Ex-Giro-Sieger Scarponi räumt Kontakt zu Dopingarzt ein

6. November 2012, 19:13
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Lampre suspendiert Italiener - In Sachen Doping vorbelastetem 33-Jährigen drohen drei Monate Haft

Der italienische Radstar Michele Scarponi (Team Lampre) hat Kontakte zum umstrittenen Dopingarzt Michele Ferrari eingeräumt. Er habe im September 2010 zwei Fahrtests unter dem als "Dottore EPO" bekannten Arzt absolviert."Ich habe ihn zweimal getroffen und mich Tests unterzogen", sagte der Sieger des Giro d'Italia 2011 bei einer Befragung durch Ettore Torri, den Anti-Doping-Staatsanwalt des Nationalen Olympischen Komitees CONI, am Dienstag in Rom.

Das Team Lampre reagierte am Dienstag auf das Geständnis und suspendierte seinen Fahrer. "Wir warten jetzt auf die Entscheidungen der zuständigen Behörden und betonen, dass der Vorfall in einem Zeitraum passierte, zu dem Scarponi nicht für Lampre fuhr", teilte Sprecher Andrea Appiani mit.

"Ich habe freiwillig ausgesagt, um meine Position zu klären", sagte der 33-jährige Scarponi, dem nun bis zu drei Monate Haft drohen. Ferrari war 2004 wegen Sportbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. 2006 hatte ihn der italienische Radsportverband mit einer lebenslangen Sperre belegt. Der Verband hatte allen italienischen Radprofis verboten, mit Ferrari zu arbeiten. Er habe aber nicht gewusst, dass Ferrari gesperrt sei, beteuerte Scarponi.

Möglicherweise räumte der Radprofi jetzt den Kontakt ein, um nur im Winter gesperrt zu werden und in der nächsten Saison wieder fahren zu können. Scarponi war schon im Juni dieses Jahres vorgeladen worden, konnte die Anhörung aber auf November verschieben.

Scarponi ist in Sachen Doping vorbelastet. 2007 war er wegen seiner Verwicklung in die sogenannte "Operacion Puerto" für 18 Monate gesperrt worden. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona gegen den Rundfahrts-Spezialisten. 2011 wurde er hinter Alberto Contador Zweiter beim Giro, wegen der Verurteilung des Spaniers dann aber nachträglich zum Sieger ernannt. (sid, red, 6.11.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Scarponi mit der Giro-Trophäe.

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