Elf Kandidaten bewerben sich um tschechisches Präsidentenamt

6. November 2012, 18:08
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Registrierungsfrist abgelaufen - Innenministerium prüft nun Unterstützungsunterschriften

Prag - Bei der Präsidentenwahl in Tschechien Anfang 2013 wird es aller Wahrscheinlichkeit elf Kandidaten geben. Am heutigen Dienstagnachmittag ist die Frist abgelaufen, in der man offiziell die Bewerbungen beim Innenministerium einreichen konnte. Es handelt sich um die erste Direktwahl eines tschechischen Staatspräsidente durch das Volk.

Die Bedingung für die Kandidatur waren entweder Unterschriften von 20 Parlamentsabgeordneten oder 10 Senatoren oder 50.000 Bürgern. Das Innenministerium wird nun die Unterschriften überprüfen.

Folgende Personen haben sich für die Wahl registriert: die ehemaligen Regierungschefs Jan Fischer und Milos Zeman, der konservative Vizechef des Senats Premysl Sobotka (ODS), der Außenminister Karel Schwarzenberg (TOP 09), der sozialdemokratische (CSSD) Senator Jiri Dienstbier, die Chefin der außerparlamentarischen Partei Suverenita Jana Bobosikova, der einstige Industrie- und Handelsminister Vladimir Dlouhy, die christdemokratische (KDU-CSL) EP-Abgeordnete Zuzana Roithova, der tschechisch-japanische Unternehmer Tomio Okamura, der bildende Künstler Vladimir Franz und die Schauspielerin Tana Fischerova.

Fischer und Zeman als Favoriten

Laut Umfragen werden Fischer und Zeman favorisiert. Der parteilose Fischer stand an der Spitze des Kabinetts in den Jahren 2009 und 2010. Zeman war Regierungschef 1998 bis 2002, als er noch Chef der CSSD war. Mittlerweile hat Zeman die CSSD verlassen und eine neue Partei, die Partei der Bürgerrechte (SPOZ), gegründet. Für die SPOZ kandidiert er jetzt.

Die direkte Wahl des Staatsoberhauptes wurde aufgrund einer heuer verabschiedeten Verfassungsnovelle ermöglicht. Die Politiker reagierten so auf die vorherige Wahl des Präsidenten 2008 auf einer gemeinsamen Sitzung des Abgeordnetenhauses und des Senats, die von dramatischen Szenen und anonymen Erpressungsdrohungen begleitet gewesen war.

Jetzt wird nach demselben Modus gewählt, den es auch in Österreich gibt: Erhält kein Bewerber mehr als 50 Prozent der Stimmen, gehen die zwei bestplatzierten Kandidaten in die Stichwahl zwei Wochen später.

Ursprünglich hatten mehr als 20 Bewerber die Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten angekündigt, nicht alle konnten jedoch die erforderliche Zahl der Unterschriften aufbringen.

Der Sieger der ersten direkten Wahl wird das jaktuelle Staatsoberhaupt Vaclav Klaus ersetzen, dessen zweite und letzte fünfjährige Amtsperiode am 7. März 2013 zu Ende geht. (APA, 6.11.2012)

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    Bringt Farbe in den Wahlkampf: Kandidat Vladimir Franz.

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