FMA knöpft sich Spendenverein vor

  • Seit 1997 unterstützte der Verein Jugend Eine Welt nach eigenen Angaben 
hunderte Bildungs- und Straßenkinderprojekte.
    foto: jugend eine welt

    Seit 1997 unterstützte der Verein Jugend Eine Welt nach eigenen Angaben hunderte Bildungs- und Straßenkinderprojekte.

Zinsenlose Darlehen von Förderern in Höhe von 500.000 Euro: Nach einem Schuster gerät ein Hilfswerk in das Visier der FMA

Wien - Alternative Finanzierungswege abseits der Banken werden zunehmend zum Politikum. Markus Roth, Chef der Jungen Wirtschaft, sieht in den Ministerien Signale für Zugeständnisse rund um Rahmenbedingungen für die Projektfinanzierung durch viele kleine Geldgeber. Es brauche fürs Crowd-Funding etwa klare Regeln und Erleichterungen bei der Gründung entsprechender Plattformen - ohne dabei den Konsumentenschutz zu untergraben, sagt er.

Das Thema stellt sich als Zündstoff heraus. Jüngst angeheizt hat es der öffentlich ausgetragene Disput zwischen der Finanzmarktaufsicht und Heinrich Staudinger. Der Schuhmacher aus dem Waldviertel geriet mit seinem Sparverein, in den Bekannte und Freunde drei Millionen Euro einzahlten - um den Betrieb zu unterstützen und ihr Geld verzinst zurückzubekommen -, ins Visier der Behörde. Nun macht ein weiterer Verein seine Querelen mit der Finanzaufsicht in Österreich publik.

Private Darlehen

Es ist das Hilfswerk "Jugend Eine Welt". Stein des Anstoßes sind Privatdarlehen von Förderern und Freunden. Ihr Ziel waren Vor- und Zwischenfinanzierungen von karitativen Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit und Katas- trophenhilfe. Seit 2008 kamen dabei 500.000 Euro zusammen. Verzinst werden sie nicht. Basis dafür ist ein Vertrag auf unbestimmte Zeit. Die Unterstützer seien über das Risiko aufgeklärt worden, und falls erwünscht, erhielten sie das Geld zurück, erläutert Geschäftsführer Reinhard Heiserer in einer Aussendung, die nötige Liquidität sei gegeben. Fast die Hälfte der Darlehensgeber entscheide sich dafür, das Kapital im Todesfall zu spenden. Die FMA wertet dies, wie auch im Fall der Waldviertler, als verbotenes Einlagengeschäft - das, sobald erwerbsmäßig betrieben, konzessionspflichtig ist. Es drohen Strafen von 50.000 Euro.

Die Aufsicht beruft sich dabei aufs Bankwesengesetz. Betrug soll verhindert werden. Ziel ist es, betroffene Anleger zu schützen, zumal diese etwa im Zuge eines Konkurses um die Einlage umfallen.

Sein Hilfswerk sei weder gewerbsmäßig tätig, noch ziele es auf Gewinne ab, argumentiert Heiserer. Andere Modelle seien für Non-Profit-Betriebe unfinanzierbar: 100.000 Euro Kosten für eine Anleihe in Höhe von 500.000 Euro stünden in keiner Relation. (Verena Kainrath, DER STANDARD, 7.11.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 66
1 2
die Intention des Gesetzes

ist es wohl , die vorsätzlichen Finanzbetrüger zu verfolgen - was die FMA daraus macht , ist eine Hexenjagd auf KMU´s nachdem sie kläglich scheiterten , auch nur irgendeine Malversation in der Bankenwelt aufzudecken ...... damit sind sie wohl ein Fall für die Korruptionsbehörde ....

Something is rotten in the state of ...

Also werden jetzt schon Mitgefühl, Großzügigkeit und Gerechtigkeit verfolgt und bestraft,...

...damit die Kreditzins-Wucherer-Leistungsträger nicht um ein hundert-milliardstel-promill ihrer Wucherzinsen sterben.

So ein Scheiz-gesetz.

