONWERT IMMOBILIEN INVEST SE +0,69 Prozent

10. BWT AG +0,60 Prozent

 

Die zehn größten Kursverlierer:

1. VOESTALPINE AG -6,00 Prozent

2. CENTURY CASINOS INC -4,14 Prozent

3. STRABAG SE -3,46 Prozent

4. TELEKOM AUSTRIA AG -3,28 Prozent

5. OMV AG -2,95 Prozent

6. RHI AG -2,80 Prozent

7. VERBUND AG KAT. A -2,75 Prozent

8. AMAG AUSTRIA METALL AG -2,10 Prozent

9. RAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG -2,05 Prozent

10. UNIQA VERSICHERUNGEN AG -1,65 Prozent

 (APA, 7.11.2012)

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