Polytec leidet unter Nutzfahrzeuge-Einbruch

7. November 2012, 09:26
posten

Linz/Wien - Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec hat die Konjunkturflaute in vielen seiner Absatzmärkte in den ersten neun Monaten 2012 deutlich zu spüren bekommen. Das operative Ergebnis (EBIT) ging um 28 Prozent auf 21,3 Mio. Euro zurück. Die Zahlen sind mit denen des Vorjahres nicht vergleichbar, da Polytec sich zwischenzeitlich von der Interior-Sparte getrennt hat. Doch auch gegenüber dem bereinigten Wert aus dem Vorjahr verringerte sich das Betriebsergebnis um 29 Prozent auf 21,0 Mio. Euro.

Der Gruppenumsatz erreichte mit 362,6 Mio. Euro annähernd den um die Veräußerung bereinigten Wert des Vorjahres von 367,3 Mio. Euro. Das Periodenergebnis ließ bei unbereinigter Betrachtungsweise um fast 46 Prozent auf 17,2 Mio. Euro nach. Diese Zahlen gab das börsenotierte Unternehmen am Mittwoch ad hoc bekannt.

Das Management erwartet weiterhin, dass sich Umsatz und Ergebniszahlen der Gruppe im zweiten Halbjahr 2012 auf dem Niveau des ersten Halbjahres entwickeln - sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter eintrüben, wie es heißt. Vor dem Hintergrund des volatilen Markumfeldes sei das Erreichen der Zahlen als "ambitioniert" zu betrachten.

Die Geschäftsbereiche der Polytec-Gruppe entwickelten sich in den ersten neun Monaten unterschiedlich. Während sich die europäische PKW-Industrie solide darstellte, ist die Umsatzentwicklung des Marksegments Nutzfahrzeuge nach wie vor negativ.

Auch weniger Pkw-Geschäft

Der Umsatz im Bereich Pkw belief sich im dritten Quartal auf 68,2 Mio. Euro, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. In den ersten neun Monaten reduzierte sich der Umsatz aufgrund des im Vorjahreswert enthaltenen Umsatzes aus dem Bereich Interior Systems um 41,9 Prozent auf 213,9 Mio. Euro. Das Segment Nutzfahrzeuge ließ im dritten Quartal um 12 Prozent auf 39,8 Mio. Euro nach, in den ersten neun Monaten des Jahres um ein Fünftel auf 108,4 Mio. Euro. Der Non-Automotive Umsatz erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2012 im Wesentlichen durch den Umsatzbeitrag von rund 18 Mio. Euro des Standortes Polytec Plastics Ebensee.

Sieht man von Österreich ab, entwickelten sich die Umsätze in den ersten neun Monaten des Jahres in allen Regionen negativ. In Deutschland gingen die Erlöse um 35 Prozent zurück, in "sonstige EU" um 27 Prozent und in "Rest der Welt" um fast 20 Prozent.

Der Autozulieferer beschäftigte in den ersten neun Monaten durchschnittlich 550 Personen in Österreich, um 121 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Anstieg ist auf die im dritten Quartal 2011 erworbene Polytec Plastics Ebensee zurückzuführen. Im gesamten Konzern arbeiteten in diesem Zeitraum im Schnitt 3.553 Menschen, um 1.625 weniger als im Jahr davor. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus dem Verkauf des Bereichs Interior Systems per 30. Juni 2011. (APA, 7.11.2012)

Share if you care.