Rückzug aus Österreich kommt Vontobel teuer

6. November 2012, 19:27
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Wien - Der Österreich-Rückzug von Vontobel kratzt ordentlich am Image der Schweizer Privatbank. Zeno Staub, Chef der Bank, wird für seine Strategie auf einem Schweizer Finanzportal ordentlich geprügelt. Im Frühling trennte sich Staub von seinem Private-Banking-Chef und setzte sich selbst ans Steuer. Ihm wird nachgesagt, zwar ein kluger Kopf zu sein, das Gespür für das Geschäft aber nicht zu haben.

Der Verkauf der Österreich-Tochter (interessiert waren Julius Bär, Liechtensteinische Landesbank und Valartis) ist Staub nicht geglückt. Drei der vier längjährigen Vontobel-Partner sind abgesprungen. "Die Entwicklungen konnten nicht mehr mitgetragen werden", sagt ein Involvierter zum Standard. Weil mit ihnen auch der Großteil der Kunden ging, stand Staub mehr oder weniger nur noch mit der Infrastruktur da.

Der Rückzug nach 17 Jahren in Salzburg und Wien ist laut einem Insider damit zur "Millionenübung" geworden. Während gekündigte Mitarbeiter um Abgangsentschädigungen kämpfen mussten, kassiert die Spitze ordentlich ab. Staub hat 2011 zwei Millionen Franken (1,66 Mio. Euro) verdient, 3,4 Mio. Franken gingen an Vontobel-Präsident Herbert Scheidt.

Als Grundproblem nennen Insider, dass bei Vontobel "Menschen an der Spitze sitzen, die das Private-Banking-Geschäft nicht gelernt haben". Das "Feeling für die Leute" fehle ebenso wie "eine Vision für die Zukunft".  (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 7.11.2012)

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