Schädigung des Great Barrier Reef begann bereits vor 140 Jahren

Die ersten europäischen Farmer siedelten um 1870 an der Küste des australischen Queensland

Canberra - Die allmähliche Zerstörung des größten zusammenhängenden Korallenriffs der Erde ist kein Phänomen des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Bereits mit den ersten europäischen Siedlern, die sich um 1870 an der Ostküste Australien niederließen, nahm das Drama seinen Anfang. Forscher um George Roff von der australischen Universität von Queensland konnten in einer aktuellen Untersuchung nachweisen, dass schon im 19. Jahrhundert infolge der Landwirtschaft über die Zuflüsse mehr Sedimente und Nährstoffe ins Meer gelangten und küstennahe Anteile des Great Barrier Reefs schädigten.

Roff und seine Kollegen begutachteten an einigen Stellen die küstennahen Riffe um Pelorus Island und entnahmen dort Proben. Die Insel befindet sich im Zentrum des Great Barriere Reef und in der Nähe des australischen Festlands. Die Forscher bestimmten die Artenzusammensetzung sowie das Alter der abgestorbenen und der noch lebenden Korallen. Das "Korallenarchiv" reichte bis ins 3. Jahrhundert zurück.

Die Auswertung zeigte, dass die Riffe bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem von Steinkorallen der Gattung Acropora aufgebaut wurden. An den abgestorbenen Korallen zeigte sich, dass sie früher dick und stark verzweigt waren. Die jüngeren und noch lebenden Exemplare waren dünner und weniger verzweigt, so wie es für die frühen Entwicklungsstadien nach einer Störung am Riff typisch ist. Insgesamt waren die Arcopora-Korallen jedoch seltener geworden und andere Arten wuchsen am Riff, schreiben die Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Anfälliger für schädliche Umwelteinflüsse

Die Analyse zeigte weiter, dass ein Großteil der Acropora-Korallen zwischen 1920 und 1955 abgestorben war. Im gleichen Zeitraum habe es eine Reihe von Temperaturanomalien und einige starke Tropenstürme gegeben. Die Forscher glauben, dass der vermehrte Eintrag von Nährstoffen, Sedimenten und auch von Düngemitteln aus Landwirtschaft und Viehhaltung wie ein chronischer Stressfaktor gewirkt und die Korallen geschwächt habe. Eine Erholung von Fluten oder Sturmschäden sei dann nicht wie sonst möglich gewesen.

Schon vor der schweren Korallenbleiche 1998 und 2002 und vor Beginn des kontinuierlichen Monitorings der Riffe seit den 1980er-Jahren hatten sich diese erheblich verändert, folgern die Forscher. Dies müsse berücksichtigt werden, wenn heute Veränderungen der Riffe oder die Entwicklung der Korallen untersucht werden. (APA/red, derstandard.at, 10.11.2012)

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8 Postings

das Riff ist nördl v Cairns praktisch tot, wegen Überdüngung durch Zuckerrohrindustrie. Kaum Lebendes bei tauchgängen zu sehen. Größere fische nur solche, die von Tauchbegleitern angefüttert wurden. Traurig

das haben wir ja wieder toll gemacht.

die aborigines leben dort seit 40.000 jahre und haben in dieser zeit kein einziges tier ausgerottet und wurden von unseren vorfahren als primitiv und ungebildet bewertet.
im nachhinein betrachtet sind wohl wir die primitivere zivilisation.

diese aussage ist so dermassen dumm und falsch, dass man dafür eigentlich gleich 100 mal rot vergeben sollte...

"In Tasmania the megafauna survived about 5,000 years longer than on the mainland, going extinct shortly after the arrival humans. It's beginning to look like the introduction of widespread burning, rather than direct hunting, may have been what proved too much for the megafauna. A suggestion has been that a possible contributing factor may have been that the first human arrivals perfected their sustainable way of life in such a difficult environment only after the megafauna had gone extinct. "

man weiss nur soviel, dass die aborigines die megafauna wahrscheinlich nicht "aktiv" jagte - sehr wohl aber die juvenilen, bzw deren eier...

preisfrage: was passiert mit einer spezies, wenn man den nachwuchs ausradiert?

"Kein einziges Tier ausgerottet": Sie sind ein typischer, romantisierender Steinzeitmenschenverklärer.

Wikipedia:

Eine Diskussion dreht sich um die Rolle der Aborigines bei der Ausrottung der Megafauna der Beuteltiere. Manche schreiben dies dem Klimawechsel zu, andere glauben, dass die Tiere aufgrund ihrer Langsamkeit einfache Beute waren. Eine dritte Möglichkeit wäre, dass das Aussterben durch menschliche Veränderungen an der Umwelt, vor allem durch Feuer, indirekt verursacht wurde.

Die indigenen Völker Australiens benutzten Feuer für verschiedene Zwecke. Zum einen, um das Wachstum essbarer Pflanzen oder von Tierfutter zu begünstigen, zum anderen aber auch, um das Risiko für Buschfeuer zu reduzieren, Reisen zu erleichtern, Seuchen auszurotten, für zeremonielle Zwecke oder aber auch, um „das Land aufzuräumen“.

lieber herr arno

wo kann ich Sie beim einsammeln Ihrer nahrung im lendenschurz beobachten?

sind Sie ein Voyeur herr Oblomow II?

Könnte es nicht eher sein, dass sie nicht die technischen Möglichkeiten hatten Pflanzen und Tiere auszurotten?

naja,

nicht jeder der ein messer hat bring damit menschen um!

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