OMV verdient gut dank teuren Sprits

7. November 2012, 08:44
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Ertragssituation im Spritbereich entwickelte sich erfreulich. Wiedererstarkte Libyen-Förderung und fester Dollar helfen

Wien - Dank der in Libyen und dem Jemen wieder aufgenommenen Produktion und aufgrund besserer Margen in den Raffinerien hat der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis (clean CCS EBIT) legte im 3. Quartal um 34 Prozent auf 786 (587) Mio. Euro zu, während der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss (vor Sondereffekten) mit 317 (237) Mio. Euro ebenfalls um 34 Prozent höher ausfiel. Das berichtete EBIT (reported) wuchs um 37 Prozent auf 779 (569) Mio. Euro, davon steuerte die rumänische Petrom diesmal mit 284 (315) Mio. Euro um ein Zehntel weniger bei als im gleichen Vorjahreszeitraum.

In den ersten neun Monaten 2012 zusammen stieg das bereinigte CCS EBIT um 37 Prozent auf 2,451 (1,793) Mrd. Euro, teilte die OMV Mittwochfrüh mit, und der CCS Periodenüberschuss kletterte sogar um 53 Prozent auf 1,151 (0,754) Mrd. Euro.

Fester US-Dollar hilft

Gestützt wurde die Ergebnisverbesserung durch erhöhte Verkaufsmengen und einen vergleichsweise festeren US-Dollar. Der Wiederanstieg der Libyen-Förderung brachte eine höhere Gesamtproduktion, außerdem führten die höheren Fördermengen und positiven Fremdwährungseffekte zu geringeren Produktionskosten pro Barrel gemessen in Dollar. Dafür gab es höhere Explorationsaufwendungen wegen Abschreibungen in der Region Kurdistan im Irak (aber auch einer Explorationslizenz in Tunesien), wie die OMV bereits in ihrem Quartalszwischenbericht mitgeteilt hatte.

Die Gesamtproduktion des OMV-Konzerns lag im 3. Quartal mit durchschnittlich 309.000 Fass Öl-Äquivalent (boe) pro Tag um 9 Prozent über Vorjahr (283.000 boe/d) - für das 4. Quartal wird eine weitgehend ähnliche Menge erwartet, heißt es. Im Neun-Monats-Zeitraum betrug das Plus 6 Prozent auf 304.000 (287.000) boe/d. Davon entfielen auf die Petrom-Gruppe in Q3 182.000 (184.000) boe/d, um ein Prozent weniger, und von Jänner bis September 183.000 (186.000) boe/d, minus zwei Prozent.

Ölpreise auf hohem Niveau

Der Brent-Preis lag zuletzt (Juli bis September) mit 109,50 Dollar/Fass um 3 Prozent unter Q3/2011, während der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des OMV-Konzerns nur um 1 Prozent auf 96,66 Dollar/Fass sank und somit ein weniger negatives Hedging-Ergebnis als im Vorjahresquartal widerspiegelte. Für den Rest des Jahres erwartet die OMV weiterhin einen über 100 Dollar liegenden Brent-Preis, wie am Mittwoch erklärt wurde.

Geringere Nettoverschuldung

Das Ergebnis je Aktie wird für das Quartal mit 0,95 (0,69) Euro je Aktie (+38 Prozent) und für die neun Monate zusammen mit 3,21 (2,80) Euro/Aktie beziffert, ein Zuwachs um 15 Prozent.

Die Nettoverschuldung konnte im Jahresabstand um 5 Prozent auf 4,026 (4,226) Mrd. Euro verringert werden, womit sich der Verschuldungsgrad (Gearing) auf 28 (33) Prozent verbesserte. Die Investitionen lagen heuer bis September mit 1,363 (2,260) Mrd. Euro um 40 Prozent unter Vorjahr. Die Steuerquote des Konzerns lag heuer im Neun-Monats-Zeitraum mit 36 (29) Prozent um rund ein Viertel höher.

Die Mitarbeiterzahl des Gesamtkonzerns verringerte sich im Jahresabstand um 4 Prozent auf 29.066 (30.365). (APA, 7.11.2012)

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