New Jersey ließ Bürger per E-Mail wählen

7. November 2012, 09:42
11 Postings

US-Bundesstaat wollte Bürger trotz Chaos nach Hurricane Sandy an Präsidentenwahl teilnehmen lassen

Einen etwas unorthodoxen Einfall, die Bürger trotz Einschränkungen nach Hurricane Sandy an der Präsidentenwahl teilnehmen zu lassen, hatte der US-Bundesstaat New Jersey. Die Wahlstimmen wurden per E-Mail angenommen. Sicherheitsexperten kritisieren die Methode scharf.

E-Mail-Wahl

Diese Wahlmöglichkeit biete New Jersey Bürgern außer Landes und Angehörigen des Militärs bereits seit 2008, berichtet nj.com. Die Wähler können den Wahlzettel per Mail anfordern, ausdrucken, unterschreiben, wieder einscannen und zurückmailen. Zusätzlich müsse unmittelbar danach eine Kopie des Wahlzettels per Post geschickt werden. Doch das System wird als hochgradig unsicher kritisiert, zumal die per E-Mail verschickten Wahlzettel manipuliert werden könnten.

Hotmail-Adresse 

In einigen Bezirken seien zudem die Mailboxen schnell überlastet gewesen, in mehreren Fällen konnten Mails laut Buzzfeed Politics nicht gesendet werden. Wegen der überlasteten Mailserver hatte der Verantwortliche von Essex County die Wähler auf der Facebook-Seite aufgefordert die Mails einfach an seine persönliche Hotmail-Adresse zu schicken. Mehrere Personen, die diese Möglichkeit genutzt haben, hätten keine Rückmeldung bekommen.

Passwort herausgefunden

Die Sicherheitsrisiken über diese Methode sind zudem noch wesentlich höher. So habe der Sicherheitsberater Ashkan Soltani die Passwort-vergessen-Funktion für die angegebene Hotmail-Adresse ausprobiert, berichtet Bloomberg. Als Sicherheitsfrage sei nach dem Namen der Mutter des Mitarbeiters gefragt worden, der die Adresse auf seinem Namen eingerichtet hatte. Diese habe Soltani herausgefunden und Zugang zur Mailbox erhalten. Wie mit diesen Stimmen nun weiter verfahren wird, ist unklar. (br, derStandard.at, 7.11.2012)

  • Wählen per E-Mail? Keine gute Idee.
    foto: epa

    Wählen per E-Mail? Keine gute Idee.

Share if you care.