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Ein Rohbericht des Rechnungshofs zum Museum für angewandte Kunst rückt den gefeuerten Ex-Direktor Peter Noever wieder ins Blickfeld. Die staatlichen Kontrolleure haben zu den bekannten Vorwürfen - Partys für die Mutter samt fingierten Rechnungen - noch einiges Erhellendes hinzugefügt. Von gefälschten Besucherzahlen über Spesen-Orgien bis hin zu verschwundenen Objekten ist die Rede. Nun kann man insbesondere über Letzeres diskutieren - Noever-Nachfolger Christoph Thun-Hohenstein betont ja, dass der Schwund bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreiche. Nichts ändert das freilich am Gesamtbefund einer unerträglichen Misswirtschaft im Mak.
Besonders aufschlussreich war und ist die Reaktion der hiesigen Kulturszene. Bereits nach Auffliegen der Unregelmäßigkeiten übte sich die kulturelle Elite des Landes (von Robert Menasse über Klaus Albrecht Schröder bis hin zu Wolf D. Prix) in Solidaritätsbekundungen, die in der Einrichtung der Seite propeternoever.at gipfelten. Während sich zuletzt sogar die Politik einem moralischen Reinigungsprozess nicht ganz verschließen konnte, werden schwere Verfehlungen im Kulturleben offenbar immer noch als vernachlässigbare Größe abgetan. Im Namen der Kunst gibt es keine Skandale. Damit ist absehbar, dass k. u. k. eine Renaissance erfahren wird: Während die Doppelmonarchie längst gestorben ist, lebt das Begriffspaar Kunst und Korruption gerade auf. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 7.11.2012)
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Empört verurteilen die Kuratoren und Direktoren das Ausgraben etruskischer Gräber oder mesopotamischer Dörfer durch Museumsfremde. Auch die großartigsten Fälschungen und Ergänzungen, etwa des Beltracchi, finden sie obszön. In säkularen Zeiten zelebrieren sie priesterliche Kulte in ihren Museumstempeln. Aber wenn sie sich, etwa im Museum für Angewandt Kunst, sechstausend (?) Objekte von unschätzbarem, unersetzlichem Wert klauen lassen, üben sie Solidarität.
Politiker entscheiden über die grössten Kunst-Aufträge die nun einmal hauptsächlich die öffentliche Hand vergibt, sie entscheiden über Förderungen und über Arbeitsstellen für Künstler, nicht zuletzt in Museen.
Künstler geben den Politikern wieder den künstlerischen Rahmen und verbessern das gewünschte Image der Politiker in der Öffentlichkeit.
Aber jedem ist bekannt, wo Politik ist, da ist auch die Korruption nicht fern.
immer mehr komme ich zur erkenntnis, dass derartiges verhalten in at nicht ausnahme, sondern durchgängige regel in politik und öffentlichen ämtern ist. die auf eine aufdeckung folgenden solidaritätsbekundungen verwundern in einer durch und durch vernetzten pseudo-elite auch nicht wirklich; solange die mehrheit dieser elite selbst ähnliches zu verbergen hat, werden ehrliche kritiker immer zu aussenseitern gemacht.
allen anderen bleibt nur, die völige verachtung für diese kleinen, armseligen würstchen, die um unsere anerkennung buhlen, auszudrücken, egal, ob sie faymann oder berlakovich, noever oder matt heißen
eins nach dem anderen .... ;-)
http://diepresse.com/home/wirt... e/index.do
nur weil sich ein paar wappler mit einem wappler solidarisieren, heißt das noch gar nix.
und zweitens hat sich eine standard - redakteurin auch nicht gerade kritisch gezeigt, als es damals um den kunsthallenzwerg heiß wurde. lieber vor der eigenen türe kehren!
weil bei sowas auch immer eröffnungen, sonderveranstaltungen, pressekäse, finischaßen und zeug reingerechnet werden, wo keine tickets ausgegeben werden.
wenn also zur eröffnung 700 besucher kommen, werden daraus 2500 gemacht, das geht in die gesamtbesucherstatistik, und nach den erfassten besucherzahlen gibt es dann eine förderung/jahresbudget/whatever aus dem steuergeld, und das landet dann wo? genau.
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