Das macht mich sehr traurig und ziemlich wütend :(

Fall von Ueberkontrolle

Schaut aus als waere das wieder einmal ein Fall der "staatlichen Ueberkontrolle", aehlich wie ein Finanzamt, das abzielt einem Einzelunternehmer so viel Geld wie moeglich ab zu knoepfen und/oder ihn in die Haende der Steuerberater treibt um Steuern zu sparen. Crowdfunding Initiativen und andere innovative Konzepte im Keim zu ersticken ist auf jeden Fall, weil zukunftsfeindlich der falsche Weg.

Vielmehr sollte sich die FMA ueberlegen, welche Rahmenbedingungen noetig sind, um innovative Finanzierungsformen zu foerdern und schuetzenswerte Personen (die auch geschuetzt werden WOLLEN) zu schuetzen. Es gibt jede Menge Individuen in Oesterreich, die dezitiert nicht als unwissender Konsument agieren und fuer die ein eigener Status gut waere.

Da sollte die FMA näher prüfen

http://derstandard.at/135026056... talspritze

da gehts wieder mal um richtig viel geld und letzten endes haftet wieder mal der steuerzahler "alternativlos" daür, wenns bei der "systemrelevanten" bank kracht...

hauptsache in mehr oder weniger "private" dinge reinpfuschen, bei denen relativ kleine unternehmen was davon haben könnten

das sollte man doch verstehen....

die fma richtet sich neu aus - basisarbeit bei diversen unternehmensfinanzierungen im kmu milieu - später, in zehn jahren mal, prüfung der banksauereien in österreich als historisches aufarbeitungprojekt.
he, ihr siebenschläfer in der fma - was fällt euch denn zu den vielen millionen anlagegelder österreichischen konsumenten in diversen immo-,schiff-und lebensversicherungsfonds ein - diese atypischen gesellschaftsformen in holland und deutschland und was weiss ich noch wo? da versickern gerade millionen in diversen kanälen.

Bank Austria

Sollte sich die FMA nicht um die BA kümmern? Keiner weiß mehr, ob da alle Zahlungen, Buchungen etc. noch ok sind. Da trauen sie sich nicht ran. Wer hilft da dem Konsumenten? Gfrasta

Wenn ich das alles richtig verstehe...

ist es illegal, sich Geld privat auszuleihen, ohne dick Zinsen dafür zu zahlen. Stattdessen soll ich zu maroden Banken gehen, wo ich nicht weiß, ob es das Institut morgen noch gibt und denen ordentliche Kreditzinsen blechen, dmait die dann aus meinen Steuergeldern Finanzhilfe bekommen, mit möglichst geringen Zinsen.

Ich hoffe ich irre mich...

ja, sie irren sich

es ist illegal, sich gewerbsmässig (um ein unternehmen, verein etc zu finanzieren) ohne bankkonzession geld auszuleihen.

ich hoffe der Gea-ler wäscht ihnen den Kopf. (nicht Ihnen der FMA:)

[...] Ziel ist es, betroffene Anleger zu schützen [...]

Oooooh jaaaaaa!

Klar doch. Überhaupt sonst kein Interesse vorherrschen tun tut!

Sooooo selbstlos die FMA. Die selbst sich, als "ach so zahnlos" beschreibt, wenn es darum geht, den Banken aufs Dach zu steigen - da wird sie dann plötzlich mit Inventardritten aus der Prosektur bestückt und steigt bissig wie nie zuvor in den Ring.

Ein Sittenbild!

amtshaftung

ich hoffe ja, dass nicht die gleichen die hier gegen die fma (oder die banken oder das system etc....) posten die sind, die nach amtshaftung schreien wenn der erste "waldviertler" pleite geht und die armen alternativinvestoren mit der konkursquote dastehen.

FMA kümmert sich nur um ihre Posten

Seit Jahrzehnten ist die FMA bei keinem Bankenskandal fündig geworden. Da gehörte sie reformiert oder abgeschafft.
Plötzlich tut sie so, als wolle sie Anleger schützen. Aber dass die Verwaltung von Vermögen durch (die von ihnen kontrollierten) Instituionen die erwirtschafteten Gewinne auffrisst, stellen sie nicht in Frage.

Na hauptsache die FMA hat nix anderes zu tun!

Personell so mit Überkapazitäten ausgerüstet, dass Meinl, Bawag, Bankenretter, Euribor-Betrüger und Co. alle schon AUSGEZITTERT haben und erfolgreich überführt wurden, hat sich die FMA jetzt zum Ziel gesetzt den organisierten Fundraisern den Kampf anzusagen...

