"Unsereins" statt "Chili"

6. November 2012, 18:00
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Mit erneuerter "ZiB 20" füllt ORF-Fernsehchefin Kathrin Zechner die Lücke nach dem Rauswurf von Dominic Heinzl. Die Aussicht auf Nachrichten für junge Seher, Entschleunigung im Donnerstag-Talk, Zeitgeschichtsdokus erfreute den Publikumsrat

Wien - Chili ist tot, es lebe die ZiB20plus: Mit rundum erneuerten ORF1-Nachrichten füllt ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner die Lücke nach dem Rauswurf von Dominic Heinzl. Vorerst noch unter dem Arbeitstitel entwickelt Lisa Totzauer ein 17-minütiges Nachrichtenjournal, das 2013 werktags jeweils um 19.45 Uhr auf Sendung geht und auf junges Publikum abzielt. Drei bis vier Sendeteile - Unsereins und Info 8 sowie Sport und Wetter - sind geplant. Fernsehen, Ö3 und ORF On sollen trimedial vernetzt arbeiten und anliefern. Nur in dieser Form darf der ORF mit Werbung unterbrechen. "In der Sprache der Zielgruppe, emotional aufbereitet" sollen die Nachrichten "aus In- und Ausland, Wirtschaft, Regionales, Konsum und Technologie" sein, sagte Zechner Dienstag beim Publikumsrat.

Langsam talken

Von der "Entdeckung der Langsamkeit" sprach Zechner hinsichtlich des ebenfalls in Bau befindlichen Talks, nun doch Donnerstag und nicht, wie bisher verhandelt, Dienstag. Themen "ohne Brandaktualität mit intelligenten Menschen" sieht sie dafür vor, mit einer "Moderatorenpersönlichkeit". Hartnäckig hält sich hier Barbara Stöckl.

Weitere Programmvorhaben - etwa Auslandsdokus mittwochs nach dem Weltjournal sowie Jack the Ripper und John F. Kennedy demnächst freitags in Universum History - lobten die Publikumsvertreter. Das Ende des Club 2 blieb im Gremium gänzlich unerwähnt.

Für die Sido-Rückholung erntete Zechner mehrheitlich Zustimmung, aber auch Kritik: Der Rapper sei bekannt als "sehr offener Paradesexist", die ganze Debatte "verlogen". "Der Typ provoziert", merkte Zechner an. Aber sie habe die Entscheidung, Sido zurückzuholen "wohlüberlegt getroffen". Bei seiner Entschuldigung habe das Publikum einen "vollkommen authentischen mitteljungen Rapper gesehen, der einen Fehler eingestanden hat". (Doris Priesching, DER STANDARD, 7.11.2012)

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    "Der Typ provoziert", sagt Zechner an. Aber sie habe die Entscheidung, Sido zurückzuholen "wohlüberlegt getroffen".

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