Toll das eure Freund-Feind-Kennung noch richtig tickt ihr Vögel!!

Haben wir keine Probleme mit WIRKLICHEN Verbrechern? Müsst ihr Waldviertler und Afrikahilfe quälen? Bravo!

die (ehem.) kärntner landesbank nicht vergessen

tja wenn sich die banken nicht mehr um Ihre kleinkunden kümmern

dann helfen sich die leute halt selber. wenn ich keinen kredit bekomme, ohwohl das unternehmen stabil ist, gut funktioniert und wie im falle des waltviertlers ohne! angabe von gründen mir der kredit verweigert wird, dann muss ich ja wohl mein geld woanders suchen. und irgendwie sollten die banken ja verstehen, dass ich mich etwas verarscht vorkomme, wenn ich für habezinsen magere 1% bekomme (sparbuch) und für eine überziehung am girokonto 13% bezahle!
wenn die bank den hals nicht voll bekommt, die gelder verspielt und dann angst bekommt, das die kunden davonlaufen und das ganze auch noch nicht versteht, dann weiss ich auch nicht... und die FMA sieht zu und steigt wieder einmal den kleinen aufs dach! Idiotenpack!

Allerdings muss man sich die Frage stellen, wieso die freie Marktwirtschaft hier versagt, da keine Konkurrenzbanken auftauchen, die wesentlich bessere Konditionen bieten.

"Freie Marktwirtschaft"

Auf den sogenannten "freien Märkten" zählt nur zahlungskräftige Nachfrage. Ein Bedürfnis zählt gar nichts.
Fazit: Freiheit ist etwas anderes. Die "freien Märkte" sind ein Propaganda-Märchen.

Schon lustig!

Erst lassen die Banker ihre Betriebe in den Sand laufen, müssen um Steuergeld betteln - und beschweren sich gleichzeitig, wenn sich die Unternehmer selbst helfen.

werden die jetzt aktiv, auf zuruf der banken, weil diese um ihre zinsen umfallen und um ihr geschäft fürchten, sollten sich solche modelle künftig noch mehr beliebtheit erfreuen?

"Die Aufsicht beruft sich dabei aufs Bankwesengesetz. Betrug soll verhindert werden."

Man könnte doch dem Bankwesengesetz einen Zusatz hinzufügen, der es gemeinnützigen Organisationen erlaubt Geldbeträge ohne Gegenleistung in Darlehensform entgegenzunehmen und zu verwalten.

Geldgeber müssten im Gegenzug ein entsprechendes Informationsschreiben unterfertigen mit dem sie über die Risiken (Insolvenz und damit teilweise oder vollständigen Ausfall) informiert sind.

Hat Markus Roth das wirklich so gesagt?:

"Es brauche fürs Crowd-Funding etwa klare Regeln und Erleichterungen bei der Gründung entsprechender Plattformen - ohne dabei den Konsumentenschutz zu untergraben."

Beim Crowd-Funding brauche ich im Regelfall keinen Konsumentenschutz da es um Spenden und Geschenke geht. "Respekt.net" ist bereits seit Mai 2010 tätig und hat die Gründung der Plattform erfolgreich geschafft.

Den Schutz brauche ich beim Crowd-Investing bei dem Konsumenten einen Rückfluss und Rendite erwarten.

gemeint ist eher "crowd-investing".

Ich weiß was gemeint ist. Und ich glaube nämlich auch, dass Markus Roth von Crowd-Investing geredet hat. Ich habe nämlich schon mehrere Stellungnahmen von ihm zu diesem Thema gelesen.
Drum würds mich wunderern wenn ER das so gesagt hat. Ich nehm eher an, dass der Redakteur da ein wenig schlampig war.

Der Schuhmacher aus dem Waldviertel geriet mit seinem Sparverein, in den Bekannte und Freunde drei Millionen Euro einzahlten - um den Betrieb zu unterstützen und ihr Geld verzinst zurückzubekommen -, ins Visier der Behörde.

Hätte der KH Grasser dafür Werbung gemacht, dann hätte es wohl keinen Bedarf der "Prüfung" gegeben .. ja ja .. wie konnte nur diese "unahängige" Behörde zu parteinahen Befehlsbefolgern mutieren ...

Posting 1 bis 25 von 66
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.